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Live-Blogging: Augsburg – Gladbach

März 7th, 2008

19.42: Ich neige selten dazu, bereits in der 84. Minute ein Fazit zu schreiben, aber heute kann man das getrost machen. Augsburg hat mich arg enttäuscht. Da war heute nichts von Ambition zu spüren. Von Beginn an ging es der Loose-Truppe nur darum, Gegentore zu vermeiden. Nach der Gladbacher Führung gelang es dem FCA nicht, im Kopf den Schalter umzulegen. Taktisch war keine Änderung zu erkennen, die Mannschaft ergab sich in ihr Schicksal.

Gladbach hat an die Spielweise der Hinrunde angeknüpft. Nicht haushoch, aber immer den entscheidenden Tick überlegen und vor allem konsequent in der Chancenverwertung. Im Gegensatz zu den ersten Spielen der Rückrunde hat das Team im zweiten Spiel in Folge nicht die Linie verloren, sondern konzentriert zuende gespielt. Tatsächlich war Gladbach stets dem 3:0 näher als Augsburg dem Anschlusstreffer – ohne Torchance kann man kein Tor erzielen. Ein guter Auftakt für einen wichtigen Monat, der mit ein bisschen Glück ohne Gegenpunkt enden könnte.

19.38: Gladbach ist mit dem Ergebnis zufrieden. Für Stürmer Neuville kommt Voigt als defensives Mittelfeld.

19.36: Lattenknaller von Hdiouad. Es war klar: Wenn was geht beim FCA, dann mit Distanzschüssen. Das war einer der besseren.

19.31: Rösler verlässt den Platz, für ihn kommt Coulibaly. Rösler ging angeschlagen ins Spiel, von daher ein logischer Wechsel. Augsburg spielt trotz des Rückstandes immer noch mit einem Stift in der Bux (für Nicht-Niederrheiner: mit den Hosen voll). Kein Forechecking, kein Pressing, keine Gefahr.

19.25: Elfmeterreife Situation an der Gladbacher Außenlinie. Bögelund foult seinen Gegenspieler völlig unsinnig und unnötig, doch Gagelmann gibt Abstoß. Mehr als diskussionswürdig.

19.23: Großes Kino. Gladbach hat ca. 50 Ballkontakte, ohne dass Augsburg annähernd an den Ball kommt. So souverän kanns weitergehen.

19.15: TOOOOR für Gladbach. Rob Friend aus dem Nichts. Marin dribbelt am 16er vor der massiven Abwehr, legt den Ball auf Rösler, der einen kurzen Steilpass auf Friend spielt. Friend macht kurzen Prozess, nimmt den Ball an, dreht sich und zieht ab. Der Ball schlägt halbhoch in der rechten Ecke ein.

Gerade wollte ich von gepflegter Langeweile schreiben, denn bisher war in der zweiten Halbzeit so gar nichts passiert. Loose hatte gerade erkannt, dass in der Startaufstellung nichts geht, einen Doppelwechsel vorgenommen, unter anderem Ledezma für Luz gebracht, um dann sofort den zweiten Treffer zu kassieren. Ich würde behaupten, das Drops ist gelutscht.

19.00: Ab in die zweite Halbzeit. Ein Manko bei Gladbach ist die fehlende Alternative auf der rechten Seite. Ndjeng hätte langsam eine Ruhepause verdient. Aber kein echter Flügelspieler kann ihn vertreten. Marin könnte nach rechts ausweichen, Touma wohl auch. Aber Ndjeng hat wohl einen Bonus ob seiner potentiell brandgefährlichen Standards – die in den letzten Spielen leider nicht mehr brandgefährlich sind.

18.45: In der Schlussminute hat Augsburg die beste Chance durch Luz. Nach einem Steilpass wichst der ehemalige Paulianer den Ball aus gut 25 Metern fünf Meter neben den Pfosten. Das sagt eigentlich alles über die Gefährlichkeit des FCA.

18.39: Marin wurde in den letzten Wochen gerne vorgeworfen, zu leicht zu fallen. Wenn ich mir das heutige Spiel anschaue, dann festigt sich mein Eindruck, dass der Junge einfach einen extrem schweren Stand hat. Seine Spielweise provoziert ständig Fouls und mit der Statur eines C-Jugendlichen fliegt er einfach bei jedem robusten Körpereinsatz weg, ohne dass er es verhindern könnte.

18.35: Nach viel Magerkost ein kleiner Lichtblick: Marin spielt an der Torauslinie Möhrle auf dem Bierdeckel schwindelig, schlägt einen Haken und versucht einen Abschluss, der allerdings mit harmlos noch milde umschrieben ist. Ndjeng hat sein Spiel derweil in die Zentrale verlegt, weswegen die rechte Gladbacher Seite weitgehend verwaist ist.

18.26: Gladbach versucht den Vorsprung zu verwalten, hat sich zurückgezogen aber kommt auch nicht zu ordentlichen Kontern. Augsbrug hat nicht die Mittel, die Borussen-Abwehr auszuhebeln und strahlt höchstens bei Standards Gefahr aus. Ein mäßiges Gekicke also. Enttäuschend bisher: die rechte Gladbacher Seite, wo Ndjeng seit Wochen seiner Form der Hinrunde hinterher rennt und heute ganz blass bleibt.

18.12: Im direkten Gegenzug fast der Ausgleich. Der unglaublich große Benschneider kommt nach Flanke zum Kopfball, verzieht aber kläglich. Der hätte aufs Tor kommen müssen. Wenn man der Statistik glauben darf, war der Gladbacher Treffer die halbe Miete, weil Augsburg seit zwei Jahren nach einem 0:1 nicht mehr gewonnen hat. So ähnlich sieht Ralf Looses Minenspiel auch aus.

18.10: TOOOOR für Gladbach. Nach herrlicher Flanke Marin köpft Rösler aus fünf Metern ein. Und zwar mit schönem Gruß an die Augsburger Abwehr, die eine Abseitsfalle versuchte und dadurch drei Gladbacher mutterseelenalleine vor Neuhaus ließ.

Bis zu diesem Zeitpunkt war nichts passiert. Das Spiel hielt sich im Mittelfeld auf, Pässe auf die Sturmspitzen blieben stets in den Viererketten hängen.

18.07: Erste Chance für Gladbach. Marin dribbelt ans Strafraumeck und tickt den Ball Rob Friend in den Lauf. Die Distanz ist zu kurz, um den Torwart zu überwinden.

18.02: Ich verdränge ganz gerne, über welch großes Stadion der FCA verfügt. Von der Optik her erinnern die Ränge an den Bökelberg – steil, alt, orange Treppen. Nur die Laufbahn passt nicht ins Bild.

17.58: Die Aufstellungen bringen nur eine Überraschung. Ralf Loose bringt Luz statt Diabang.

Heimeroth – Daems, Gohouri, Brouwers, Bögelund – Marin, Paauwe, Rösler, Ndjeng – Neuville, Friend

Neuhaus – Möhrle, Hertzsch, Benschneider, Wenzel – Kern, da Costa, Hdiouad, Müller – Luz Thurk

17.42: Die Abgesänge auf Kaiserslautern haben in der letzten Woche wohl erst so richtig angefangen. In den Medien scheint angekommen zu sein, dass es nicht mehr eine vorübergehende Schwächephase ist, sondern dass fünf Punkte Rückstand verdammt schwer aufzuholen sind. Auf Premiere startet der Spieltag mit ausführlichen Krisenberichten, die insofern sehenswert sind, als viele Fans zu Wort kommen, aber abseits alkoholgeschwängerter Stammtischparolen. Nachdenkliche Statements, die in die Anhängerseele blicken und einen Hauch von Kapitulation erkennen lassen.Aber zurück zum eigentlichen Spiel. In Gladbach hat nach einem Zwischentief der Sieg gegen Aue wieder Optimismus einkehren lassen – zum Glück ohne den Überschwang des Hinrundenendes. Obwohl die gute Leistung der Vorwoche am allerwenigsten an ihnen gelegen hat, dürfen wohl Bögelund und Daems erneut auf den Außenverteidigerpositionen spiel. Dafür bleiben Voigt und Levels auf der Bank. Diese Personalentscheidung lag wohl weniger daran, dass die beiden in den ersten Spielen der Rückrunde explizit negativ herausgeragt haben, sondern dass Luhukay etwas ändern musste. Und da boten sich diese Positionen an, weil durch einen Wechsel dort keinerlei Qualitätsverlust drohte. Von den individuellen Fähigkeiten nehmen sich die vier Spieler nichts, alleine die Tagesform oder die Psycholgie entscheidet darüber, wer der Borussia am besten helfen kann.

Der Gegner aus Augsburg hat eine wechselhafte Saison gespielt. Auch nach dem frühen Trainerwechsel hat sich trotz eines kurzen Zwischenhochs keine merkliche Besserung eingestellt. Auf dem Papier steht eine überdurchschnittliche Zweitligamannschaft mit einer äußerst erfahrenen Abwehr, einem an guten Tagen brandgefährlichen Sturm aber Defiziten im Mittelfeld. Einzig Hdiouad erfüllt dort höhere Ansprüche.

Von der Borussia dürfte eine solide Leistung zu erwarten sein. Wie das Spiel ausgeht hängt von der Augsburger Tagesform ab. An einem guten Tag könnte der FC drei Punkte holen, an einem schlechten 0:4 verlieren. Ich hoffe auf ein 3:1 für Gladbach, bin aber innerlich auf ein torreiches Remis eingestellt.

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