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Vor dem Derby

Oktober 3rd, 2008

Es ist das Spiel des Jahres. Egal wie die Weichen vorher gestellt sind. Ein Sieg im Derby gegen Köln ist für die Gladbacher Fanseele noch viel wichtiger als jedes 3:0 gegen Bayern sein könnte.

In dieser Saison stehen die Vorzeichen aber in besonderer Art. Es ist für die Borussia ein viel wichtigeres Spiel als für den FC. Köln hatte genausowenig geglänzt wie Mönchengladbach. Aber dann kam das Schalke-Spiel. Der FC packte eine in der Überlegenheit völlig unerwartete Glanzleistung aus und stellte das Umfeld bis auf weiteres mehr als zufrieden.  Christoph Daum hat bisher das Soll erfüllt und schürte mit dieser Vorstellung die Hoffnung auf mehr.

Das völlige Gegenteil in Gladbach. Luhukay kriecht auf den Brustwarzen dem Spiel entgegen. Alle Vögel pfeifen von den Dächern, dass es das letzte Spiel für den Coach sein könnte.  Die Gladbacher Fans treibt nur noch Zweck-Optimismus. So recht überzeugt von einem Sieg ist keiner. Das Vertrauen in die sportliche Führung tendiert gen Null.

Ich möchte sogar nicht ausschließen, dass einige Fans insgeheim mit einer Niederlage liebäugeln, damit ein klarer Schnitt gemacht werden kann. Das ist natürlich Schwachsinn, denn dieses Spiel wird die Weichen für die nächsten Begegnungen stellen, die allesamt gegen direkte Konkurrenten gehen.

Dieses Spiel ist dafür gemacht, eine Aufstellung zu finden. Eine Stammelf, auf die der Trainer für die nächsten Spiele vertrauen kann. Gladbach wird, so sind die Vorzeichen, endlich von der Ein-Stürmer-Taktik abrücken und mit Neuville und Friend einen schlagkräftigen  Sturm aufstellen. Außerdem wird Marin auflaufen, auf der anderen Seite Matmour. Gladbach wird sich ausnahmsweise nicht nach der Aufstellung des Gegners richten – für mich der Irrtum der bisherigen Saison – sondern selbst die Initiave ergreifen.

Ich erwarte keinen Sturmlauf, aber den Versuch zu dominieren. Und ich hoffe darauf, dass Luhukay auch berücksichtigt, dass es die Standards waren, die in der letzten Saison oft den Unterschied gemacht haben. Im bisherigen Saisonverlauf hat der Trainer die Borussia um diese Stärke beraubt, weil in der Mitte die Abnehmer für die Flanken fehlten – allen voran Rösler.

Köln kommt mit einem 4-5-1, so viel ist sicher. Die Frage ist nur, wie offensiv die Außen ausgerichtet sind. Wahrscheinlich wird sich der FC erstmal zurückziehen und im Halbfeld versuchen, die Borussia zu Fehlern zu zwingen und sie so mürbe zu machen. Lange Bälle auf Novakovic, der jeden Steilpass verarbeiten kann, sind die Waffe, mit der die bisher desolate Glabdacher Abwehr zu knacken sein dürfte.

Es ist einfach viel zu offensichtlich, dass die Gladbacher Defensive , auch wenn sie über 80 Minuten gut steht, immer wieder Aussetzer hat. Das muss Luhukay abstellen. Am besten, in dem er eine klare offensive Linie vorgibt, aber gleichzeitig ein Mittel findet, klare Anspiele in den Kölner Sturm zu verhindern.

Dass er schlechte Leistungen noch länger absurd gut redet,  ist eher unwahrscheinlich. Sollte es noch eine schlechte Leistung geben, dann wird im nächsten Spiel wohl ein Anderer an seiner Stelle sitzen.

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2 Responses to “Vor dem Derby”

  1. Elvis on Oktober 4, 2008 18:03

    Das war bitter, aber ich drücke die Daumen, das es mit dem neuen Trainer besser läuft!

  2. Marius on Oktober 9, 2008 17:20

    Nach einem mehrtägigen Wachkoma finde ich langsam wieder Worte. Und durch eine Wand meiner Naivität schimmert Realismus. Ich bin gar kein Fan eines grossen Vereins … es gibt gar keinen Mythos … und der Verein funktioniert wie jeder andere auch. Siegen oder fliegen. Geduld ist leider Luxus. Bei der ersten Krise brach die ganze Bude wieder zusammen und ich renne wieder tagelang mit ‘nem Knoten im Magen umher. Grosser Scheiß!

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