Gladbach – Berlin: Eine Frage der Taktik

September 18th, 2008

Gladbach hat nach dem bitteren und in der Höhe abstrusen 1:5 in Hannover einiges gut zu machen. Mit Berlin kommt nun ein Gegner in den Borussia-Park, der bisher ebenfalls keine eindeutige Tendenz erkennen lässt. Bei beiden Mannschaften scheint es mir so, als wären die Mängel deutlich zu erkennen und abzustellen. Am Samstag wird es darauf ankommen, welcher Trainer die besseren Lehren aus den bisherigen Spielen gezogen hat.


Luhukay sucht immer noch seine Formation und kann sich nur eines sicher sein: Im letzten Spiel hat er sie nicht gefunden. Das System muss er umstellen. Im 4-5-1 produziert Gladbach kaum Chancen, ohne dabei in der Defensive sicher zu sein. Eigentlich muss ein zweiter Stürmer her. Als Alternative kann nur das 3-4-3 vom Bremen-Spiel gelten. Neuville ist wieder fit, deshalb drängt sich ein Zweier-Sturm mit ihm und Friend auf. Angesichts der desolaten Abwehrvorstellung sollte Gladbach versuchen, den Berlinern wenig Raum zum Kontern zu bieten. Optimal wäre ein frühes Tor und anschließend ein kompaktes Stellungsspiel.


Bei Berlin sieht es nicht anders aus. Während die Offensive ordentlich funktioniert hat, schoss die Abwehr übelste Böcke, angeführt von von Bergen, der gegen Bayern gleich zwei Elfmeter verursachte und bei Felix bereits Hyperventilation verursacht hat.


Gegen Bielefeld zeigte die Hertha, dass sie mit einer extrem defensiv stehenden Mannschaft nicht zurecht kommt.  Hingegen kam eine Mannschaft wie Frankfurt, die mit begrenzten Mitteln den eigenen Erfolg sucht, der Spielweise entgegen. Auch gegen Wolfsburg bewies Hertha, dass sie Räume zu nutzen weiß und in der Offensive unberechenbar ist.


Die Ausleihe von Voronin brachte Favre nicht nur einen absolut herausragenden Spieler, sondern auch ungeahnte taktische Möglichkeiten. Spielte Hertha zuvor ein 4-5-1, sollte nun ein 4-4-2 das Mittel der Wahl sein. Gerüchteweise hörte ich, dass die Gladbacher Kurve gegen Voronin mobil machen will, angeblich weil er sich vor einem Jahrzehnt nicht anständig aus Gladbach verabschiedet hat. Dazu muss man sagen, dass Voronin seinerzeit kaum einen Einsatz bei den Profis hatte und eine ganz kleine Nummer war. Albern also.


Gegen Bayern zeigte Hertha, das sie gegen eine technisch starke und rochierende Offensive Probleme hat. Dies sollte Gladbach ausnutzen und Matmour, Marin und Neuville in Szene setzen. Das aber aus einer tief gestaffelten Aufstellung. Spielt Gladbach Halali, wird Berlin die im Moment zwangsläufigen Stellungsfehler böse bestrafen.


Wenn ich mir in einem Punkt sicher bin, dann, dass es kein 0:0 geben wird. Holt Gladbach drei Punkte, dann ist die Bilanz nach den ersten fünf Spielen im Soll und die Diskussionen ersticken erneut, wie nach dem Bremen-Spiel, im Keim. Sollte Berlin gewinnen – unter Umständen sogar hoch -  gibt es Zunder für die sportliche Führung. Ich werde vor Ort sein und hoffentlich einige Tore bejubeln können.

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