Tales from the Kreisliga: Vorbereitung und Hallensaison
Ich weiß gar nicht, warum es Menschen gibt, die die Winterpause nicht abschaffen wollen. Oder die Sommerpause. Oder beides. Pausen in der Kreisliga haben nur einen Effekt: Mir ist ein paar Wochen langweilig, ich nehme zu und anschließend gibt es “Vorbereitung”. Für Nicht-Fußballer. “Vorbereitung” bedeutet Training ohne Ball. Meistens empfiehlt der Trainer Fußballschuhe und Laufschuhe mitzubringen. Das mit den Fußballschuhen erwähnt er nur, damit überhaupt jemand kommt. Tatsächlich reichen Laufschuhe.
Auf meine alten Tage spiele ich erstmals in einem Verein, bei dem es “Vorbereitung” nicht gibt. Wahrscheinlich aufgrund der Einschätzung, dass eine 10-prozentige Steigerung der Kondition im Durchschnitt immer noch nicht eine merkbare Verbesserung bringen würde.
Masochist, der ich bin, habe ich mich daraufhin einmal in der Woche unserer B-Jugend angeschlossen, wo immerhin ein bisschen was im Ausdauerbereich geht.
Die Winterpause hat, das muss ich eingestehen, nicht nur Nachteile. Es ist die Zeit der Hallenturniere. Ich liebe Hallenturniere. Es ist nicht kalt, es ist nicht nass. Es gibt Bockwurst und Kuchen. Und vor allem gibt es fetzige Spiele, bei denen man schnell kombinieren kann und häufig an den Ball kommt.
Leider erreichen Vereine der dunkelsten Kreisligatiefen nicht viele Einladungen zu solchen Veranstaltungen und deswegen muss ich mich mit einem einzigen Termin zufrieden geben. Und leider zeichnet sich bereits im Vorfeld ein Desaster ab. Als einziger C-Ligist unter A- und Bezirksklasse-Vereinen scheint es bereits im Vorfeld nur um Schadensbegrenzung zu gehen. Und wenn ich von den Fähigkeiten meiner Mitspieler auf dem Großfeld Schlüsse ziehen darf, ist das keine gewagte Prognose.
Was uns mangels Fähigkeiten bleibt, ist eine gewiefte Taktik. Und so habe ich mein Team bereits auf einen Spielzug eingeschworen. Mit dem kann eigentlich nix schiefgehen.
Druckversion
8 Responses to “Tales from the Kreisliga: Vorbereitung und Hallensaison”


Schade, das Video zum sicherlich revolutionären Spielzug läuft nicht.
Bei mir lief’s, was allerdings auch die Frage nach Dülps Part bei solchen Speilzügen auf den Plan ruft…
@Trainer: Das hat man nun davon, dass man südamerikanische Youtube-Klone verlinkt. Ist wie mit allem da drüben. Mal läuft es, mal nicht. Einfach später versuchen.
@Don: Mein Part? Ich zieh mir am Samstag die Langhaar-Perücke an und dann geht das ab vor der Kiste.
Schöner text… Und überhaupt, bei solchen Turnieren teilt man sich ja auch in der Regel die Umkleide mit anderen Vereinen. Mein Trainer pflegte immer in Anwesenheit der anderen Mannschaften zu sagen: “Fehlende technische Fertigkeiten machen wir durch unnötige Härte wieder wett…”
b-jugend? von der größe her fällst du da ja nicht auf aber tolerieren die nen alten knacker wie dich da überhaupt? du opfaa!
@rossi: Das Fasziniernde ist, dass die Jungs technisch einen deutlich besseren Fußball spielen, als meine eigentliche Mannschaft. Allerdings sind die noch ein bisschen verweichlicht. Da bin ich dann genau der richtige Mann, um den angeblichen Top-Stürmern bzw. Mittelfeld-Stars zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat.
Und ein bisschen was von Stellungsspiel und Verhalten in der Vierer-Kette kann ich denen auch nich beibringen. Von daher – kein Thema.
Außerdem sind da Super-Jungs bei, die auch bei der ersten Mannschaft mittrainieren und nach dem Training ein Bier mittrinken. Das ist gelebte Jugendarbeit.
Ja nu … wo ist den der Bericht vom Hallenturnier?
Einen ausführlichen Bericht spare ich mir. Es lief besser als erwartet, aber nicht wirklich gut. Zwei Unentschieden, zwei knappe Niederlagen. Was daran lag, dass wir Beton angerührt und uns bei den Toren auf eine Minimalausbeute beschränkt haben. Bitter war lediglich, dass wir das Lokalderby DJK Feudenheim gegen ASV Feudenheim in letzter Minute mit 0:1 verloren haben, nachdem wir zehn Sekunden zuvor mit drei Leuten alleine auf den Torwart zugelaufen waren.
Trotz allem: Gar nicht schlecht dafür, dass zwei unserer sechs Feldspieler eine Minute vor Anpfiff geradewegs von der Party eingetaumelt kamen, zu diesem Zeitpunkt bereits 29 Stunden am Stück wach waren und sich nur aufgrund diverser chemischer Substanzen, die selbst bei der Tour de France den Ausschluss bedeutet hätten, auf den Beinen halten konnten.