Deutsche Hausmannskost in Asien
Der Asiate an sich ist schmerzfrei. Das weiß man spätestens seit Kamikaze-Flieger in amerikanische Flugzeugträger eingeschlagen sind und Charlie der Napalm-Hölle entronnen ist. Doch so schmerzfrei, wie die DFL glaubt, ist er dann doch nicht.
Jedenfalls grenzt die Ankündigung, den fernöstlichen Markt aufrollen zu wollen an Chuzpe, wenn man anschließend Arminia Bielefeld und Energie Cottbus auf Werbe-Tournee schickt. Die Erfolgsaussichten sind ähnlich gut wie sie bei einem Versuch wären, Chinesen und Indern die Vorzüge heimischer Küche mit gebratenem Flönz und Sauren Bohnen nahezubringen. Es gibt einfach Dinge, an denen können sich nur deutsche Seelen delektieren. Und selbst von denen nur sehr wenige.
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6 Responses to “Deutsche Hausmannskost in Asien”


Nicht zu vergessen: Der BVB ist bald “big in Indonesia”!
Hey, hey—saure Bohnen mit Pannas un Irpeln sind mein Leibgericht …
Das mit Cottbus ist nicht ganz so abwegig, weil da ja mit Jiayi Shao der einzige (immer noch?) chinesische Bundesligaprofi spielt.
Das Schlimme ist ja: Selbst diese drei “Aushängeschilder” machen das nur, weil 15 andere Vereine die besseren Ausreden hatten. Also wird der gemeine Chinese die B-Elf von Cottbus zu sehen bekommen… Riesen-PR!
Manchmal hat man ja das Gefühl, dass Vereine chinesische Spieler nur holen, damit in deren Heimat gefühlte 10 Millionen Zuschauer die Spiele live verfolgen. Hatte nicht 1860 kurzzeitig die Internetseite auch in mandarin angeboten, als Shao dort spielte?
Was ich mich immer frage: Ist ja schön, das dann plötzlich 10 Millionen Menschen deine Spiele im Netz kucken, wenn du einen Chinesen verpflichtest. Aber ist da nicht ein ganz schon gewaltiger, nunja, Streuverlust?
Oder haben Lübzer Pils, Vattenfall oder die Sparkasse Spree-Neisse irgendetwas davon? Und ein Konzern wie Coca Cola (die erwähnten vier Firmen sind aktuelle Sponsoren von Energie) wird über die Verbreitung wohl nur müde lächeln.
Naja, wenn Shaos erster deutscher Verein ‘Phoenix InfoNews’ oder so als Sponsor (seines Webauftritts) gewinnt, werden wir es wissen.
Genauso bekloppt ist doch das Merchandise-Argument. Mal ehrlich: entweder, mein in die Fremde gezogener Liebling kann einer tollen Mannschaft auch wirklich weiterhelfen, wird dort zum Star, ich empfinde langsam auch Sympathie für den fremden Verein, dann kaufe ich mir vielleicht auch mal ein Trikot des Vereins mit seinem Namen drauf. Vielleicht.
In aller Regel jedoch wird der Fan doch wohl ein entsprechendes Nationaltrikot kaufen. Oder hat irgendjemand irgendjemanden mit einem Chelsea-Trikot von Michael Ballack rumlaufen sehen?