Überflüssiger Artenschutz für Hopp – aber was ist die Konsequenz?
Mit der freien Meinungsäußerung ist es ja so eine Sache. Sobald es ungemütlich wird, halten manche Menschen nicht mehr viel von ihr. Der DFB hat eine “Lex Hopp” erlassen, nach der “Pöbeleien” gegen den Mäzen künftig auch sportgerichtlich geahndet werden können.
Klar, sobald es in den Bereich der körperlichen Bedrohung geht – und so kann man angesichts der Bescheuerten, die in einem Fußballstadion rumlaufen, ein Plakat mit einem Fadenkreuz interpretieren – muss man handeln.
Aber dazu braucht man keine Sonderregelung. Das kann man in den vorhandenen Strukturen angemessen verfolgen. Der DFB kann weiterhin mantraartig Fairniss einfordern. Nur wird es sie nicht geben. Und zwar mit Recht. Jeder Anhänger hat das Recht, seinen Unmut über Entwicklungen im professionellen Fußball lautstark kund zu tun. Egal ob sich der Protest auf eine Person fixiert und egal ob berechtigt oder nicht.
Dass dies deftig artikuliert wir, hat durchaus etwas mit der Fankultur zu tun. Im Optimalfall erreicht der DFB, dass die Gesänge ein wenig abgemildert werden. An der Sache ändert sich nichts. Nur würde ich gerne wissen, welche Sanktion ein Sportgericht verhängen könnte und gegen wen sich diese richtet. Gehe ich recht in der Annahme, dass sich eine Strafe nur gegen den Verein richten kann, da die Zuschauer nicht der Sportgerichtsbarkeit unterliegen?
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8 Responses to “Überflüssiger Artenschutz für Hopp – aber was ist die Konsequenz?”


Hopp kann natürlich wie im Dortmunder Fall gegen einzelne Zuschauer Strafanzeige stellen. Aber ansonsten geht das gegen den Verein und ich bin ja jetzt aus Prinzip schon dafür Hopp zu beschimpfen.
Klar, über den Aufstieg eines Dorfvereins in die Bundesliga, fraglos durch die finanziellen Gaben von Hopp unterstützt, kann man zweierlei Meinung sein. Erfolg ruft eben automatisch Neider hervor. Geld wahrscheinlich noch mehr.
Von einer Sonderregelung halte ich ebenfalls nichts. Wenn hier Strafverfahren eingeleitet werden, so können diese m.E. allein der Zivilgerichtsbarkeit, nicht aber der Sportgerichtsbarkeit unterliegen.
Nur bin ich der Meinung (und das sag ich trotz dem, dass ich den roten Brustring im Herzen trage), dass Dietmar Hopp und seine Leistungen zu undifferneziert dargestellt und wahrgenommen werden. Anders als die Abramovitchs hat Hopp seinen Wohlstand mit ehrlicher Arbeit errungen. Zudem werden in Hoffenheim nicht wahllos teure Stars gekauft sondern konzeptionell Strukturen geschaffen (2008 B-Jugendmeister), die nicht nur auf den kurzfristigen Erfolg ausgerichtet sind.
Diese Fehlwahrnehmung ist für mich das entscheidende Problem.
Wir sind uns völlig einig Dülp.
Wenn ich dann im heutigen Kicker-Interview mit Hopp u.a. lese, “Wir haben die Maßgabe, dass wir alle, die unflätig werden und Gewalt propagieren, sofort aussondern werden.”, frage ich mich, wie weit es bis zur völligen Sterilität noch sein soll.
Soll er seine persönliche Strafanzeige stellen, dass ist sein gutes Recht, aber über Vereinsstrafen einen Mann “beschützen”, das ist wohl eher ein schlechter Witz.
Christoph Biermann sieht das ganze heute auf SpOn genauso.
Auch seiner Aussage in Sachen Hoffenheim schließe ich mich voll an: Muss man subjektiv nicht gut finden, ist aber objektiv völlig okay.
Persönlich habe ich es hier ja schon ein paar mal betont, dass ich die Arbeit in Hoffenheim wertschätze.
Egal wie man über Hoffenheim denkt, ich finde, man sollte nicht so ein Plakat, das ich (aber das ist nur meine persönliche Meinung) eher als eine Art Karikatur als als wirklich ernstzunehmen einstufen würde, auf eine Ebene mit beispielsweise rassistischen Pöbeleien stellen und Vereinsstrafen verhängen.
Wie hier die Meisten schon sagten: Soll Hopp Anzeige erstatten, wenn er sich verunglimpft fühlt. Wir werden sehen, was daraus wird. Ich halte das wirklich eher für einen Dummerjungenstreich als für die Vorboten der Fußball Armee Fraktion.
Höchstwahrscheinlich hat es natürlich keinen ernsthaften Hintergrund. Aber wie schon im Artikel geschrieben: es laufen zuviel kranke Menschen in einem Fußballstadion herum. Deshalb kann ich die Anzeige nachvollziehen.
Fussball Wochenende ist angesagt…
[...] wenn Dietmar Hopp verunglimpft wird – was so dass denn bitteschön? Als Manager sollte er einiges gewohnt sein, so dass er die einige oder andere Beleidigung wegstecken können muss – außerdem kann er ja direkt gegen Einzelne vorgehen. [...]...
interessant im rahmen der lex hopp: den fans der frankfurter eintracht wurde am vergangenen wochenende mitgeteilt, ihre fahnen dürften beim auswärtsspiel in mannheim “keine buchstaben oder zahlen enthalten”.
ist das schon zensur?
http://www.eintracht.de/meine_...../11151912/