google
yahoo
bing

Bundesliga-Blog USA

Januar 25th, 2009

Mich treibt es ja beinahe jedes Jahr in die USA, deshalb weiß, dass auch dort die Bundesliga geschaut wird. Viele Spiele laufen sogar live, was mit schon das ein oder andere Mal den Arsch gerettet hat. Mittlerweile, und das ist bisher an mir vorbei gegangen, wird dort auch über die Bundesliga gebloggt. Und zwar ambitioniert.


Dank eines Backlinks bin ich auf bundesligatalk.com aufmerksam geworden und werde mir das Geschehen dort etwas näher anschauen.

Druckversion Druckversion

Überflüssiger Artenschutz für Hopp – aber was ist die Konsequenz?

September 24th, 2008

Mit der freien Meinungsäußerung ist es ja so eine Sache. Sobald es ungemütlich wird, halten manche Menschen nicht mehr viel von ihr. Der DFB hat eine “Lex Hopp” erlassen, nach der “Pöbeleien” gegen den Mäzen künftig auch sportgerichtlich geahndet werden können.

Klar, sobald es in den Bereich der körperlichen Bedrohung geht – und so kann man angesichts der Bescheuerten, die in einem Fußballstadion rumlaufen, ein Plakat mit einem Fadenkreuz interpretieren – muss man handeln.

Aber dazu braucht man keine Sonderregelung. Das kann man in den vorhandenen Strukturen angemessen verfolgen. Der DFB kann weiterhin mantraartig Fairniss einfordern. Nur wird es sie nicht geben. Und zwar mit Recht. Jeder Anhänger hat das Recht, seinen Unmut über Entwicklungen im professionellen Fußball lautstark kund zu tun. Egal ob sich der Protest auf eine Person fixiert und egal ob berechtigt oder nicht.

Dass dies deftig artikuliert wir, hat durchaus etwas mit der Fankultur zu tun. Im Optimalfall erreicht der DFB, dass die Gesänge ein wenig abgemildert werden. An der Sache ändert sich nichts. Nur würde ich gerne wissen, welche Sanktion ein Sportgericht verhängen könnte und gegen wen sich diese richtet. Gehe ich recht in der Annahme, dass sich eine Strafe nur gegen den Verein richten kann, da die Zuschauer nicht der Sportgerichtsbarkeit unterliegen?

Druckversion Druckversion

Zurück von der ZDF-Seebühne – Ein Erfahrungsbericht

Juni 24th, 2008

Am Wochenende wollte ich ein wenig EM-Luft schnuppern. Das ZDF hat mit der Bregenzer Seebühne einen aus deutscher Sicht unschlagbaren Standort für sein Fussball-Stadl gefunden. Leider ist die geographische Lage einer der größten Nachteile der Veranstaltung. Denn es unterscheidet sich in keiner Weise von einem beliebigen Public-Viewing in Deutschland. Von 5.000 Zuschauern sind 4.800 Deutsche. Klein-Mallorca.

Im Gegensatz zu Mallorca weiß man kurz hinter der deutsch-österreichischen Grenze den Touristen-Ansturm nicht auszunutzen. Eine Stunde nach Spielende werden die Bürgersteige hochgeklappt und die komplette Innenstadt macht dicht. Der das Aftergame-Bier suchende Fan fühlt sich ein wenig verarscht. Eine geeignete Party bietet ziemlich exklusiv das ZDF unweit des Übertragungsorts an. Angesichts der Abzocker-Preise, die bereits in der Seebühne verlangt werden – ca. 30% über dem, was man in einem Bundesliga-Stadion zahlt – habe ich mir das allerdings geschenkt.

Die Übertragung des Spiels an sich lief etwa genau so ab, wie man es vermuten würde. Vor der Bühne verteilt das ZDF reichlich Material, mit dem man in der ein oder anderen Weise Radau machen kann. Vor der Übertragung hüpft ein Einheizer vor den Tribünen rum und macht die Menge heiß. Die Protagonisten Kerner, Kloppo, Urs betreten ca. eine Minute vor Beginn der Übertragung die Bühne. Von der Moderation ist dank den 3.000 verteilten Rasseln wenig bis gar nicht zu hören. Auffällig: Während JBK konzentriert auf und ab wandert, guckt Klopp gut gelaunt in die Menge, genießt offensichtlich die Stimmung und klopft im Takt von “Viva Colonia” das Mikro gegen seinen Oberschenkel. Nach der Moderation, kaum ist das Spiel angepfiffen, verschwindet das Trio Richtung VIP-Raum.

Nach dem Spiel leert sich die Seebühne rasend schnell. Obwohl ausverkauft, muss es im Fernsehen mal wieder nach einem sehr mäßigen Besuch ausgesehen haben. Die Höllander sind sowieso längst weg, hinter mir feiern fünf Russen. Nach dem unfreiwillig kurzen Abstecher in die Altstadt gibts noch zwei Flaschen Bier auf der Seepromenade. Das wars. Auch wenn der Tipp vielleicht ein wenig spät kommt: Wer internationale EM-Stimmung genießen möchte, sollte lieber in einen Austragungsort fahren. Bregenz ist was für EM-Piefkes.

Druckversion Druckversion

Konkurrenz für Fortuna Köln: Noch ein Club der Fans

Juni 17th, 2008

Einen Profi-Fussballverein graswurzelmäßig zu übernehmen scheint ein Trend zu werden. Nach deinfussballclub.de hat nun auch unser-fussball-club.de Ambitionen angemeldet. Nun scheinen die Betreiber eine gesunde Portion Optimismus mitzubringen. Denn deinfussballclub.de konnte trotz monatelanger Arbeit, dem Aushängeschild Sönke Wortmann und der mit viel Brimborium angekündigten Fokussierung auf Fortuna Köln bisher nicht mehr als gut 6.000 der notwendigen 30.000 Mitglieder gewinnen.

Unser-fussball-club.de ist  gerade mal einen Monat online und obendrein 10 Euro Mitgliedsbeitrag  und 10 Euro Verwaltungsgebühr, insgesamt also 20 Euro teurer als die Konkurrenz. Erinnert mich irgendwie an den Film “Beim ersten Mal”, in dem ein paar zugekiffte Abhänger eine Internetseite aufbauen wollen, auf der man nachlesen kann, in welchen Filmen welche prominente Schauspielerin eine Nacktszene hat. Nachdem sie sich zwei Jahre lang täglich sieben bis 15 Videos reingezogen haben, erfahren Sie zufällig von Mr. Skin.

Aber egal. Die Jungs von unser-fussball-club.de haben mir einen hübschen kleinen Fußball geschickt haben, weshalb ich hiermit die Werbetrommel für sie rühre.

Druckversion Druckversion

Zurück aus der EM-freien Zone, Teil 2

Juni 14th, 2008

Ohne Zweifel: In den USA ist Soccer immer noch nicht angekommen. Es ist wie mit Badminton oder Volleyball hierzulande: Die Leute spielen es, aber sie wollen nicht zuschauen. Immerhin versuchen die Sender, allen voran ESPN, den Sport voranzubringen. Alle Spiele werden live übertragen – leider sehr sachlich, ohne die Leidenschaft rüberzubringen. Dabei sollte gerade das Nationalstolz-Moment den Amerikanern gut gefallen. ESPN2 hat für die EM schottische (!) Journalisten verpflichtet, was aufgrund des Dialekts bei der Bevölkerung einiges Schmunzeln hervorruft. Sowohl im Studio als auch beim Live-Kommentar muss man als Nicht-Native-Speaker arg konzentrieren, um den Ausführungen folgen zu können.

Das Bild der Übertragung rund ums Spiel unterscheidet sich deutlich von den deutschen Gepflogenheiten und knüpft an die sonstige Sportberichterstattung an. Im Studio reden vor und nach dem Spiel drei Experten in einer tagesthemenartigen Kulisse. Während beim Football mindestens drei Hall-of-Fame-Spieler daran teilnehmen, sitzen beim Soccer neben dem Moderator ein ältlicher schottischer Journalist und Julie Foudy, eine der besten Frauenfußballerinnen der letzte Jahren. Also etwa so, als würde JBK Hacki Wimmer und Steffi Jones an seiner Seite hätte.

Interessieren tun sich für das Geschehen nur die Randgruppen. WASPs bleiben bei Football und Baseball. Das Spiel Portugal – Tschechien habe ich am Flughafen Charlotte, North Carolina verfolgt. Neben mir: Latino-Kinder mit einer großen Euphorie für Portugal (btw. für Christiano Ronaldo, der er anscheinend zum Weltstar gebracht hat) und Mitarbeiter der mexikanischen und chinesischen Imbissbuden, die gerade Mittagspause machten.

Für die EM ist es eine denkbar schlechte Zeit in den USA. Denn just zum Auftakt starteten die NHL- und die NBA-Finals. Ganz groß im Kurs: Eishockey. Zumindest in Pittsburgh, wo ich geurlaubt habe. Der erst 20-jährige Kapitän der Pens, Sidney Crosby, ist bereits sowas wie ein Monument. Wo immer man in Pittsburgh hinkommt gibt es Trikots, T-Shirts und Kappen mit seiner Nummer 87. Den Rest des Landes, außer Detroit und Pittsburgh, halten die Basketball-Endspiele in Atem. Denn dort treffen mit den Lakers und den lange leidenden Celtics die beiden traditionsreichsten Teams aufeinander.  Als neutraler Beobachter würde ich sagen, dass Boston in letzter Zeit ein wenig verwöhnt wurde, was die sportlichen Resultate der einheimischen Teams anbetrifft. Deshalb: Go Lakers.

Apropos amerikanischer Sport:  Für Football-Interessierte sollte das Saison-Heft der Sports Illustrated Pflichtprogramm sein. Großartiger Journalismus, von dem sich Kicker und Co in Sachen Analyse der Kader eine dicke Scheiber abschneiden können.

Druckversion Druckversion

Gladbacher Ultras aufgelöst – weil Kölner die Fahne geklaut haben

März 25th, 2008

Man muss sich schon ein wenig mit den Sitten und Gebräuchen der Ultras beschäftigen, um die Nachricht der Selbstauflösung der Ultras MG nachvollziehen zu können. Im Kurzform: Die Zaunfahne einer Gruppe ist für die Mitglieder nicht Staffage, sondern Daseinsberechtigung. Wird sie von rivalisierenden Ultras erobert, hat sich die Gruppe auszulösen.

Genau dies ist in Mönchengladbach passiert und nicht irgendwer, sondern die Kölner “Wilde Horde” zeichnet sich für die Aktion verantwortlich. Zwar ging der Besitz des guten Stücks nicht “ehrenhaft” im Kampf über, sondern wurde heimlich geklaut. Doch ist dies den Betroffenen wohl ähnlich peinlich. Denn die Täter waren – nach eigener Aussage der Ultras MG - drei knapp 15-jährige Jungs, die sich mit gefälschten Mitgliedsausweisen Zutritt zu den Fanräumlichkeiten im Borussia-Park verschafften.

Nun ist nicht nur die Freude auf Kölner Seite groß. Auch größere Teile der Gladbacher Anhängerschaft finden es alles andere als schade, dass der Megaphon-Mann für’s Erste der Vergangenheit angehört und halten den Rest der Geschichte  für Kindergarten . Oder wie es der Forumspräsident des Fohlen-Stammtischs formulierte: “Wenn ich gewußt hätte, dass die Ultras so leicht aufzulösen sind, hätt ich schon vor 6 Jahren die Fahne geklaut.”

Druckversion Druckversion

    Ciao

    Twitter
    Counter
    Bolzplatz im Abo