Transfervergleich: Gladbach – Hoffenheim
Es heißt ja immer, dass Hoffenheim mit den Hopp’schen Millionen nur so um sich schmeißt, während Traditionsvereine wie Gladbach oder Köln von der Hand in den Mund leben. Schauen wir doch mal was transfermarkt.de für die letzten drei Saisons an Ausgaben für Neuzugänge ausspuckt:
- Hoffenheim: 30,1 Millionen
- Gladbach: 27,2 Millionen
Tatsächlich. Hoffenheim hat mehr investiert als der Mitaufsteiger. Die Zahlen sind nicht bestätigt, Gladbach könnte sogar mehr ausgegeben haben als die TSG oder andersrum – die Differenz könnte defacto ein wenig größer sein (Dietmar Hopp gibt die Transferausgaben mit 25 Mios an). Das ändert nichts an der Tatsache, dass Gladbach knapp 30 Mios das Klo runtergespült hat und wie wild kleinere Summen für unterdurchschnittliche Spieler verbrannte, während Hoffenheim große Summen in wenige sehr gute Spieler investierte.
So viel also dazu, dass Hoffenheim nur aufgrund des Mäzenentums an der Spitze steht. Gladbach hätte sich mit den vorhandenen Mitteln dieselbe Mannschaft zusammenkaufen können. Fragt sich: War es ein Vorteil oder ein Nachteil, auf eine vorhandene Bundesliga-Mannschaft aufzubauen? Hatte Rangnick sogar eine bessere Ausgangsposition, weil er seinen Kader aus dem Nichts und ohne Anspruchshaltung aufbauen konnte? Wie seht ihr das?
Die Einzelauflistung:
Gladbach
08/09
- Bailly 2,5 Mio
- Bradley 2,5 Mio
- Dante 2,5 Mio
- Matmour 2,6 Mio
- Galasek 0,05 Mio
- Alberman 0,65 Mio
- Callsen-Bracker 0,75 Mio
07/08
- Friend 1,2 Mio
- Colautti 1,6 Mio
- Schachten 0,2 Mio
- Brouwers 0,25 Mio
- Coulibaly 0,45 Mio
- Rösler 0,5 Mio
- Paauwe 0,5 Mio
- Ndjeng 0,67 Mio
- Kleine 0,7 Mio
06/07:
- Heimeroth 0,75 Mio
- Insua 4 Mio
- Svärd 0,3 Mio
- Baumjohann 0,25 Mio
- Gohouri 1,5 Mio
- Thygesen 1,5 Mio
- Degen 1 Mio
- Delura 0,1 Mio
Hoffenheim:
08/09:
- Wellington: 4,5 Mio
- Beck 3,2 Mio
- Özcan: 1 Mio
- Gustavo: 1 Mio
- Vorsah: 1 Mio
07/08:
- Eduardo: 7 Mio
- Obasi: 5 Mio
- Haas: 0,05 Mio
- Ba: 3 Mio
- Ibertsberger: 0,25 Mio
- Compper: 0,2 Mio
- Nilsson: 1,9 Mio
- Weis: 0,15 Mio
- Ibisevic: 1 Mio
06/07:
- Hesse 0,06 Mio
- Copado: 0,3 Mio
- Sahilovic: 0,25 Mio
- Mesic: 0,17 Mio
- Janker: 0,1 Mio
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11 Responses to “Transfervergleich: Gladbach – Hoffenheim”


Die Transfersummen sind nur eine Seite, wahrscheinlich entscheidender sind die Gehälter. Angeblich hätte Rösler ja bei der TSG mehr verdient (selbst schuld…) und warum geht ein Compper so Hals über Kopf? Und warum hätten wir bei einem Beck nie eine Chance gehabt? Grundsätzlich bin ich fest davon überzeugt, dass an Hoeneß Verdacht was dran ist, der hatte auch schon mit ganz anderem Recht, das ungeheuerlich klang.
Gruß
C.A.
Jap, wollte auch gerade erwähnen, dass die Gehälter da sicherlich noch mit in eine solche Rechnung einbezogen werden müssten.
Nichtsdestotrotz spricht diese Auflistung schon für sich, denn es ist ja nun offensichtlich so, dass nicht sinnloss mit Millionen um sich geworfen wurde – sondern eigentlich die reinen Transferinvestitionen durchaus im Bereich des normalen sind.
Der Vorteil den Hoffenheim durch das Mäzenentum und die dadurch bedingten “Rücklagen” gegenüber anderen Vereinen sicherlich hat, ist die Möglichkeit gute Spieler bis auf Weiteres erstmal einfacher halten zu können.
Aber wenn man auf die Liste schaut und mal sieht, was abgesehen von Eduardo und Obasi in Spieler investiert wurde, die jetzt absolute Stützen des Teams sind, dann ist das schon beeindruckend.
Zusätzlich zu dem schon von meinen beiden Vorschreibern erwähnten Hinkefuss “Gehälter” gibts noch einen weiteren in Deinem Vergleich: In der Saison 06/07 spielte Gladbach in der ersten Liga, Hoffenheim war in der damaligen Regionalliga. Dass es da andere Transfersummen gibt, liegt auf der Hand, nicht wirklich verglichbar also. Ziehen wir die Saison ab und betrachten nur die letzten beiden Jahre, in denen beide Vereine in den gleichen Ligen spielten, so ergibt sich schon ein anderes Bild:
Hoffenheim: 29,22 Millionen
Gladbach: 17,80 Millionen
Dass bei aller Kritik, die ich an Hoffenheim hab, festgestellt werden muss, daß sie ihr vieles Geld schlau einsetzen, ist davon ja unbenommen.
Naja, (um mal den Autor zu interpretieren) es ging ja in der Grundaussage des Textes darum, dass in den letzten drei Jahren beide Teams das gleiche Finanzvolumen für Einkäufe zur Verfügung hatten (bzw. benutzt haben) – nur derzeit das eine Team oben in Liga 1 steht und das andere Team ganz unten.
Und darum gehts ja, und nicht darum, ob Hoffenheim in Liga 3 unverhältnismäßig viel investiert hat.
Die Gehaltsfrage ist mir auch sofort in den Sinn gekommen. Aber die Argumente wurden ja bereits genannt.
Darüber hinaus spielt es eine wirklich wichtige Rolle, dass Hoffenheim keine Tradition hat, die bei Entscheidungen des Alltagsgeschäfts und bei der strategischen Planung belasten könnte. Gerade in Gladbach gibt es so viele Ehemalige, die sich zu Wort melden können, dass sich wohl kaum ein Entscheider oder Gremium davon frei machen könnte.
Hoffenheim kann alles anders machen und keiner protestiert, solange Hopp schweigt. Das erleichtert einige Dinge sicherlich.
Wie ein Vorredner schon sagte: Hoffenheim war in der saison 06/07 in Liga 3, wo gladbach in der bundesliga stand, wenn man die SUmmen vergleicht, die in den selben Ligen ausgegeben wurden, steht da hoffenheim weit über gladbach. Zudem darf man nicht vergessen, dass es auch bei der tsg Flops gab. Wellington kostete 4,5 Millionen und hat glaube ich noch nicht ein Spiel in der Liga gemacht.
Leider berücksichtigt diese Liste keine Transfererlöse. Dann würde der Unterschied zwischen Borussia und Hoffenheim mehr als deutlich. Borussia hat (dank der Jansen-Millionen) sogar ein Transferplus erzielt. Auch wurden zB der Kaufpreis von Insúa beim Verkauf vollständig ausgeglichen.
Hoffenheim kündigt demgegenüber groß an, Spieler “auch im Hinblick auf spätere Transfererlöse” zu verpflichten (Hopp am 18.5.2008 in der SZ), lehnt Spielerverkäufe aber kategorisch ab (“Wir (...) wollen alle behalten”, Hopp am 20.5.2008 ebenfalls in der SZ). Die Transfererlöse von Hoffenheim der letzten drei Jahre belaufen sich übrigens auf 75.000,- (laut transfernmarkt.de)
Natürlich war mein Beitrag sehr plakativ. Bei den Gehältern muss man aber nicht nur berücksichtigen, was die Spieler verdienen, die auf Bank oder Tribüne sitzen. Dazu kommt ja noch was die Tribünenhocker und die Leute auf dem Abstellgleis kassieren. Da ist bei Gladbach in den letzten Jahren ein hübsches Sümmchen zusammengekommen und die Gehälter in dieser Saison dürften aufgrund des aufgeblähten Kaders insgesamt in keiner Relation zur Leistungsfähigkeit stehen. Im Gegensatz dazu darf man bei Hoffenheim auch in diesem Punkt nicht nur die vier, fünf teuren Verpflichtungen betrachten. Was glaubt ihr denn, was ein Compper, ein Ibisevic, ein Sahilovic oder ein Weis verdienen? Die haben als Bankdrücker, als Zweitliga- oder sogar als Amateurspieler unterschrieben. Interessant wird es, wenn diese Veträge auslaufen. Aber dann hat man erwiesenermaßen Top-Spieler, für die man gerne tief in die Tasche greift.
@C.Antonius: Beim Beck ist Gladbach ausgestiegen, weil die Ablöse zu hoch war. Compper ist nicht aus Gehaltsgründen gegangen, sondern wurde aussortiert.
@Enno: Soviele Ehemalige quatschen bei Gladbach gar nicht rein . Es ist nur einfach so, dass Präsident Königs ein unglaublich unglückliches Händchen bei Personalentscheidungen hat.
@M Piriée: Ist für mich kein Argument. Gladbach hat es außer im Fall Jansen nicht geschafft, einen Spieler wertvoller zu machen. Hoffenheim dürfte beim aktuellen Stand, ohne Berücksichtigung des Ibisevic-Kreuzbandrisses, die Investitionen schon verdreifacht haben.
Ob man diesen Wert in bare Münze umsetzt oder glaubt, mehr Geld zu verdienen, indem man die Spieler erstmal hält, ist eine andere Frage. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was in der Rückrunde passiert, wenn die ganz Großen anklopfen.
Hoffenheim hat sein Geld eindeutig besser eingesetzt. Klar hatten sie einen Investor aber wenn man die Summen anguckt, dann ist der Unterscheid zu Gladbach nicht so groß. Der Unterschied – Hoffenheim spielt erfolgreich – Gladbach nicht.
Nun ja, die Transfersummen sagen ja schon etwas aus. Allerdings muss man auch sehen, was vor diesen Transfers schon alles vorhanden war. Ich kann einen Porsche für das gleiche Geld verbessern, die den alten Golf. Am Ende fährt der Porsche schneller (wie zuvor auch)...
Ich denke das Geheimnis liegt woanders. Gladbach war in der 2. Liga erfolgreicher, da alle Spieler auf 2. oder 1.-Ligaerfahrungs zurück greifen konnten. Für viele Hoffenheimspieler war die 2. Liga ja Neuland.
Aber der Hoffenheimer Weg gefällt mir! Wer sich da über Kohle aufregt, ist entweder neidisch oder Bayern-Fan
zufällig hier drauf gestoßen.
was fehlt sind die einnahmen durch transfers, die wurdne nicht berücksichtigt.
gladbach kann sich nur ejde saison ne neue elf gönnen, weil die die alte verkaufen.
hoffenheim ist noch nicht durch verkäufe aufgefallen.
im saldo hat hoffenheim also deutlich mehr ausgegebn für ihre elf.
der blogeintrag ist zwar gut gemeint daher, aber mehr nicht.
(nein ich bin kein hoffenheim-kritiker etc oder finde das schlimm, dass man sich erfolg erkaufen kann etc)