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Enttäuschung gegen Berlin, Desaster in Cottbus – es brennt!

September 23rd, 2008

Langsam wird mir mulmig. Wenn ich mit einer inneren 100-prozentigen Sicherheit eine desolate Niederlage in Cottbus voraussagen kann, nur aufgrund der Aufstellung, dann stimmt irgendetwas hinten und vorne nicht im Hause Borussia Mönchengladbach.

Ich sah bei kicker.de eine Formation, in der Oliver Neuville die einzige Sturmspitze bildete. In der erneut kein Stein auf dem anderen geblieben war gegenüber der letzten Partie weil Luhukay auf fünf Positionen gewechselt hatte. Er bot eine Sturmspitze gegen eine völlig verunsicherte und offensiv in der bisherigen Saison nicht vorhandene Cottbusser Mannschaft auf.

Mit einer solchen Aufstellung baut man eine Mannschaft nicht auf. Man zeigt ihr, dass man selbst gegen die ungefährlichste Mannschaft der Liga den Stift in der Hose hat.

Ich muss Luhukay zugestehen, angesichts der Abwehrleistung gegen Berlin durfte man absolut zurecht Zweifel haben, ob das selbst gegen den schlechtesten Sturm im professionellen Fußball reichen kann. Aber dieses Problem löst man nicht, indem man die Offensive blank zieht. Denn die hatte es immerhin geschafft, den Ball fast über das gesamte Spiel außerhalb der Gefahrenzone zu halten und Berlin fast nie zur Entfaltung kommen zu lassen.

Obwohl Gladbach gegen Berlin gefühlte 80 Prozent Ballbesitz hatte, brannte es deutlich häufiger in der eigenen Abwehr als am gegnerischen Sechszehner. Es war ein obskures Stellungsspiel der Defensivabteilung, das das Berliner Tor erlaubte und der Hertha-Taktik damit voll in die Karten spielte. Der Berliner Beton mit zehn Spielern tief in der eigenen Hälfte war nach dem Führungstreffer schwer zu knacken. Dennoch müssen mehr Torchancen herausspringen, wenn man 60 Minuten auf ein Tor spielt. Da können auch zwei Pfostentreffer nicht als Ausrede gelten.

Ähnlich kurios wie am Samstag war die heutige Vorstellung der Defensive. Cottbus erzielte drei Tore ohne eine einzige Chance aus dem Spiel heraus. Drei Elfmeter zeugen von einer tiefen Verunsicherung des Abwehrverbunds. Und von mangelnder individueller Klasse.

Inwieweit Luhukay für diese Verunsicherung verantwortlich ist, wird in den nächsten Tagen ausreichend im Boulevard diskutiert. Zweifellos lässt er keine Gelegenheit aus, sich angreifbar zu machen. Er lässt keine, aber auch gar keine Linie erkennen, rotiert als ob er in Champions League und Uefa-Cup gleichzeitig vertreten wäre, setzt seinen besten Stürmer auf die Bank, lässt ein 4-5-1 mit einem Neuville spielen, der denkbar ungeeignet ist, als Stoßspitze lange Bälle abzulegen und Flanken zu verwerten und befördert nach Belieben Spieler aus der Stammformation auf die Tribüne und umgekehrt. Ich kann mich an keinen Bundesligatrainer erinnern, der ein ähnlich fahriges Konzept verfolgt hat. Es kann mit viel gutem Willen dahin interpretiert werden, dass er 17 Spieler als gleichwertig betrachtet und jeweils die seiner Ansicht nach auf den Gegner passendste Elf auf den Rasen schickt.

Ich tue mich im Moment sehr schwer damit, optimistisch auf den nächsten Spieltag zu schauen. Die Wahrscheinlichkeit eines Sieges in Hamburg liegt im unteren einstelligen Prozentbereich. Eher sieht es für mich so aus, als hätte Luhukay noch zwei Spiele Gnadenfrist und dürfte spätestens, wenn einer Niederlage gegen den HSV auch kein Erfolg gegen den FC Köln folgen sollte, kaum noch darstellbar sein. Leider hat er bisher seinen Befürwortern wenig Argumente geliefert.

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Alter Bekannter kickt Hertha raus

Oktober 30th, 2007

Schöner kann eine Pokalwoche kaum losgehen. Ich komm vom Training nach Hause und ein alter Bekannter jubelt mir von der Kicker-Homepage entgegen. Sven Lintjens hat mit seinem Wuppertaler SV die Hertha abgeschossen. Bis zur E-Jugend habe ich mit ihm zusammen bei Fortuna Mönchengladbach gekickt, nachdem er gefühlte 70 Hütten in einer Saison markiert hatte, holte ihn die Borussia.

Sein Mutter leitet heute das Gladbacher Jugendinternat, sein Vater ist der Mann für alles am Nordpark. Eine echte Borussen-Familie also. Schade nur, dass es für Sven nie ganz nach oben gereicht hat. Das Talent hatte er, leider ist er immer ein bisschen schlampig damit umgegangen. In den letzten Jahren pendelte er immer zwischen zweiter und Regionalliga – mit Essen, Siegen und jetzt mit Wuppertal.

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