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Schiedsrichter-Wunderkind auf Abschiedstournee

November 28th, 2007

Unglaublich: Markus Merk hat mit Norwegen gegen Türkei sein letztes Länderspiel geleitet – weil er mit 45 die Altergrenze überschritten hat. Ich kann mich noch an sein erstes Bundesligaspiel im August 1988 erinnern, weil sein “junges Alter” von 26 Jahren damals als Sensation galt. Das war zu einer Zeit, als Dieter Pauly und Wolf-Günther Wiesel noch aktiv und – von der Körperfülle des einen oder anderen Referees her zu urteilen – die Fitnessansprüche noch ein paar Stufen zurückgeschraubt waren. Jungspunde wie Michael Kempter oder Robert Hoyzer waren bis Merk in der Bundesliga undenkbar gewesen.

Markus Merk ist so ein Mensch, der mir auf den Sack geht, weil er mich meiner Faulheit und Initiativlosigkeit bewusst werden lässt, immer wenn ich ihn sehe. Er hat eine eigene Zahnarztpraxis geführt. In seinem Urlaub ist er nach Indien gereist, um Waisenkindern das Gebiss zu flicken. In seiner Freizeit absolviert er Triathlons. Und er hat es durch reines Traning geschafft, seine Micky-Maus-Stimme ist einen annehmbaren Tenor zu wandeln. Niemand ahnte bis dahin, dass dies überhaupt möglich ist. Dass er nun als Motivationstrainer arbeitet, wundert mich nicht. Wenn er nicht weiß, wie man sich selbst in den Hintern tritt, dann weiß es keiner.

Immerhin gibt es bald wieder Hoffnung für den Rest des Refereefeldes. Hoffnung, dass zum ersten Mal seit 1999 ein anderer als Krug, Fandel oder eben Merk Schiedsrichter des Jahres wird.

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