Ungleiche Derbys
Saure-Gurken-Woche in der Bundesliga heißt für Profi-Vereine leidige Pflicht. Wald-und-Wiesen-Vereine rufen zu Jubiläums-Spielen. Vor drei Wochen, während der Länderspielpause, hatte mein Heimatverein die Ehre, ein 1:13 gegen die Gladbacher Borussia einzustecken. Anlass war der 100-jährige Geburtstag von Fortuna Mönchengladbach.
Die Borussia hat eine Art Abkommen mit der Region. Wo auch immer ein rundes Jubiläum gefeiert wird, treten die Profis an. Immer im Sinne der Amateur-Förderung. Denn 700 Zuschauer wie bei dieser Veranstaltung hat heute keine Bezirksliga-Club mehr. Früher – aber das war vor meiner Senioren-Zeit – soll das bei einigen Vereinen auch bei normalen Saisonspielen nicht selten gewesen sein. Das war vor Privatfernsehen.
Der sportliche Wert solcher Veranstaltungen ist für die Profis ähnlich einzuordnen wie ein Kurztrip nach Süd-Ost-Asien: Man könnte in dieser Zeit deutlich Sinnvolleres anstellen als marketingverordnete Fanpflege abzureißen.
Für die Amateur-Spieler bleibt eine Geschichte, die sie noch den Enkeln erzählen können. Dass man damals, 2007, dem Rob Friend mal so richtig weggeschruppt hat. Oder so ähnlich.
Druckversion

