Zurück von der ZDF-Seebühne – Ein Erfahrungsbericht
Am Wochenende wollte ich ein wenig EM-Luft schnuppern. Das ZDF hat mit der Bregenzer Seebühne einen aus deutscher Sicht unschlagbaren Standort für sein Fussball-Stadl gefunden. Leider ist die geographische Lage einer der größten Nachteile der Veranstaltung. Denn es unterscheidet sich in keiner Weise von einem beliebigen Public-Viewing in Deutschland. Von 5.000 Zuschauern sind 4.800 Deutsche. Klein-Mallorca.
Im Gegensatz zu Mallorca weiß man kurz hinter der deutsch-österreichischen Grenze den Touristen-Ansturm nicht auszunutzen. Eine Stunde nach Spielende werden die Bürgersteige hochgeklappt und die komplette Innenstadt macht dicht. Der das Aftergame-Bier suchende Fan fühlt sich ein wenig verarscht. Eine geeignete Party bietet ziemlich exklusiv das ZDF unweit des Übertragungsorts an. Angesichts der Abzocker-Preise, die bereits in der Seebühne verlangt werden – ca. 30% über dem, was man in einem Bundesliga-Stadion zahlt – habe ich mir das allerdings geschenkt.
Die Übertragung des Spiels an sich lief etwa genau so ab, wie man es vermuten würde. Vor der Bühne verteilt das ZDF reichlich Material, mit dem man in der ein oder anderen Weise Radau machen kann. Vor der Übertragung hüpft ein Einheizer vor den Tribünen rum und macht die Menge heiß. Die Protagonisten Kerner, Kloppo, Urs betreten ca. eine Minute vor Beginn der Übertragung die Bühne. Von der Moderation ist dank den 3.000 verteilten Rasseln wenig bis gar nicht zu hören. Auffällig: Während JBK konzentriert auf und ab wandert, guckt Klopp gut gelaunt in die Menge, genießt offensichtlich die Stimmung und klopft im Takt von “Viva Colonia” das Mikro gegen seinen Oberschenkel. Nach der Moderation, kaum ist das Spiel angepfiffen, verschwindet das Trio Richtung VIP-Raum.
Nach dem Spiel leert sich die Seebühne rasend schnell. Obwohl ausverkauft, muss es im Fernsehen mal wieder nach einem sehr mäßigen Besuch ausgesehen haben. Die Höllander sind sowieso längst weg, hinter mir feiern fünf Russen. Nach dem unfreiwillig kurzen Abstecher in die Altstadt gibts noch zwei Flaschen Bier auf der Seepromenade. Das wars. Auch wenn der Tipp vielleicht ein wenig spät kommt: Wer internationale EM-Stimmung genießen möchte, sollte lieber in einen Austragungsort fahren. Bregenz ist was für EM-Piefkes.
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One Response to “Zurück von der ZDF-Seebühne – Ein Erfahrungsbericht”


Naja, in der Schweiz war ja bei den Holland- Spielen auch fast nur eine Nation vertreten…
Aber ich denke, dass das Public Viewing eigentlich trotzdem eine ziemlich gute Sache ist. Gerade, wenn bei einem solchen “Grossevent” die Stadien kein allzu grosse Fassungsvermögen aufweisen.