Lucarelli: Ein halbes Jahrsgehalt reicht für eine Zeitung
Geht es um Christiano Lucarelli, geht es um einen der letzte echten Helden im Fußball. Unter Gehaltsverzicht als Torschützenkönig von der Serie A in die zweite Liga zu seinem Heimatverein gewechselt, dessen Tattoo er auf seinem Unterarm trägt – das sagt alles. Umso größer war das Geschrei, als er nach vier Saisons den AV Livorno verließ, um bei Schatjor Donezk anzuheuern.
Im Gegensatz zu 99,99 Prozent aller anderen Profis hatte er eine gute Begründung, Liebe gegen Geld zu tauschen. Er, der bekennende Kommunist, wollte eine “unabhängige” Tageszeitung in seiner Heimatstadt gründen. Und dafür brauchte er Startkapital, das ihm der AC nicht bieten konnte. Ein Wechsel innerhalb Italiens kam für ihn nicht infrage. Angeblich, weil er es als Verrat empfunden hätte.
Nach einem halben Jahr in der Ukraine hat er sich scheinbar eines besseren besonnen. Er wechselt nach der Hinrunde, die er als Joker zumeist auf der Bank verbacht hat, zum AC Parma. Nun ist dies ein zweischneidiges Schwert.
Auf der einen Seite klingt es sehrt nach Lippenbekenntnis, wenn einer nach sechs Monaten im Ausland in die Heimat zurückkehrt und dann genau das macht, was er vorher aus moralischen Gründen abgelehnt hat, nämlich für einen anderen Club in Italien als Livorno zu spielen. Da hätte es sicher auch einige Angebote aus dem näheren Ausland gegeben (Bayern München steht zurzeit sehr auf italienische Stürmer hab ich gehört).
Auf der anderen Seite hat er seine Ankündigung in die Tat umgesetzt und sein Brutto-Schachtjor-Gehalt für die sechs Monate, nämlich 2 Millionen Euro, in die “Corriere di Livorno” inverstiert. Mangels Italienischkenntnissen kann ich die Qualität dieser Publikation nicht beurteilen. Bemerkenswert finde ich die Aktion dennoch allemal.
Via Spielfeldrand-Magazin und mit Infos der Wikipedia.
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2 Responses to “Lucarelli: Ein halbes Jahrsgehalt reicht für eine Zeitung”


Allerdings bemerkenswert und wir wischen hoffentlich unbemerkt eine Träne aus dem Auge.
Und ab einem gewissen Leistungsniveau, welches dann auch eine angemessene Entgeltung bewirkt, gäbe es auch für hiesige Spieler keine Gründe, sich in punkto Clubtreue nicht ähnlich zu verhalten.
Doof allerdings, wenn es einem dann so gedankt wird wie z. B. Lars Ricken.
Diskutabel bliebe allerdings, was für einen vermeintlichen Wert “Clubtreue” an sich überhaupt darstellt.
Wikipedia hat auf Italienisch http://it.wikipedia.org/wiki/Corriere_di_Livorno
ein paar Kerninfos, die ich mit meinen rudimentären Sprachkenntnissen zumindest teilweise dechiffrieren kann. Dazu gehört die Auflage der Zeitung: 3500 Stück. Das finde ich nicht weiter bemerkenswert. Abgesehen davon, dass auch Livorno wirklich nicht bemerkenswert ist (weiß ich aus eigener Erfahrung). Und die Webseite befindet sich wohl noch im Rohbau. Um die in Schwung zu bringen, braucht man nicht so viel Geld.