Live-Blogging: Gladbach – Mainz

Februar 18th, 2008

22.04 Uhr: Eine weiteres ganz bitteres Spiel für Gladbach. Wieder kein Sieg, zum vierten Mal in Serie. Aber mit einer anderen Qualität als in den Vorwochen. Heute konnte man der Mannschaft nichts vorwerfen. Sie hat sehr gut gespielt, sie hat gekämpft, sie hatte Torchancen. Deswegen sind für mich die Pfiffe der Fans unverständlich.

Einen Vorsprung gibt es zwar nicht mehr, aber an der Tabellenführung hat sich nichts verändert. In der heutigen Form hätte wahrscheinlich jede andere Zweitligamannschaft dran glauben müssen. Auf ein Wort reduziert: Pech.

Ich melde mich für den Rest der Woche ab, bis Samstag bin ich auf Dienstreise und mangels Notebook offline. Sonntag geht es gegen Osnabrück und da wird der heutige Einsatz hoffentlich nachträglich belohnt.

21.53 Uhr: Gladbach geht auf die volle Offensive. Ohne Außenverteidiger, dafür mit drei Spitzen und fünf Mittelfeldspielern. Rafael kommt für Voigt.

21.51 Uhr: Das Spiel wird giftig. Manager Ziege muss auf die Tribüne. Friend prüft mit Kopfball-Lop Ischdonat.

21.42 Uhr: Das Gladbacher Spiel hat keine Ideen mehr. Außer Schüssen aus gefühlten 30 Metern fällt der Offensive nichts mehr ein. Zeit für Marko Marin, für den Levels geht. Eine echte Systemumstellung also. Nur noch drei Abwehrspieler, dafür ein Fünfer-Mittelfeld. Marin holt direkt beim ersten Dribbling einen Freistoß in aussichtsreicher Position.

Lattentreffer Gladbach! Daems per Kopf nach Freistoß Coulibaly.

21.40 Uhr: Zeit ein wenig Lob zu verteilen. Einmal an den Schiedsrichter, der eine blitzsaubere Partie pfeift und ein flüssiges Spiel zulässt und zweitens an die Mainzer Innenverteidigung die so gut gegen Gladbachs Flanken verteidigt wie keine andere Mannschaft in dieser Saison.

21.31 Uhr: Der Schwung der ersten Halbzeit ist weitgehend dahin. Mainz zieht sich in der Defensive weit zurück und Gladbach spielt in Handball-Manier um den Strafraum rum, wo Friend, Neuville und Rösler auf Flanken lauern. Leider ist das lange nicht mehr so erfolgversprechend wie vor der Pause.

21.22 Uhr: Der Auftakt der zweiten Halbzeit war ein erfolgloses Flankenfestival der Gladbacher – hier entstand aber viel aus Verlegenheit. Die erste richtige Chance hatte Mainz in Person des Torschützen Borja. Der kann den Ball in Bedrägnis aus kurzer Distanz aber nicht platzieren und spitzelt ihn genau in die Arme von Heimeroth.

21.02 Uhr: Halbzeit. Für mich eines der besten Spiele dieser Zweitliga-Saison. Über 45 Minuten ein Mordstempo auf hohem taktischen Niveau. Trotz einem extrem engen Mittelfeld gibt es viele Torchancen. Gladbach kann sich nichts vorwerfen. Das Gegentor kann so fallen. Wenn in der Situation ein Fehler zu verorten war, dann beim zweiten Ball, als Karhan in aller Seelenruhe die Anspielstation aussuchen konnte. Vorne fehlt bisher einfach das Glück.

20.56 Uhr: Trotz sehr enger Räume kommt Gladbach immer wieder zu Flanken und damit zu Gelegenheiten. Eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis es hinter Ischdonat einschlägt. Zuletzt hatte Friend die Kopfballchance. Mainz seit fünf Minuten in Unterzahl, weil Noveski am Spielfeldrand an der Nasenseite genäht wird.

20.50 Uhr: Bittere Auswechslung bei Mönchengladbach. Paauwe muss den Platz verlassen, nachdem er dreimal richtig auf die Socken bekommen hat. Für ihn kommt Polanski.

20.42 Uhr: Die nächste 100-prozentige für Gladbach. Rösler kommt nach Traumflanke von Ndjeng aus sieben Metern aus vollem Lauf völlig ungehindert zum Kopfball – eine Situation die der Regisseur in neun von zehn Fällen nutzt. Dieses war leider der zehnte.

20.38 Uhr: Riesen-Chance für Gladbach. Nach einer Flanke versucht schlägt Coulibaly fünf Meter vor dem Tor ein Luftloch, trifft den Ball aber immerhin so, dass er parallel zur Torlinie zu Paauwe trudelt, der bereits in Rücklage die Kirsche über das Tor wichst und sich dabei beinahe verletzt. Langsam gerät Mainz unter Beschuss.

20.34 Uhr: Mainz kommt kaum noch in die Offensive, spielt aber im Mittelfeld ein ungeheuer intensives Pressing. Selten kann sich Gladbach dadurch kombinieren und muss stattdessen oft den langen Ball auf Friend probieren. Das Niveau würde manchem Bundesliga-Spiel gut zu Gesicht stehen.

20.25 Uhr: Das Spiel hat ein hohes Tempo aufgenommen. Nach einer zweiten guten Standard-Chance von Mainz setzt nun Gladbach Duftmarken. Mainz stoppt die Borussia frühzeitig durch Fouls, so dass sich auch auf dieser Seite Gefahr aus ruhenden Bällen entwickelt.

20.18 Uhr: Tor für Mainz! 0:1 durch Borja. Freistoß von der linken Seite. Ein halbgarer Befreiungsversuch landet bei Karhan, der viel Zeit hat und aus zentraler Position den Ball in den Strafraum lupft. Borja der anders als seine Nebenleute nicht im aktiven Abseits steht bekommt den Ball und schiebt ihn ins lange Eck. Gladbachs Abwehr hat sich bei der Abseitsfalle eindeutig verzockt.

20.15 Uhr: Die Aufstellungen: Bei Gladbach steht bis auf Browuers die Erfolgself der Hinrunde mit der Coulibaly-Variante auf links auf dem Platz . Einzige Überraschung: Gohouri erhält den Vorzug vor Kleine.

Heimeroth – Voigt, Daems, Gohouri, Levels – Paauwe, Coulibaly, Ndjeng, Rösler – Neuville Friend

Bei Mainz prägen einige Ausfälle das Bild der Mannschaft. Vor allem Gunkel wird schmerzlich vermisst.

Ischdonat – Rose, Noveski, Subotic, Hoogland – Gaghfous, Pekovic, Vrancic, Karhan – Boakye, Baljak.

20.00 Uhr: Gladbach gegen Mainz ist wohl das Spiel, von dem ich mir fußballerisch in dieser Saison am meisten erwarte und wird von der Kribbel-Intensität nur noch vom Derby gegen Köln getoppt. Nach der Hinrunden-Schmach und den einigermaßen verpatzten Rückrunden-Auftakt gilt es heute einiges wettzumachen. Dass ich uneingeschränkt optimistisch bin, kann ich nicht behaupten. Das wird sicher ein ganz knappe Kiste.

Im Vorfeld wird im DSF ein obskure Meldung diskutiert, wonach Jürgen Klopp einen Vorvertrag bei Red Bull Salzburg unterschrieben haben soll. Interview-Gast Benjamin Auer kann sich das Lachen nicht verkneifen, so unwahrscheinlich scheint ihm diese Konstellation und mir geht es nicht anders. Wieso sollte sich ein Man, der in Deutschland Optionen wie kein anderer Coach hat, so etwas antun? Zwar sind die Posten bei den Top-Clubs Bayern und Bremen scheinbar langfristig besetzt, aber auch der HSV oder – je nach weiterem Saisonverlauf – Schalke sind nicht zu verachten.

Aber zurück zum Spiel. Bei Gladbach dürften die Köpfe ordentlich durchgeföhnt worden sein und eventuelle Anwandlungen von Überheblichkeit der Vergangenheit angehören. Oder wie Luhukay am Premiere-Mikro sagt: Die Mannschaft muss die Rückschläge der letzten Wochen “in Positivismus umsetzen.” Eine Führung wird, soviel wage ich zu prognostizieren, wird jedenfalls nicht mehr als Ruhepolster herhalten.

Jürgen Klopp selbst gibt übrigens keinen Kommentar zu den Grüchten um sein Person zu Protokoll, sondern kündigt an, mit einem Punkt nicht zufrieden sein zu wollen.

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7 Responses to “Live-Blogging: Gladbach – Mainz”

  1. Trainer Baade on Februar 18, 2008 20:33

    Einen Hinweis vorher am Tage, ob Du livebloggen wirst oder nicht, fände ich sinnvoll.

  2. Dülp on Februar 18, 2008 20:36

    Wenn ich das immer so genau wüsste…

    Aber klar, ist in der Regel kein Problem. Gladbach-Spiele blogge ich in dieser Saison zu 80 Prozent, also ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch.

  3. O-Jay on Februar 18, 2008 21:56

    Ach komm, spontan kommt das doch am besten ;-)

  4. O-Jay on Februar 18, 2008 21:59

    Ich informiere mich gerade hier exklusiv über den Spielverlauf ohne irgendwo anders reingeschaut zu haben. Well done, Dülp. Aber was ist mit der Borussia los? Kommt jetzt endgültig der große Einbruch?

  5. Dülp on Februar 18, 2008 22:37

    Der große Einbruch? Ich hoffe, den haben wir hinter uns mit vier Spielen ohne Sieg. In den drei Spielen der Rückrunde war klar zu erkennen: Von der Klasse her hat sich nichts geändert. In den ersten beiden Spielen war Überheblichkeit der entscheidende Faktor. Man hatte den Sieg eigentlich schon im Sack und hat ihn dann völlig überflüssig hergeschenkt. Heute hat die Mannschaft Fußball gespielt, den in der zweiten Liga nur zwei, drei Mannschaften in der Lage sind zu spielen.

    Von daher habe ich noch keine echte Sorge. Was mich allerdings echt nervt: Gladbach könnte ohne diese Unzulänglichkeiten jetzt zehn Punkte Vorsprung auf Platz vier haben. So wird es kein Selbstläufer mehr, sondern ein echter Kampf. Die Mittel sind vorhanden.

  6. O-Jay on Februar 18, 2008 22:39

    “Man hatte den Sieg eigentlich schon im Sack und hat ihn dann völlig überflüssig hergeschenkt.” Kenne ich irgendwo her und liegt gerade einmal drei Tage zurück …

  7. Trainer Baade on Februar 19, 2008 20:03

    @O-Jay Mag ja sein, dass spontan schöner ist, nur kommen dann evtl. weniger Leute lesen, und weniger Leute bedeuten weniger Kommentare und weniger “Diskussion” und weniger Aufmerksamkeit. Und ein livebloggen lebt auch von der Diskussion, meine ich.

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