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FC Köln: Anspruch und Wirklichkeit

April 22nd, 2008

Eine objektive Analyse des Status Quo war noch nie die Sache des FC Köln. Die Erwartungen sind sowieso und unabhängig von sämtlichen Rahmenbedingungen so hoch, dass für die sportliche Führung ein normales Arbeiten kaum möglich ist. Außer natürlich, man erfüllt diese Erwartungen uneingeschränkt.

In der aktuellen Saison leidet der Verein vor allem darunter, dass sämtliche Verantwortliche das Umfeld nicht zur Besonnenheit aufgefordert, sondern die Euphorie geradezu angefacht hat. Alleine im Vertrauen auf die Personen, die nicht auf dem Platz stehen. Trainer, Management, all das ist längst erstligareif. Vergessen hat man indes, die Mannschaft so aufzustellen, dass sie über jegliche Zweifel erhaben ist.

An dieser Stelle beisst sich die Katze allerdings in den Schwanz. Wie kann es sein, dass ein so kompetenter Stab einen Kader zusammenstellt, der trotz eines gewaltigen Budgets nur bedingt um den Aufsteig mitspielen kann? Daum und Maier haben eine Mannschaft auf den Platz gestellt, die schlichtweg nicht höchsten Ansprüchen genügt. Betrachtet man die Einzelspieler, die Köln verpflichtete, gab es viele Verstärkungen. Diese waren allerdings sehr ungleich verteilt. Die Abwehr wurde mit Özat und McKenna aufgepumpt, der Sturm ist der beste der Liga, im Tor wurde ein herausragender Führungsspieler geholt. Doch wie zum Teufel kann man das Mittelfeld so unbeachtet lassen und lediglich Antar holen? Daneben: Broich, Vucicevic, Andre, Mitreski, Scherz, Suazo, Chihi. In den verschiedensten Kombinationen, in den verschiedensten Grundaufstellungen. Es gab keine klare Linie. Im Vergleich dazu Gladbach: Mit Rösler und Paauwe wurden zwei Leistungsgaranten als Achse verpflichtet. Daneben mit Marin und Ndjeng zwei klare Stammkräfte. Nach dem fünften Spieltag in einer stets gleichen Formation.

Diesen blinden Fleck kann man Daum tatsächlich zum Vorwurf machen. Aber sind nicht Overath und Maier Berater genug, um dem Trainer an dieser Stelle auf Laissez-faire aufmerksam zu machen?

Für mich ist es nicht die Trainer-Leistung, die Köln eine Zitter-Saison beschert, sondern der grenzenlose Optimismus, dass man mit einem unausgewogenen Kader alleine aufgrund für die zweite Liga großer Namen auf Einzelpositionen aufsteigen könnte. Was danch folgte, das Tagesgeschäft, hat Daum sehr ordentlich erledigt – und hat nur eine Niederlage in den letzten zehn Spielen vorzuweisen.

Kein Wunder also, dass der Trainer einigermaßen pikiert reagiert, wenn er nun derjenige ist, der an den Pranger gestellt wird, während seine Kollegen von der Tribüne aus Schelte üben. Ein angemessenes Verhalten wäre Geschlossenheit und im Angesicht der sich bietenden Chance, einem dreckig erspielten Aufstieg, die Faust in der Tasche zu ballen, um die Chance zu nutzen, diesen Trainer auch in der ersten Liga noch an der Seitenlinie zu haben. Einen besseren bekommt der FC in den nächsten 10 Jahren nicht.

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Völig subjektiv: Meine Sympathiepunkte für die Bundesliga

April 20th, 2008

Schöne Idee von Robert bei “gehts roas und spuilts fussball”: Die aktuellen Bundesliga-Mannschaften nach Sympathie bewerten von -5 bis +5. Meine Wertung ist natürlich von der Tatsache beeinflusst, dass Gladbach über allem steht und alle anderen bestenfalls sechs Punkte dahinter kommen. Deshalb habe ich die Modalitäten kurzfristig geändert und für die Borussia +10 angesetzt.

Während bei einigen Teams kurzfristige Änderungen der Vereinspolitik durchaus von mir honoriert werden (Frankfurt) haben andere Mannschaften verkackt, ohne dass etwaige Geistesblitze daran etwas ändern könnten (Wolfsburg). Insgesamt eine Bauchabstimmung, aber seht selbst:

Bayern +1
Werder Bremen +3
S04 +3
HSV 0
Stuttgart -2
Leverkusen -4
Wolfsburg -5
Frankfurt +2
Hannover 96 -3
KSC -2
Bochum +1
Hertha BSC -4
Dortmund -4
Cottbus -4
Bielefeld -3
Rostock -2
Duisburg -4
Nürnberg +1

Gladbach +10
Köln +1
Hoffenheim +2
Mainz +4
Fürth +3
Freiburg +2
Aachen 0
Koblenz 0
St. Pauli +2
1860 -2
Wehen 0
Augsburg -2
Osnabrück +3
Offenbach +2
Lautern +1
Aue 0
Jena +1
Paderborn -4

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Zu viel der Ehre: Hopp ist Sport-Manager des Jahres

April 19th, 2008

Zu Beginn dieses Posts soll die Frage stehen: Was ist ein Sport-Manager? Wikipedia sagt: “Ein Manager ist eine Führungskraft in einem wirtschaftlichen Unternehmen. Betriebswirtschaftlich leitet und verantwortet er Geschäfte, Finanzen, Personalwesen und Planungen einer wirtschaftlichen Organisation.”

Nun dürfte sich alleine mit dieser kurzen Definition die Wahl als Farce erwiesen haben. Denn Hopp leitet weder, noch verantwortet er. Er spült alleine Geld in die Kasse und zieht mehr oder weniger im Hintergrund die Fäden. Nun mag man zugute halten, dass die Auszeichnung vom Magazin für Heuschrecken verliehen wurde und der Horizont dort nicht gerade ins sportliche Tagesgeschäft hineinreicht.

Dass sich die Argumente für die Wahl alleine auf die Anzahl der Millionen beschränken, die Hopp in die sportliche Struktur und Infrastruktur seiner Heimatregion gepumpt hat, tut sein übriges.

Eine Auszeichnung mit diesem Titel sollte dem gesunden Menschenverstand zufolge einem Verantwortlichen überreicht werden, der mit limitierten Mitteln ein optimales Ergebnis erzielt. Unlimitierte Mittel zur Verfügung zu stellen, sollte an sich noch kein außerordentlicher Verdienst sein.

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Live-Blogging: Jena – Gladbach

April 16th, 2008

19.20: Abpfiff. Ein glücklicher, glücklicher Punkt für Gladbach. Jena war optisch nicht unbedingt besser, hatte aber unglaubliche Chancen, die es nicht nutzte. Simak machte ein fantastisches Spiel, war der beste Mann auf dem Platz. Gladbach hatte so gut wie keine Torgelegenheiten, aber die wurden genutzt. Colautti war ein absoluter Glücksgriff, aber ohne die fantastischen Vorlagen von Marin, dem besten Gladbacher, hätte er auf verlorenem Posten gestanden. Der Rest des Gladbachers Mittelfelds ließ fast alles vermissen, was es in so einem Spiel braucht. Der Sturm hing völlig in der Luft. Friend und Neuville ohne jegliche Aktion. Die Innenverteidigung mit bisher unbekannten Fehlern: Daems hebt zweimal unnötig das Abseits auf. Brouwers zweimal kurz vor dem Eigentor. Allerdings musste man in diesen Situationen auch fragen, wo Paauwe war, der Simak niemals in den Griff bekam. Das war vielleicht die rechtzeitige Warnung, dass der Rest der Saison kein Selbstläufer ist.

19.13: Herzstillstand Teil 2: Torghelle köpft aus zwei Metern Heimroth in die Arme.

19.12: Herzstillstand! Brouwers köpft an den eigenen Pfosten.

19.11: Luhukay ist mit dem Punkt zufrieden. Neuville geht raus, dafür kommt Kleine rein. Gladbach wieder im 4-4-2.

19.10: Was spielt der Simak ein geiles Spiel. Nach einem 30 Meter Dribbling spielt er Schied im 16er frei. Zentimeter im Abseits.

19.03: TOOOOOR für Gladbach! 2:2. Ecke Marin, Kopfball Colautti vom kurzen Fünfereck.

Zuvor bereits eine Riesenchance. Brouwers verlängerte per Hinterkopf eine Freistoß-Flanke von Marin, Jenas Keeper klärte im letzten Moment.

19.00: Kribbelige Situation: Simak fällt an der Strafraumgrenze. Schiedsrichter Weiner gibt zurecht Freistoß. Das waren Zentimeter. Jenas Trainer Henning Bürger regt sich so sehr auf, dass er auf der Tribüne Platz nehmen darf.

Der Freistoß geht knapp über den Winkel.

18:56: Erneut eine 1000-prozentige von Jena. Schied beinahe mit seinem dritten Tor. Völlig freistehend zieht er ab, aber Heimeroth zeigt erneut eine Sensationsparade.
18.52: TOOOOR für Gladbach. Colautti per Kopf vom Fünfer nach Flanke Marin. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

18.47: Mega-Chance für Jena. Ausgangspunkt erneut Simak, wieder mit einem glänzenden Doppelpass, doch diesmal schliesst er selbst ab, scheitert aber dank einer Glanzparade von Heimeroth. Erneut hob Daems das Abseits auf und überraschte damit seine Kollegen.

8.43: Gladbach in der zweiten Hälfte im 3-4-3. Die linke Gladbacher Abwehrseite verwaist. Wenn es brennt, rückt Daems raus. Vorne nun Friend als Mittelstürmer, Colautti links, Neuville rechts.

Die Chancen für Gladbach häufen sich – allerdings nur relativ gesehen zur ersten Halbzeit. Gegessen ist das Spiel jedenfalls noch nicht.

18.40: Abseitstor. Rösler köpft nach Freistoß Marin ein. Für mich kein Abseits von Rösler, dafür stand Friend direkt hinter ihm einen halben Meter drin. Der Linienrichter hat wohl Rösler Position gewertet. Unglücklich.

18.37: Den Auftakt in der zweiten Halbzeit macht Jena. Eine Flanke “klärt” Brouwers knapp neben den Pfosten zur Ecke. Im Gegenzug zirkelt Marin den Ball per Außenrist auf Friend, doch der köpft in Rückenlage über das Tor. Kurz darauf kommt Schied nach einem Konter in aussichtreicher Position aus 17 Metern zum Schuss, verzieht aber weit neben das Tor.

18.30: Luhukay ist böse. Gladbach kam schon nach zehn Minuten aus der Kabine. Stürmer Colautti kommt für Verteidiger Voigt.

Halbzeit: Es war bisher so ziemlich die schlechteste Saisonleistung von Gladbach. Von konstruktivem Spiel kann nicht die Rede sein. Es gibt bisher kein Rezept gegen das kompakte, lauffreudige Mittelfeld der Jenaer. Im Gegenteil: Viele Ungenauigkeiten, ein kaum vorhandenes Kombinationsspiel. Die Außenpositionen sind tot und in der Mitte ist es viel zu eng, als dass von dort erfolgversprechende Chancen vorbereitet werden könnten. Es gab tatsächlich nur einen kläglichen Torschuss in der gesamten Halbzeit. Stattdessen viel Herumgestolpere.

Damit hier noch was geht, muss eine andere Mannschaft aus der Kabine kommen. Jena wird nun Beton anrühren und nur durch Standards oder Einzelaktionen könnte es einen Anschlusstreffer geben.

Nachtrag zum 1:0: Es war ein Riesenfehler von Daems, der 10 Meter(!) hinter der seinen Viererketten-Kollegen steht und das Abseits aufhebt.

18:16: 2:0 für Jena. Jena drückt aufs Glabacher Tor. Simak bekommt den Ball kurz vor dem 16er, spielt einen Doppelpass und schickt dann Werner steil. Seinen Schuss kann Heimeroth nur abklatschen. Marcel Schied steht auf dem Posten und schiebt ein. Zum kotzen.

18.12: Der erste Torschuss von Gladbach durch Rösler. Gefährlich war’s aber nicht.

18.10: Jena hat jetzt den Defensiv-Modus eingeschaltet. Lässt Gladbach kommen, steht mit 11 Mann in der eigenen Hälfte. Gladbach tastet sich aus dem Halbfeld heran, lässt den Ball durch die Defensive laufen. Doch nie findet die Borussia die entscheidende Anspielstation. Aus Verlegenheit werden dann hohe Bälle Richtung Strafraum geschlagen, die Jena dankend aufnimmt und rausschlägt.

18.00: Nach der Auswechslung von Levels gab es doch keine taktische Umstellung. Ndjeng ist in die Viererkette gerückt. Coulibaly nun im rechten Mittelfeld. Eine für mich nicht ganz nachvollziehbare Änderung. Ndjeng soll wohl von rechts hinten mehr Druck nach vorne entwickeln.

17.57: Riesenchance für Jena. Allagui wird im Strafraum angespielt, kann aus spitzem Winkel zehn Meter vor dem Tor frei abziehen, knüppelt den Ball aber über das Tor. Da sah Gladbach nicht gut aus. Ausgangspunkt war ein fataler Fehlpass von Paauwe direkt vor dem eigenen 16er.

17.53: Erster Wechsel bei Gladbach. Coulibaly kommt für Levels. Der Verteidiger ist offensichtlich nicht verletzt. An der Leistung kann es nicht liegen, Levels hatte bisher kaum etwas zu tun. Also eine taktische Änderung von Luhukay, der wohl sieht, dass es im Mittelfeld bisher keine Anspielstationen gibt und dort Überzahl erzeugen will.

17.47: Jena spielt sehr aufwendig im Mittelfeld mit Simak in der Offensive und einer Dreier-Kette dahinter, die extrem früh angreift und stets Überzahl am Ball erzeugt. Sobald Gladbach die Mittellinie überquert steht ein betonharter 7er-Block vor dem Strafraum. Lange Bälle auf Friend und Dribblings durch Marin sind im Moment die einzigen Mittel, mit denen es konstruktiv nach vorne geht.

17.40: 1:0 für Jena. Agui startet auf außen durch, schiebt den Ball in die Mitte in Simaks Lauf. Der spielt einen Sahne-Steilpass auf Marcel Schied. Heimeroth stürzt auf den Stürmer zu, doch der bleibt eiskalt und schiebt die Kugel vom 16er am Keeper vorbei ins Tor.

Es war die allererste Torchance überhaupt in dem Spiel, das zuvor fahrig und ungenau von beiden Mannschaften geführt wurde.

17.37: Lahmer Auftakt. Das Logo des Jena-Sponsors sorgt bei mir immer wieder auf neue für Erheiterung. Gnihihihi.

17.29: Randnotiz: Alexander Voigt wurde zu Jenas “Sportler des Jahres 2007” gewählt. Das sagt wohl alles über die Qualität des aktuellen Kaders.

17.27: Trotz guter Leistung in der Vorwoche muss Kleine bei Gladbach wieder auf die Bank, weil Brouwers nach Rotsperre in die Mannschaft rückt. Touma hat auch seine zweite Chance nicht genutzt und Ndjeng erhält den Vorzug im rechten Mittelfeld. Gladbach damit mit der Stammelf der Saison:

Gladbach: Heimeroth – Voigt, Daems, Brouwers, Levels – Marin, Paauwe, Rösler, Ndjeng – Neuville, Friend

Jena: Khomutovski – A. Maul, R. Müller, Kandelaki – Kikuchi, N. Hansen – Ziegner, Simak, Werner – Allagui, Schied

17.25: Warum in aller Welt darf eigentlich Peter Kötzle schon die ganze Saison als “Experte” für die zweite Liga auftreten? Außer Allgemeinplätzen und Phrasen gab es nichts, nichts, nichts. Dazu ein Temperament, dass auf gepflegten Haschisch-Konsum schließen lässt und anscheinend null Vorbereitung auf die Spieltage.

17.19: Das Rezept heute sollte einfach sein: Simak aus dem Spiel nehmen, der Rest läuft von alleine. Jena kann es sich nicht leisten, sich hinten rein zu stellen. Die Abwehr der Gastgeber ist so in etwa das Schlechteste, was in der zweiten Liga rumläuft.

17.15: So wird’s gemacht: Zwei Tage lang vorgearbeitet, um heute rechtzeitig vor der Glotze sitzen zu können. Leider haben Mainz und Köln nicht ähnlich versagt wie am Wochenende, deshalb kann es heute nur um die Verteidigung des Status quo gehen. Doch selbst dies wäre ein Schritt nach vorne, denn je näher das Saisonende rückt, desto mehr wiegt ein 9-Punkte-Vorsprung.

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Live-Blogging: Gladbach – Koblenz

März 30th, 2008

15.51: Keine Ahnung, wie das noch gepasst hat. Flanke Marin, Baljic verlängert unhaltbar für den Keeper. Sensationell, so ein Spiel noch zu gewinnen.  Das sind die geilsten Spiele. Bis vor zwei Minuten noch angepisst und jetzt YEAAAAAAH!

Bei Gladbach: Heftigste Traubenbildung. Luhukay macht eine Grätsche auf den Platz, die Ersatzbank sprintet kollektiv auf das Spielfeld, das Stadion tobt. Alle haben realisiert: Das war wahrscheinlich das entscheidende Tor zum Aufstieg.

Neun Punkte Vorsprung auf den Nicht-Aufstiegsplatz. Großartig! Es war ein Spiel, wie man es keinem wünscht. Das schwerste Spiel. Keine Frage: Es war hochverdient, aber Koblenz hat es so schwer gemacht, wie es schwerer nicht geht.

Am Ende wird nicht diskutiert, sondern es gibt nur noch: YEAAAAAAAH

15.50: TOOOOOOOOOOOOOOOR für Gladbach! Eigentor!

15.46: Vier Minuten Nachspielzeit. Letzte Hoffnung. Zweimal hatte ich den Torschrei auf den Lippen, aber sowohl Voigts als auch Marins Flanke wurden knapp verpasst.

15.41: Es geht nur noch blind und hoch vorne rein. Colautti kommt als letzte Hoffnung, es geht aber kein Abwehrspieler, sonder mit Neuville ein Stürmer rein. Koblenz wechselt auch den letzten Stürmer aus. Das sagt wohl alles.

15.26: Selbst bei Kontern der Koblenzer bleiben sieben Leute in Nähe des 16-Meter-Raums. Die TuS findet nach der Halbzeit nicht mehr statt. Ein gutes Spiel ist so nicht möglich. Und jetzt nimmt Rapolder sogar Vata vom Platz. Es bleibt die Hoffnung auf eine Standard-Situation. Und auch die sind seit der Winterpause nicht mehr so zwingend wie zuvor. Touma ist mittlerweile auch komplett abgemeldet, so dass in der Offensive gar keineIdeen mehr vorhanden sind.

15.20: Großartiges unnützes Wissen: Koblenz’ zweite Mannschaft spielt in der B-Klasse. Wer also gar nichts kann – so wie ich- und trotzdem eine gewisse Chance auf einen Zweitliga-Einsatz haben will, sollte zur TuS wechseln.

15.15: Koblenz geht nur noch auf das Unentschieden. Von Gladbach kamen zwei ordentliche Torschüsse, aber immer noch keine zwingende Chance. Luhukay hat Ndjeng erlöst und mit Marin kommt direkt eine ganz andere Dynamik ins Spiel, auch wenn bei ihm wieder vieles besser aussieht, als es tatsächlich ist.

15.05: WTF? Kein Wechsel zur Halbzeit. Dieses Spiel schreit nach Marin. Und Luhukay tut Ndjeng sicher keinen Gefallen, ihn weiterhin gegen diese unangenehme Abwehr laufen zu lassen.

14.45: Ein echtes Drecks-Spiel. Die Koblenzer Abwehr steht fantastisch. Gladbach fällt nichts, aber auch gar nichts ein. Wenn Koblenz, was nicht oft der Fall war, nach vorne kommt, haben sie ungleich mehr Platz als die Borussia auf der anderen Seite. Neuville und Friend sind komplett aus dem Spiel genommen. Wenn im Mittelfeld jemand sich ein Herz nimmt, dann ist es Touma. Der versucht wenigstens hin und wieder ein kurzes Solo mit Abschluss aus der zweiten Reihe, aber das Tor hat auch bisher nicht getroffen.

14.32: Im Angriff geht mal gar nichts bei Gladbach. Ndjeng immer noch ganz schwach. Bei zwei Aktionen hintereinander versiebt er den Ball unterirdisch. Der Kommentator bezeugt bereits Mitleid. Koblenz spielt haargenau so wie erwartet. Sie stehen ganz tief und machen die eigene Hälfte extrem eng. Nur eine gelungene Einzelaktion kann diese Defensive aufreißen. Wo ist Marin?

14.30: Die offizielle Kommentatoren-Aussprache koreanischer Namen scheint sich geändert zu haben. Statt dem einige Jahre gepflegten Cha Du-Ri heißt es wieder Du-Ri Cha. Noch 60 Minuten zu gehen

14.21: Koblenz spielt ganz stark auf und drückt Gladbach seit fast zehn Minunten in die eigene Hälfte. Forkel verpasst die Riesenchance und schießt und Heimeroth aus sieben Metern in die Arme.

14.15: Ein ausgeglichenes Spiel ohne Höhepunkte. Koblenz findet nicht den Weg nach vorne, bricht die Angriffsversuche oft ab und versucht den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Gladbach kaum besser, spielt die Bälle aber vorne rein, ohne jedoch eine Abschlussmöglichkeit zu bekommen. Auffällig wieder: technische Schwächen und Stockfehler bei Ndjeng. Gegenüber der Vorrunde ist er kaum wiederzuerkennen.

14.07: Zwei Überraschungen in der Gladbacher Aufstellung: Levels hat seinen Platz auf der rechten Abwehrseite zurückerobert, Bögelung wieder auf der Bank. Im Mittelfeld muss Marin, in der Vorwoche ein absoluter Aktivposten, für den zuletzt starken Touma weichen. Ndjeng, der in der Rückrunde bisher enttäuschte, bekommt unerwartet eine weitere Chance.

14.05: Torjubel im Borussia-Park. Offenbachs Führungstor gegen Köln geht über die Anzeigetafel.

14.00: Voigt nach guter Leistung in der Vorwoche wieder dabei, allerdings profitiert er vom Ausfall Steve Gohouris. Daems ist für den Ivorer in die Mitte gerückt.

13.54: Knapper Einstieg, weil meine Sch…-Katze um 13.45 mal kurz vier Blumentöpfe abgeräumt hat. Gladbach steht vor einem ganz unangenehmen Spiel gegen einen Gegner, der gerade auf der Erfolgswelle schwimmt. Habe gerade erfahren müssen, dass die TuS die zweitbeste Rückrundenmannschaft ist. Das bestätigt meinen persönlichen Eindruck. Der Trainerhat die Abläufe gefestigt und Koblenz spieltmit den üblichen Rapolder-Qualitäten: Kompakt in der Abwehr und schnell nach vorne, dabei taktisch höchstdiszipliniert. Ein 5:0 wie im Hinspiel dürfte ein feuchter Traum bleiben.

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Live-Blogging: Aachen – Gladbach

März 24th, 2008

22.05: Schlusspfiff. Gladbach ist mit einem hart erkämpften Punkt sichtlich zufrieden. Keine Frage: Das Remis ist gerecht, ein Sieg wäre für Aachen schmeichelhaft gewesen. Der Spielverlauf spielte der Alemannia voll in die Karten. Nach dem 1:0 konnte die Mannschaft ihre kämpferischen Qualitäten voll ausspielen. Im Gegensatz zur bisherigen Saison stand die Abwehr absolut sicher und sie bot der Borussia den eigenen Schwachpunkt, Standardsituation, sehr selten an. Gladbach mit einer überzeugenden zweiten Hälfte, aber nie mit einem guten Ball auf Friend. Der Ausgleich war nur der individuellen Klasse von Neuville geschuldet.

22:00: Nach dem Tor folgte nur eine kurze Druckphase der Gladbacher. Seitdem zeigt sich die Borussia zwar überlegen, aber kommt wie zuvor nicht mehr zu Chancen. Aachen hat sich wieder sortiert.

21:52: TOOOOOOOR für Gladbach! Neuville zum 1:1! Dabei war der Junge beinahe abgetaucht in der zweiten Hälfte. Aber wenn er am Ball war, dann hat es gerappelt – einmal Latte , einmal Tor. Im 16er nimmt er den Ball knapp rechts neben dem Elferpunkt auf, schlängelt sich um den Gegenspieler und drückt ab. Das überragende Anspiel kam von Coulibaly. Also: Alles richtig gemacht von Luhukay.

21.50: Coulibaly kommt für Marin. Wobei Marin der mit Abstand auffälligste Spieler der zweiten Hälfte war. Fast alles lief über ihn auf der linken Seite.

21.45: Strammer Flachschuss von Voigt in die rechte Ecke, doch Stuckmann hat die Finger dran. Vorher gab es ein Spiegelbild des Gladbacher Spiels: Ein hoher Ball aus dem Halbfeld flipperte durch den Aachener 16er, ohne dass irgendjemand kontrolliert in dessen Nähe hätte kommen können. Spielt Neuville eigentlich noch mit?

21:34: Nächste Großchance für Gladbach. Marin beweist aus 13 Metern seine Ungefährlichkeit. Der eigentlich optimal zurückgelegte Ball rutscht ihm über den Spann und wird zur Bogenlampe, die über die Querlatte eiert. Immerhin hatte sich Marin die Gelegenheit selbst eingeleitet.

21.31: Fünf Zentimeter fehlen nach einer Freistoßflanke, als Rösler zum Flugkopfball ansetzt. Der Ball trudelt an seiner Stirn vorbei ins Toraus.

21.28: Lattentreffer für Gladbach Neuville zieht von halblinks, Höhe Strafraum, ab und lässt dem Torwart keine Chance.

21.25: Gladbach kommt mit mehr Druck aus der Kabine, aber nicht mit mehr Ideen. Trotz gefühlten 90 Prozent Ballbesitz hat Aachen wieder die beste Chance der Anfangsphase. Nemeth ersprintet sich einen Steilpass auf der rechten Angriffsseite und geht alleine aus spitzem Winkel auf den Torwart zu. Für die optimale Alternative, den Abschluss, fehlt ihm der Mut und er passt wie beim 1:0 in die Mitte, doch da steht diesmal Bögelund.

21.15: Mein Näschen hat mich nicht ganz getäuscht. Touma kommt für Ndjeng in die Partie.

21.00: Halbzeit. Das Fazit bleibt das gleicht: Gladbach kommt nicht durch, hatte keine zählbare Torchance. Nach der Pause sollte der ein oder andere frische Spieler seine Chance bekommen. Hier bieten sich insbesondere die Außenpositionen an. Ndjeng wäre der erste Kandidat. Marin hat zwar einen schweren Stand in dem knüppelharten Spiel, aber auch einige ganz ordentliche Situationen. Wie immer trennte er sich zu oft einen Moment zu spät vom Ball. Neuville und Friend hingen völlig in der Luft. Ihre Leistung ist kaum zu bewerten. Röslers Leistung ist höchstens in der Defensive annehmbar, bei eigenem Ballbesitz ist er kaum zu sehen. Voigt versuchte einige Bälle zu verteilen, aber ließ Präzision vermissen. Er scheint mit dem nassen Rasen nicht zurecht zu kommen.

20.50: Aachen ist näher am zweiten Treffer als Gladbach am Ausgleich. In der Abwehr schaut es nicht gut aus. Vor allem Bögelund ist meist zwei Schritte zu spät. Aus der Aachener Fankurve (oder Fangerade?) schallt seit dem 1:0 Daueranfeuerung durch den Tivoli. Bis zur Halbzeit wird für die Alemannia wahrscheinlich nichts mehr anbrennen und dann muss sich Luhukay etwas einfallen lassen, den in den letzten 15 Minuten war keine Kombination über mehr als drei Stationen zu sehen.

20.40: Gladbach bringt nur Stückwerk zustande. Aus dem Halbfeld versuchen Bögelund, Ndjeng, Voigt immer wieder halb hohe Bälle in die Mitte oder flache Pässe an den Strafraumrand, die sich Neuville aus der Mitte erlaufen soll, um flanken zu können. Aber Aachen ist stes auf dem Posten oder die Hereingaben sind zu ungenau. Die Alemannia zeigt sich in der Offensive hingegen präzise und kann fast jeden Vorstoß in zumindest aussichtsreiche Position spielen.

20.31: Gladbach findet langsam zu seinem Spiel, es mangelt aber klar an Torchancen. Voigt hat – zumindest offensiv – noch nicht zu seiner Rolle gefunden. Aachen verteidigt jetzt geschickt und beschränkt sich auf Konter.

20.24: Aachen trägt einen herrlichen Konter über Ebbers nach Ecke Gladbach nach vorne. Der Spielzug war so wunderbar wie der Abschluss bescheiden. Hinter den Schuss hätte Fiel ein Butterbrot herwerfen müssen, damit er nicht verhungert.

20.21: Zweite gelbe Karte im Spiel nach bösem, unnötigem und obendrein absichtlichem Foul von Jerome Polenz an Marin in Höhe der Mittellinie. Herzlichen Glückwunsch Herr Polenz. Gegen Marin nach zehn Minuten vorbelastet zu sein, ist ein sehr clevere Entscheidung.

20.19: 1:0 für Aachen. Ein kurzer Steilpass hebelt die linke Gladbacher Abwehrseite aus. Nemeth geht durch und passt auf den in der Mitte völlig freistehenden Ebbers, der nur noch einschieben muss. Gladbach wollte Ebbers Abseits stellen, doch im Moment des Steilpasses stand der Mittelstürmer passiv, bei der Hereingabe von Nemeth auf gleicher Höhe mit Marin. Also traurigerweise ein absolut korrektes Tor.

20.15: So startet man in ein Derby: Gelbe Karte nach zwei gespielten Sekunden für Rob Friend. Gladbach startete mit einem hohen Flugball auf Außen. Friend stieg mit Anlauf hoch und traf seinen Gegenspieler mit dem ausgefahrenen Arm im Gesicht. Keine Absicht, aber ziemlich ungeschickt.

20.11: Bei Gladbach hätte ich fast mit einer Pause für Ndjeng gerechnet, der zuletzt nicht mehr frisch wirkte. Touma hätte nach seiner beherzten Auftritt gegen St. Pauli eine Chance verdient gehabt.

Gladbach: Heimeroth – Daems, Brouwers, Gohouri, Bögelund – Marin, Rösler, Voigt, Ndjeng – Neuville, Friend

Aachen: T. Stuckmann – Polenz, Olajengbesi, N. Herzig, Casper – Krontiris, Fiel, Plaßhenrich, D. Brinkmann – Ebbers, Nemeth

20.00: Zeit, den Sender zu wechseln. Und wen begrüßt Michael Leonhard als Experten? Kalla Pflipsen. Aaargh. Die ganze Nummer nochmal. Ich glaub ich guck mir bis Anpfiff die Werbung auf dem DSF an.

Bei Aachen sind Leiwakabessy, Kolev und Rhegekampf nicht im Kader. Angeblich aufgrund schlechter Trainingsleistungen. Seeberger vertraut beinahe derselben ersten Elf, die in der Vorwoche gegen Paderborn gewinnen konnte. Nur Fiel kommt für Lagerblom.

19.50: Derby-Zeit, Live-Blogging-Zeit. Während Kalla Pflipsen als DSF-Experte gerade die Werbetrommel in eigener Sache rührt (“Habe ich schon erwähnt, dass ich mit Jos Luhukay den Trainerschein gemacht habe? Ich habe also jetzt einen Trainerschein! Trainerschein! Trainerscheeeiiiin!”), macht sich Alex Voigt für seinen Einsatz in der Startelf bereit. Er vertritt Patrick Paauwe im defensiven Mittelfeld. Für Svärd und Polanski rücken damit Einsätze von Beginn an in weite Ferne – zumindest in dieser Saison und bei diesem Verein.

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Luhukay: Local Hero?

März 8th, 2008

Wenn man 30 Kilometer vom Stadion geboren wird, dann gilt man normalerweise als Local Hero. Solche Fußballer werden in der Regel gepflegt und gehegt und als einer aus den eigenen Reihen gefeiert. Wenn so einer noch die sportliche Verantwortung als Trainer übernimmt, dann meistens, weil er bereits eine blitzsaubere Karriere im Verein hingelegt hat.

Im Falle Jos Luhikay liegen die Verhältnisseein wenig anders. Er hat nie für Gladbach gespielt. Trotzdem wurde er genau 30 Kilometer vom Bökelberg geboren. In Venlo nämlich, wo sich an einigen Feiertagen mehr Deutsche aufhalten als Holländer. Trotz der nur kleinen räumlichen Distanz wird er aufgrund der kulturellen und sprachlichen Grenze nicht im geringsten mit der Region assoziiert. Eigentlich schade, denn ich als Gladbacher habe zu Venlo stets eine engere Bindung empfunden als zum Landkreis Freising oder zur Mecklenburger Seenplatte. Und vielleicht spürt Luhukay mehr Sympathie für das Grenzgebiet, als für Amsterdam oder Noord-Holland.

Um zum Punkt zu kommen: Die Chemie zwischen Club und Trainer stimmt einfach und vielleicht liegt das auch daran, dass sich Venloer und Gladbacher ähnlicher sind, als sie es sich eingestehen mögen.

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Live-Blogging: Augsburg – Gladbach

März 7th, 2008

19.42: Ich neige selten dazu, bereits in der 84. Minute ein Fazit zu schreiben, aber heute kann man das getrost machen. Augsburg hat mich arg enttäuscht. Da war heute nichts von Ambition zu spüren. Von Beginn an ging es der Loose-Truppe nur darum, Gegentore zu vermeiden. Nach der Gladbacher Führung gelang es dem FCA nicht, im Kopf den Schalter umzulegen. Taktisch war keine Änderung zu erkennen, die Mannschaft ergab sich in ihr Schicksal.

Gladbach hat an die Spielweise der Hinrunde angeknüpft. Nicht haushoch, aber immer den entscheidenden Tick überlegen und vor allem konsequent in der Chancenverwertung. Im Gegensatz zu den ersten Spielen der Rückrunde hat das Team im zweiten Spiel in Folge nicht die Linie verloren, sondern konzentriert zuende gespielt. Tatsächlich war Gladbach stets dem 3:0 näher als Augsburg dem Anschlusstreffer – ohne Torchance kann man kein Tor erzielen. Ein guter Auftakt für einen wichtigen Monat, der mit ein bisschen Glück ohne Gegenpunkt enden könnte.

19.38: Gladbach ist mit dem Ergebnis zufrieden. Für Stürmer Neuville kommt Voigt als defensives Mittelfeld.

19.36: Lattenknaller von Hdiouad. Es war klar: Wenn was geht beim FCA, dann mit Distanzschüssen. Das war einer der besseren.

19.31: Rösler verlässt den Platz, für ihn kommt Coulibaly. Rösler ging angeschlagen ins Spiel, von daher ein logischer Wechsel. Augsburg spielt trotz des Rückstandes immer noch mit einem Stift in der Bux (für Nicht-Niederrheiner: mit den Hosen voll). Kein Forechecking, kein Pressing, keine Gefahr.

19.25: Elfmeterreife Situation an der Gladbacher Außenlinie. Bögelund foult seinen Gegenspieler völlig unsinnig und unnötig, doch Gagelmann gibt Abstoß. Mehr als diskussionswürdig.

19.23: Großes Kino. Gladbach hat ca. 50 Ballkontakte, ohne dass Augsburg annähernd an den Ball kommt. So souverän kanns weitergehen.

19.15: TOOOOR für Gladbach. Rob Friend aus dem Nichts. Marin dribbelt am 16er vor der massiven Abwehr, legt den Ball auf Rösler, der einen kurzen Steilpass auf Friend spielt. Friend macht kurzen Prozess, nimmt den Ball an, dreht sich und zieht ab. Der Ball schlägt halbhoch in der rechten Ecke ein.

Gerade wollte ich von gepflegter Langeweile schreiben, denn bisher war in der zweiten Halbzeit so gar nichts passiert. Loose hatte gerade erkannt, dass in der Startaufstellung nichts geht, einen Doppelwechsel vorgenommen, unter anderem Ledezma für Luz gebracht, um dann sofort den zweiten Treffer zu kassieren. Ich würde behaupten, das Drops ist gelutscht.

19.00: Ab in die zweite Halbzeit. Ein Manko bei Gladbach ist die fehlende Alternative auf der rechten Seite. Ndjeng hätte langsam eine Ruhepause verdient. Aber kein echter Flügelspieler kann ihn vertreten. Marin könnte nach rechts ausweichen, Touma wohl auch. Aber Ndjeng hat wohl einen Bonus ob seiner potentiell brandgefährlichen Standards – die in den letzten Spielen leider nicht mehr brandgefährlich sind.

18.45: In der Schlussminute hat Augsburg die beste Chance durch Luz. Nach einem Steilpass wichst der ehemalige Paulianer den Ball aus gut 25 Metern fünf Meter neben den Pfosten. Das sagt eigentlich alles über die Gefährlichkeit des FCA.

18.39: Marin wurde in den letzten Wochen gerne vorgeworfen, zu leicht zu fallen. Wenn ich mir das heutige Spiel anschaue, dann festigt sich mein Eindruck, dass der Junge einfach einen extrem schweren Stand hat. Seine Spielweise provoziert ständig Fouls und mit der Statur eines C-Jugendlichen fliegt er einfach bei jedem robusten Körpereinsatz weg, ohne dass er es verhindern könnte.

18.35: Nach viel Magerkost ein kleiner Lichtblick: Marin spielt an der Torauslinie Möhrle auf dem Bierdeckel schwindelig, schlägt einen Haken und versucht einen Abschluss, der allerdings mit harmlos noch milde umschrieben ist. Ndjeng hat sein Spiel derweil in die Zentrale verlegt, weswegen die rechte Gladbacher Seite weitgehend verwaist ist.

18.26: Gladbach versucht den Vorsprung zu verwalten, hat sich zurückgezogen aber kommt auch nicht zu ordentlichen Kontern. Augsbrug hat nicht die Mittel, die Borussen-Abwehr auszuhebeln und strahlt höchstens bei Standards Gefahr aus. Ein mäßiges Gekicke also. Enttäuschend bisher: die rechte Gladbacher Seite, wo Ndjeng seit Wochen seiner Form der Hinrunde hinterher rennt und heute ganz blass bleibt.

18.12: Im direkten Gegenzug fast der Ausgleich. Der unglaublich große Benschneider kommt nach Flanke zum Kopfball, verzieht aber kläglich. Der hätte aufs Tor kommen müssen. Wenn man der Statistik glauben darf, war der Gladbacher Treffer die halbe Miete, weil Augsburg seit zwei Jahren nach einem 0:1 nicht mehr gewonnen hat. So ähnlich sieht Ralf Looses Minenspiel auch aus.

18.10: TOOOOR für Gladbach. Nach herrlicher Flanke Marin köpft Rösler aus fünf Metern ein. Und zwar mit schönem Gruß an die Augsburger Abwehr, die eine Abseitsfalle versuchte und dadurch drei Gladbacher mutterseelenalleine vor Neuhaus ließ.

Bis zu diesem Zeitpunkt war nichts passiert. Das Spiel hielt sich im Mittelfeld auf, Pässe auf die Sturmspitzen blieben stets in den Viererketten hängen.

18.07: Erste Chance für Gladbach. Marin dribbelt ans Strafraumeck und tickt den Ball Rob Friend in den Lauf. Die Distanz ist zu kurz, um den Torwart zu überwinden.

18.02: Ich verdränge ganz gerne, über welch großes Stadion der FCA verfügt. Von der Optik her erinnern die Ränge an den Bökelberg – steil, alt, orange Treppen. Nur die Laufbahn passt nicht ins Bild.

17.58: Die Aufstellungen bringen nur eine Überraschung. Ralf Loose bringt Luz statt Diabang.

Heimeroth – Daems, Gohouri, Brouwers, Bögelund – Marin, Paauwe, Rösler, Ndjeng – Neuville, Friend

Neuhaus – Möhrle, Hertzsch, Benschneider, Wenzel – Kern, da Costa, Hdiouad, Müller – Luz Thurk

17.42: Die Abgesänge auf Kaiserslautern haben in der letzten Woche wohl erst so richtig angefangen. In den Medien scheint angekommen zu sein, dass es nicht mehr eine vorübergehende Schwächephase ist, sondern dass fünf Punkte Rückstand verdammt schwer aufzuholen sind. Auf Premiere startet der Spieltag mit ausführlichen Krisenberichten, die insofern sehenswert sind, als viele Fans zu Wort kommen, aber abseits alkoholgeschwängerter Stammtischparolen. Nachdenkliche Statements, die in die Anhängerseele blicken und einen Hauch von Kapitulation erkennen lassen.Aber zurück zum eigentlichen Spiel. In Gladbach hat nach einem Zwischentief der Sieg gegen Aue wieder Optimismus einkehren lassen – zum Glück ohne den Überschwang des Hinrundenendes. Obwohl die gute Leistung der Vorwoche am allerwenigsten an ihnen gelegen hat, dürfen wohl Bögelund und Daems erneut auf den Außenverteidigerpositionen spiel. Dafür bleiben Voigt und Levels auf der Bank. Diese Personalentscheidung lag wohl weniger daran, dass die beiden in den ersten Spielen der Rückrunde explizit negativ herausgeragt haben, sondern dass Luhukay etwas ändern musste. Und da boten sich diese Positionen an, weil durch einen Wechsel dort keinerlei Qualitätsverlust drohte. Von den individuellen Fähigkeiten nehmen sich die vier Spieler nichts, alleine die Tagesform oder die Psycholgie entscheidet darüber, wer der Borussia am besten helfen kann.

Der Gegner aus Augsburg hat eine wechselhafte Saison gespielt. Auch nach dem frühen Trainerwechsel hat sich trotz eines kurzen Zwischenhochs keine merkliche Besserung eingestellt. Auf dem Papier steht eine überdurchschnittliche Zweitligamannschaft mit einer äußerst erfahrenen Abwehr, einem an guten Tagen brandgefährlichen Sturm aber Defiziten im Mittelfeld. Einzig Hdiouad erfüllt dort höhere Ansprüche.

Von der Borussia dürfte eine solide Leistung zu erwarten sein. Wie das Spiel ausgeht hängt von der Augsburger Tagesform ab. An einem guten Tag könnte der FC drei Punkte holen, an einem schlechten 0:4 verlieren. Ich hoffe auf ein 3:1 für Gladbach, bin aber innerlich auf ein torreiches Remis eingestellt.

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Borussia: Reine Kopfsache

Februar 26th, 2008

Gladbach ist nervös. Und Gladbach zweifelt. Deutlich wurde dies kurz nach dem Abpfiff in Osnabrück, als die Spieler vor der Kamera keine bessere Ausrede wussten, als vehement gegen den Schiedsrichter zu wettern. Natürlich waren einige Entscheidungen, nicht nur in diesem Spiel, sondern in der gesamten Rückrunde unglücklich. Aber mehr auch nicht. Kein Pfiff war eine krasse Fehlentscheidung. Unangebracht also waren die Vorwürfe.

Vielmehr hätten sich Voigt, Heimeroth und Kameraden fragen sollen, warum es erneut trotz einer zweimaligen Führung nicht zum Sieg gereicht hat. Wahrscheinlich wissen es die Spieler selber nicht. Zu schmal ist der Grad zwischen der abgezockten, erfolgreichen Spielweise der Vorrunde und den aktuellen mutlosen Auftritten, die sich stets nach einem gelungenen Auftakt einschleicht.

Offensichtlich war im Spiel gegen Osnabrück, dass Gladbach den Gegner in der zweiten Halbzeit gut im Griff hatte, bis aus heiterem Himmel der Ausgleich fiel. Und ab diesem Moment stellte sich wieder die Blockade ein, als wäre das gesamte Selbstbewusstsein eines Spitzenreiters aus der Mannschaft entwichen. Das nächste Spiel wird also eine reine Kopfsache. Für Gladbach reicht es nicht mehr, in Führung zu gehen. Ein Vorsprung muss wieder souverän verteidigt und ausgebaut werden – so dass es ab der 60. Minute keinen Zweifel mehr geben darf. Gegen Aue hat die Borussia das dafür undankbarste Spiel erwischt. Ein Gegner, der mit meterbreiter Brust ankommt und erstmal alles zerstören wird, was in die eigene Hälfte kommt. Lamentieren nutzt da nichts. Drei bis vier Tore müssen her. Ein Befreiungsschlag.

In dieser Situation ist die Unterstützung der Verfolger kaum hilfreich, denn Gladbach muss erstmal den eigenen Kopf klarbekommen. Denn so wird es garantiert nicht weitergehen: Köln 5 von 12 Punkte, 1860 4 von 12, Freiburg 4 von 12, Mainz 5 von 12. Ein in der Historie sicher einmalig kollektiv schlechter Start der Spitzengruppe.

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Live-Blogging: Gladbach – Mainz

Februar 18th, 2008

22.04 Uhr: Eine weiteres ganz bitteres Spiel für Gladbach. Wieder kein Sieg, zum vierten Mal in Serie. Aber mit einer anderen Qualität als in den Vorwochen. Heute konnte man der Mannschaft nichts vorwerfen. Sie hat sehr gut gespielt, sie hat gekämpft, sie hatte Torchancen. Deswegen sind für mich die Pfiffe der Fans unverständlich.

Einen Vorsprung gibt es zwar nicht mehr, aber an der Tabellenführung hat sich nichts verändert. In der heutigen Form hätte wahrscheinlich jede andere Zweitligamannschaft dran glauben müssen. Auf ein Wort reduziert: Pech.

Ich melde mich für den Rest der Woche ab, bis Samstag bin ich auf Dienstreise und mangels Notebook offline. Sonntag geht es gegen Osnabrück und da wird der heutige Einsatz hoffentlich nachträglich belohnt.

21.53 Uhr: Gladbach geht auf die volle Offensive. Ohne Außenverteidiger, dafür mit drei Spitzen und fünf Mittelfeldspielern. Rafael kommt für Voigt.

21.51 Uhr: Das Spiel wird giftig. Manager Ziege muss auf die Tribüne. Friend prüft mit Kopfball-Lop Ischdonat.

21.42 Uhr: Das Gladbacher Spiel hat keine Ideen mehr. Außer Schüssen aus gefühlten 30 Metern fällt der Offensive nichts mehr ein. Zeit für Marko Marin, für den Levels geht. Eine echte Systemumstellung also. Nur noch drei Abwehrspieler, dafür ein Fünfer-Mittelfeld. Marin holt direkt beim ersten Dribbling einen Freistoß in aussichtsreicher Position.

Lattentreffer Gladbach! Daems per Kopf nach Freistoß Coulibaly.

21.40 Uhr: Zeit ein wenig Lob zu verteilen. Einmal an den Schiedsrichter, der eine blitzsaubere Partie pfeift und ein flüssiges Spiel zulässt und zweitens an die Mainzer Innenverteidigung die so gut gegen Gladbachs Flanken verteidigt wie keine andere Mannschaft in dieser Saison.

21.31 Uhr: Der Schwung der ersten Halbzeit ist weitgehend dahin. Mainz zieht sich in der Defensive weit zurück und Gladbach spielt in Handball-Manier um den Strafraum rum, wo Friend, Neuville und Rösler auf Flanken lauern. Leider ist das lange nicht mehr so erfolgversprechend wie vor der Pause.

21.22 Uhr: Der Auftakt der zweiten Halbzeit war ein erfolgloses Flankenfestival der Gladbacher – hier entstand aber viel aus Verlegenheit. Die erste richtige Chance hatte Mainz in Person des Torschützen Borja. Der kann den Ball in Bedrägnis aus kurzer Distanz aber nicht platzieren und spitzelt ihn genau in die Arme von Heimeroth.

21.02 Uhr: Halbzeit. Für mich eines der besten Spiele dieser Zweitliga-Saison. Über 45 Minuten ein Mordstempo auf hohem taktischen Niveau. Trotz einem extrem engen Mittelfeld gibt es viele Torchancen. Gladbach kann sich nichts vorwerfen. Das Gegentor kann so fallen. Wenn in der Situation ein Fehler zu verorten war, dann beim zweiten Ball, als Karhan in aller Seelenruhe die Anspielstation aussuchen konnte. Vorne fehlt bisher einfach das Glück.

20.56 Uhr: Trotz sehr enger Räume kommt Gladbach immer wieder zu Flanken und damit zu Gelegenheiten. Eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis es hinter Ischdonat einschlägt. Zuletzt hatte Friend die Kopfballchance. Mainz seit fünf Minuten in Unterzahl, weil Noveski am Spielfeldrand an der Nasenseite genäht wird.

20.50 Uhr: Bittere Auswechslung bei Mönchengladbach. Paauwe muss den Platz verlassen, nachdem er dreimal richtig auf die Socken bekommen hat. Für ihn kommt Polanski.

20.42 Uhr: Die nächste 100-prozentige für Gladbach. Rösler kommt nach Traumflanke von Ndjeng aus sieben Metern aus vollem Lauf völlig ungehindert zum Kopfball – eine Situation die der Regisseur in neun von zehn Fällen nutzt. Dieses war leider der zehnte.

20.38 Uhr: Riesen-Chance für Gladbach. Nach einer Flanke versucht schlägt Coulibaly fünf Meter vor dem Tor ein Luftloch, trifft den Ball aber immerhin so, dass er parallel zur Torlinie zu Paauwe trudelt, der bereits in Rücklage die Kirsche über das Tor wichst und sich dabei beinahe verletzt. Langsam gerät Mainz unter Beschuss.

20.34 Uhr: Mainz kommt kaum noch in die Offensive, spielt aber im Mittelfeld ein ungeheuer intensives Pressing. Selten kann sich Gladbach dadurch kombinieren und muss stattdessen oft den langen Ball auf Friend probieren. Das Niveau würde manchem Bundesliga-Spiel gut zu Gesicht stehen.

20.25 Uhr: Das Spiel hat ein hohes Tempo aufgenommen. Nach einer zweiten guten Standard-Chance von Mainz setzt nun Gladbach Duftmarken. Mainz stoppt die Borussia frühzeitig durch Fouls, so dass sich auch auf dieser Seite Gefahr aus ruhenden Bällen entwickelt.

20.18 Uhr: Tor für Mainz! 0:1 durch Borja. Freistoß von der linken Seite. Ein halbgarer Befreiungsversuch landet bei Karhan, der viel Zeit hat und aus zentraler Position den Ball in den Strafraum lupft. Borja der anders als seine Nebenleute nicht im aktiven Abseits steht bekommt den Ball und schiebt ihn ins lange Eck. Gladbachs Abwehr hat sich bei der Abseitsfalle eindeutig verzockt.

20.15 Uhr: Die Aufstellungen: Bei Gladbach steht bis auf Browuers die Erfolgself der Hinrunde mit der Coulibaly-Variante auf links auf dem Platz . Einzige Überraschung: Gohouri erhält den Vorzug vor Kleine.

Heimeroth – Voigt, Daems, Gohouri, Levels – Paauwe, Coulibaly, Ndjeng, Rösler – Neuville Friend

Bei Mainz prägen einige Ausfälle das Bild der Mannschaft. Vor allem Gunkel wird schmerzlich vermisst.

Ischdonat – Rose, Noveski, Subotic, Hoogland – Gaghfous, Pekovic, Vrancic, Karhan – Boakye, Baljak.

20.00 Uhr: Gladbach gegen Mainz ist wohl das Spiel, von dem ich mir fußballerisch in dieser Saison am meisten erwarte und wird von der Kribbel-Intensität nur noch vom Derby gegen Köln getoppt. Nach der Hinrunden-Schmach und den einigermaßen verpatzten Rückrunden-Auftakt gilt es heute einiges wettzumachen. Dass ich uneingeschränkt optimistisch bin, kann ich nicht behaupten. Das wird sicher ein ganz knappe Kiste.

Im Vorfeld wird im DSF ein obskure Meldung diskutiert, wonach Jürgen Klopp einen Vorvertrag bei Red Bull Salzburg unterschrieben haben soll. Interview-Gast Benjamin Auer kann sich das Lachen nicht verkneifen, so unwahrscheinlich scheint ihm diese Konstellation und mir geht es nicht anders. Wieso sollte sich ein Man, der in Deutschland Optionen wie kein anderer Coach hat, so etwas antun? Zwar sind die Posten bei den Top-Clubs Bayern und Bremen scheinbar langfristig besetzt, aber auch der HSV oder – je nach weiterem Saisonverlauf – Schalke sind nicht zu verachten.

Aber zurück zum Spiel. Bei Gladbach dürften die Köpfe ordentlich durchgeföhnt worden sein und eventuelle Anwandlungen von Überheblichkeit der Vergangenheit angehören. Oder wie Luhukay am Premiere-Mikro sagt: Die Mannschaft muss die Rückschläge der letzten Wochen “in Positivismus umsetzen.” Eine Führung wird, soviel wage ich zu prognostizieren, wird jedenfalls nicht mehr als Ruhepolster herhalten.

Jürgen Klopp selbst gibt übrigens keinen Kommentar zu den Grüchten um sein Person zu Protokoll, sondern kündigt an, mit einem Punkt nicht zufrieden sein zu wollen.

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