Neuer DFL-Spielplan: Der Fan bleibt draußen
Das Bild, dass die DFL vom, Bundesliga-Fan hat sieht so aus:
- sozial vereinsamt
- keine familiären Verpflichtungen
- keine Hobbys außer Fußball im Fernsehen
- kein Interesse an Live-Spielen im Stadion
- und – obwohl alles bisher genannte eindeutig auf einen alkoholkranken Hartz-4-Empfänger schließen lässt – Zahlungsbereitschaft ohne Ende
So etwa lässt sich die neue TV-Rechte-Ausschreibung zusammenfassen. Jedenfalls, wenn man die Aussage ernst nimmt, dass das gefundene Modell ein “attraktives Angebot für Fans” darstellt.
Ich kann nur inständig hoffen, dass Seifert und Co bewusst ist, dass diese Aussage zynische PR-Scheiße ist. Dass Attraktivität einzig und alleine für Pay-TV-Sender geschaffen werden sollte.
Selbst das ist nicht der Fall. Ich habe bereits vor einem halben Jahr festgestellt, dass ein Spielplan, wie er jetzt vorgelegt wurde, viele Verlieren kennt, aber keinen echten Gewinner. Daran hat sich nichts geändert, denn die Ausschreibung wurde nur im Detail verändert.
Meine Aussagen von damals kurz zusammengefasst (und um einige Punkte erweitert):
- Die Zweitliga-Clubs werden massiv benachteiligt, weil die Spiele zu Unzeiten angepfiffen werden (Fr. 18 Uhr Sa. 13 Uhr, So. 13.30). Für Auswärtsfans ist bei längerer Anreise keine einzige der Anstoßzeiten einzuhalten, außer mit einem Tag Urlaub oder Anreise am Vortag incl. Hotelkosten.
- Die Drittliga-Clubs werden jeder exclusiven Anstoss-Zeit am Wochenende beraubt
- Die Amateur-Fußballer – übliche Anstoßzeit Sonntags 15 Uhr – bekommen ein Erstliga-Spiel als Konkurrenz vor die Nase gesetzt und werden noch mehr Zuschauerschwund haben als es schon der Fall ist (dass die Kultur, seinen Stadtteils- bzw. Ortsverein zu verfolgen, massiv nachgelassen hat, werde ich bei Gelegenheit in einem eigenen Post thematisieren).
- Familienväter werden kaum rechtfertigen können, Sonntagsmittags die Glotze anzuwerfen.
- Den Auswärtsfans in allen Ligen wird die An- und Abreise an einem Tag erheblich erschwert.
- Die Stadiongänger können je nach Anstoßzeit die Zusammenfassungen der anderen Spiele nicht mehr anschauen.
- Der reine Fernseh-Fan muss abartig viel Zeit aufwenden, will er alle Geschehnisse live verfolgen
Zusammenfassend: Die DFL hat den Pay-TV-Sendern Exklusivität ausschließlich auf Kosten der Fans zur Verfügung gestellt. Und nicht nur der Fans, die gar kein Interesse an Pay-TV haben. Auch die zahlende Kundschaft wird deutlich benachteiligt.
- Konnte ich vorher mit einem Zeiteinsatz von 6 Stunden pro Wochenende (und das war selbst mir schon zuviel) alle Bundesliga-Spiele verfolgen und damit das Angebot, für das ich viel Geld zahle, voll wahrnehmen, muss ich nach dem neuen Modell 10 Stunde aufwenden.
- Bin ich ein Vereins-Fan, konnte ich vorher einigermaßen sicher sein, das Spiel meines Bundesliga-Vereins auf jeden Fall anschauen zu können. Jetzt verpasse ich mindestens zwei Spiele pro Saison, weil ich Sonntags um 15.30 selbst spiele (oder weil ich je nach persönlichem Zeitplan zu einer anderen Anstoßzeit Besseres vorhabe).
Für den Fan ist das neue Angebot also weniger attraktiv als das bisherige, mithin weniger wert und die Zahlungsbereitschaft sinkt.
Das 18.30-Spiel am Samstag als Kaufanreiz zu verstehen, halte ich für naiv. Bin ich bereit, für Exklusivität Geld auszugeben, habe ich es auch schon vorher gemacht. Wenn nicht, warte ich eben bis zum Sonntag, um die Zusammenfassung zu sehen. Ob es nun zwei oder drei Spiele sind, die ich erst mit Verspätung serviert bekomme, wird mir die Geldbörse nicht lockerer sitzen lassen.
Fakt ist: Echte Exklusivität darf die DFL dem Pay-TV aufgrund kartellrechtlicher Probleme nicht bieten. Stattdessen basteln sich Seifert und Genossen ein Pseudo-Exklusivität zusammen, die in Wahrheit genau das Gegenteil von dem Beabsichtigten erreicht. Damit gibt die Bundesliga einen ihrer wenigen Trümpfe aus der Hand. Die im Gegensatz zu anderen Ligen noch vorhandene Fan-Orientierung, die die Werbewirtschaft mit großzügigen Sponsor-Verträgen honoriert.
Ich hoffe, dass die ARD erkennt, dass die Gebühren nicht dazu da sind, Fußball-Millionäre zu füttern. Sondern dass die Free-TV-Rechte zu einem echten Marktpreis (der deutlich niedriger ist als der aktuelle Kurs) an Private durchgereicht werden. Das wäre ein erheblicher Dämpfer, der die Gedanken der Verantwortlichen in eine vernünftige Richtung lenken könnte. Und dass die Werbepartner knallhart kalkulieren, dass Exklusivität für das Pay-TV weniger Exklusivität für die eigene Präsenz darstellt.
Meine Theorie lautet schon seit längerem, dass Christian Seifert als Vollwurst in die Annalen des deutschen Profi-Fußballs eingehen wird. Weil er ein Manager ist, der vielleicht bei Karstadt die richtige Besetzung war (Karstadt 2000 – 2005, Erfolgsgeschichte anyone?), aber keinerlei Fingerspitzengefühl für sein aktuelles Geschäft hat. Der nicht versteht, dass mangelnde Pay-TV-Einnahmen keine Frage des Spielplans, sondern der sehr speziellen deutschen Strukturen sind.
Schlimmer als diese Personalie finde ich allerdings die Zustimmung zu einem solchen Konzept durch die Profi-Vereine in persona DFL, die sich damit ganz weit von der Basis entfernen und unter anderem leere Stadien in der bis dahin als weltbeste gefeierten zweiten Liga in Kauf nehmen.
Nur noch eins zum Schluss: Das ewige Argument, der Fan könne ja nicht wollen, dass die Bundesliga international in der zweiten Reihe spielt, ist für die Füße. Mehr als 50 Prozent selbst der Erstligavereine haben keine dauerhafte europäische Perspektive. Bei denen geht es nur ums nationale Geschäft und darum, dieses so interessant wie möglich zu halten. Extrem hohe Einnahmen für Bayern München aus der CL stehen dem diametral entgegen.
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Neue Trikots der Bundesliga 08/09
Update: Die Bundesliga-Trikots der Saison 09/10 gibts hier
Endphase der Bundesliga heißt auf dieser Seite Vorstellung der neuen Trikots für die Saison 2008/2009 – und zwar für Bundesliga, zweite Liga und (Premiere!) die dritte Liga. Die angegebenen Preise beziehen sich auf die Größe L.
Letztes Update: KSC, Nürnberg, Wehen, Dresden
Bundesliga
Hertha BSC Berlin Home und Away: Mit einem schlichten, klassisch anmutenden Shirt kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Außer man nimmt die Farbe des Sponsors mal eben in das Design mit rein. Puristen werden sicher aufschreien. Aus ästhetischen Gesichtspunkten sind roter Kragen und roter Swoosh recht gelungen. Auf den alten Trikots wirkte das fette DB-Logo wie ein Fremdkörper, so hat man eine optische Verbindung. Die Auswärts-Trikots gefallen mir richtig gut. Schwarz mit einem rot-weißen Bauchring. Auch diese Farbgebung ist dem Sponsor geschuldet, aber dafür hat man hier nochmal ein Design, das originell und gleichzeitig zurückgenommen ist. Ausrüster: Nike, Preis: 69,95
VfL Bochum Home, Away und Ausweich: Feine Nadelstreifen in Bochum. Ist nicht mein Fall, aber auch keine ästhetische Sünde. Interessant finde ich, dass der neue Ausrüster Doyoufootball ist (danke an Maze für den Hinweis). Im letzten Jahr hatte der Geschaftsführer der deutschen Firma noch angekündigt, auf absehbare Zeit keinen Bundesligisten unter Vertrag zu nehmen, da man nicht die Mittel hätte und dies auch der mittelfristigen Firmenphilosophie nicht entsprechen würde. Stattdessen wollte man sich auf Traditionsvereine in der zweiten und dritten Liga konzentrieren. Genauer nachzulesen in meinem Beitrag vom letzten Jahr. Mit der Idee, den Fans absolut bezahlbare Trikots anzubieten, hat Doyoufootball eh ein Stein bei mir im Brett. Für ein L-Trikot des VfL Bochum zahlt man – im Vergleich zu den anderen Bundesligisten – unglaubliche 39,95 Euro. Um nochmal die Kernaussage vom letzten Jahr zu wiederholen: Bei St. Pauli sind die Trikot-Verkäufe nach der Preisreduzierung durch Ausrüsterwechsel um 600% gestiegen. Ausrüster: Umbro Doyoufootball, Preis: 39,95
Arminia Bielefeld Home und Home und Away: Blaues Trikot, weißer Brustring, davon ausgehend einige ziemlich assymmetrische Zacken. Keine Design-Meisterleistung. Das weiße Auswärtstrikot ist fast identisch. Es fehlt aber der Brustring, was das ganze deutlich reduzierter und durchdachter wirken lässt. Ausrüster: Saller
Werder Bremen Home und Away: Mal was neues in Bremen. Schwarze Auswärts-Trikots mit grünem Brustring. Sehr gewöhnungsbedürftig sind allerdings die orange-grün-schwarz geringelten Stutzen. Die Heimtrikots sind fast gänzlich grün-weiß, das Orange ist nur in Details zu finden. Ausrüster: Kappa, Preis: 67,50
Energie Cottbus Home: Halbe-halbe rot und weiß. Ausrüster: Saller.
Borussia Dortmund Pokalfinale, Home,Away: Wir sind vom BVB ja schon einiges gewohnt. Jubiläumstrikot, Weihnachtstrikot etc. Jetzt gibt es das Pokalfinale-Trikot. Klarer Fall von Fan-Abzocke, aber es gibt bestimmt genug Idioten, die so eine Dreistigkeit noch belohnen werden. Das neue Heimtrikot: Feine Nadelstreifen, wenig Schnick-Schnack. Durchaus nett anzuschauen. Wenn nicht diese gruselige Farbkombination des Sponsors wäre: Lila-Weiß-Rot. Uärks! Das Auswärtstrikot: Originelles Design. Schwarzes Jersey mit gelber Schärpe, der Sponsor-Aufdruck diagonal über den Oberkörper, dazu gelbe Hosen. “Damit greift das Trikot ein Design aus frühesten Tagen des BVB auf, als die Borussen in einem blau-weißen Trikot mit roter Schärpe spielten”, klärt die BVB-Homepage auf. Gefällt mir ganz gut.Ausrüster: Nike
Eintracht Frankfurt Away und Ausweich: Eigentlich eine gute Idee, die Fans das Design vorschlagen und anschließend den besten Entwurf wählen lassen. Einige weniger gute Idee ist allerdings, den eindeutigen Sieger im Nachhinein als nicht annehmbar zu deklarieren und einen zweifelhaften Zweitplatzierten stattdessen aufs Podest zu heben. So geschehen bei der Eintracht. Den eigentlichen Siegerentwurf, in der Übersicht ganz unten rechts, zierte auf der Frontseite ein ziemlich fettes Kreuz. Als das Teil längst durchgewunken war, fiel den Verantwortlich plötzlich die dem Design innewohnende religiöse Symbolik auf und sie erinnerten sich an klagefreudige Anwälte in Istanbul. Das Ende vom Lied: Die Anhänger fühlen sich verarscht und haben im Eintracht-Forum umgehend eine Petition gegen das neue Trikot eingereicht. Ausrüster: Jako, Preis: 59,95
Hamburger SV Away: Nach der letztjährigen Reminiszenz an die Trikots der 83er präsentiert der HSV erneut ein Retro-Design: Angelehnt an die Hemden des Vorläuferclubs Germania 1887 läuftdie Mannschaft auswärts mit blau-schwarzen Jerseys auf. Killer-Detail: Das Hamburger Stadtwappen auf der rechten Brust. Wird mit Sicherheit gut verkauft. Halb blau, halb schwarz mit schwarzen Hosen und Stutzen. Gelungener Kontrast zu den weißen Heimtrikots. Ausrüster: Adidas, Preis: 69,95
Hannover 96, Home, Away und Ausweich: Ein bisschen mehr Fantasie habe ich dem neuen Ausrüster Under Armour ja schon zugetraut. Das erste Mal auf dem deutschen Markt, gibts Trikots ohne wirkliches Unterscheidungsmerkmal – weder Design noch Schnitt lässt Innovation erahnen. Schlecht ist das nicht natürlich nicht, aber auch nicht aufregend. Ausrüster: Under Armour, Preis: 64,95
1899 Hoffenheim Home und Away: Okay, das ist langweilig. Ein blaues, ein weißes Trikot. Keine erkennbaren Gimmicks. Zurückgenommener gehts nicht. Ausrüster: Puma
Karlsruher SC Home:
1. FC Köln Home, Away: Zuhause: Komplett rot, nur an der Hose gibt es weiße Streifen an der Seite. Auswärts: Schlichtes Weiß mit roten Flanken. Insgesamt stimmig, sieht in voller Montur bestimmt ganz cool aus, gerade weil es extrem reudziert ist. Ausrüster: Reebok, Preis: 69,95
Bayer 04 Leverkusen Home (Detailansicht): Ziemlich asymetrisch. Ob die Pässe nächste Saison in der Tendenz rechts am Mann vorbeigehen? Sollte man mal messen. Ausrüster: Adidas, Preis: 69,90
Borussia Mönchengladbach Home: Seit Samstag brennen 65 Euro wie Feuer in meiner Tasche – also seit ich das neue Heimtrikot aus der Nähe gesehen habe. Das beste Design seit Jahren. Der Traditionslook der 70er-Jahre wurde aufgefrischt und mit modernen Elementen kombiniert. Ausrüster: Lotto. Preis: 64,99
Bayern München Away und CL: Ob Bayern den Fans damit eine Freude macht? Ein schlichtes, dunkelblaues Trikot. Das CL-Trikot in sehr schlichtem weiß mit roten Adidas-Streifen auf der Schulter. Ausrüster: Adidas, Preis: 69,95
FC Schalke 04 Home: Da muss man schon genau hingucken, um die Änderungen zur Vorsaison festzustellen. Jedenfalls kein Design, dass dem Fan einen unbedingten Kaufgrund gibt. Ausrüster: Adidas, Preis: 69,95
VfB Stuttgart Home, Away und Ausweichtrikot: In Sachen Trikots gibt es beim VfB traditionell keine Überraschungen. Das Design ist von vornerein festgelegt und bietet nur sehr wenig Raum für Spielereien. Vielleicht gibt es ja in den nächsten Jahren ein paar mutige Farbkombinationen beim Ausweichtrikot. In dieser Saison jedenfalls nicht. Ausrüster: Puma, Preis: 65 Euro.
VfL Wolfsburg Home und Torwart: VW macht Platz auf der Brust für den guten Zweck. Feine Sache, aber das Herz-für-Kinder-Logo ist spätestens seit den späten achtzigern ein designtechnisches No-go. Zusammen mit dem chirurgenkittel-grünen Farbton sind das die hässlichsten Trikots der Liga. Ausrüster: Nike.
2. Bundesliga
Alemannia Aachen Home: Auch in Aachen durften die Fans wählen. Herausgekommen ist ein schmalgestreiftes Retro-Teil, dass es bisher nur auf dem Papier gibt. An der Abstimmung haben sich auch Alemannia-Spieler beteiligt, wie Patrick Milchraum. Dürfen die das? Und was wäre passiert, hätte eine Übermacht Gladbacher für den Sieg eines objektiv potthässlichen Teils gesorgt? Ausrüster: Jako, Preis: 54,95
Rot-Weiss Ahlen Home und Away: Straightes Rot-Weiß mit wenig Schnick-Schnack. Nicht gerade der Burner, aber passt. Ausrüste: Jako.
FC Augsburg Home und Away: Wahlen und kein Ende. Wie schon im Vorjahr bestimmten die Fans das Design. Das Resultat ist eindeutig: Bloss keine Experimente. Schlichtheit siegt gegen seltsame Karo-Muster. Ausrüster: doyoufootball, Preis 39,95
MSV Duisburg Home: Neue Interpretation des Zebra-Looks: Breitere blaue Balken, dünnere weiße. Sonst wenig Schnick-schnack. Sehr gelungen. Ausrüster: Uhlsport, Preis: 59,95
FSV Frankfurt Home: Die Wahl der Fans zwischen drei Entwürfen fiel auf ein blau-schwarz gestreiftes Trikot. Entgspricht dem Design des SC Freiburg – nur eben in anderen Farben.
SC Freiburg Home: Die traditionellen rot-schwarzen Längsstreifen, allerdings verpackt in ein überladenes Design. Sieht mir zu unruhig aus. Ausrüster: Jako, Preis: 55 Euro
SpVgg Greuther Fürth Away:Scharz-Grüne Längsbalken, das Design entspricht dem des SC Freiburg. Beurteilung: Siehe oben. Ausrüste: Jako, Preis: 55 Euro
FC Ingolstadt Home: Schlichtes Design ohne jegliche Experimente, Ausrüster: Nike
1. FC Kaiserlautern Home: Die Roten Teufel mit höllischen Flammen auf dem Trikot. Originelles Design, an dem sich die Geister scheiden werden. Entweder man findet es total heiß oder ziemlich kitschig. Ausrüster: Kappa Oder auch nicht. Bei dem verlinkten Trikot handelt es sich um den Sieger eines Fan-Entwurf-Wettbewerbs, von dem Kappa nur ein einziges Stück hergestellt hat.
1. FC Kaiserlautern Home, Away und Ausweich: Jetzt aber das richtige. Lautern läuft in klassisch-schlichtem Dress in den Vereinsfarben auf und hat endlich mal wieder ein Auswärtstrikot, das nicht Augenkrebs verursacht, Ausrüster: Kappa, Preis: 69,95
Mainz 05 Home und Away: Der Ausrüster hat sich geändert, die Farbgebung nicht. Auch hier fällt auf: Retrolook und Schlichtheit sind schwer angesagt. Ausrüster: Nike, Preis: 65 Euro
1860 München Home, Away und Ausweich: Die Kollegen vom Löwen-Blog zeigen, wie die Trikots aussehen sollen. Jetzt auch offiziell: Das weiße Heimtrikot und das gelbe Ausweichtrikot ziert ein riesiger hellblauer Löwe. Sieht eher nach einem Fan-Entwurf aus, als nach etwas, dass einem professionellen Designer einfallen würde. Bestimmt werden aber viele Fans drauf fliegen. Das Away-Trikot ist schlicht blau-schwarz gestreift. Ausrüster: Erima, Preis: 69,90.
1. FC Nürnberg Home und Away: Die Heim-Trikots in bewährtem weinrot. Auswärts hat der Designer mal richtig aufgedreht: Das weiße Trikot hat einen schwarzen und einen roten Ärmel. Ausrüster: Adidas.
VfL Osnabrück Home: Osnabrücks neues Trikot erinnert an das klassische Celtic-Design, nur eben in lila-weiß. Quergestreifte Trikots und Stutzen. Sieht gut aus.
FC St. Pauli Home und Away: Wirklich schöne, im Detail fein ausgearbeitete Trikots. Und das alles zu einem fairen Preis. Ausrüster: Doyoufootball, Preis: 39,95.
Hansa Rostock Home: Das Teil ist zwar noch nicht offiziell vorgestellt, aber auf dem Mannschaftsbus bereits aufgemalt. Ein wirklich schickes Jersey, weiß mit einem rot-weiß-blauen Längsstreifen über dem Herzen. Erinnert an das Gladbacher Trikot. Ausrüster: Masita.
SV Wehen Home und Away: Rot-schwarzhälftig aufgeteilt. Erinnert mich an meine Entwürfe mit dem Anstoss-3-Trikot-Designer. Auswärts komplett in weiß. Ausrüster: Nike.
3. Liga
Erzgebirge Aue Home: Auweia. Da freut sich der Zuschauer, wenn Aue auswärts spielt. Ausrüster: Puma.
FC Union Berlin Home und Away: Schlicht einfarbig, mit klassischer Kragen-V-Ausschnitt-Kombi. Manchem mag es zu sehr Kreisliga sein, mir gefällts. Ausrüster: Doyoufootball, Preis: 39,95.
Eintracht Braunschweig Home: Jetzt mit Getränkehändler auf der Brust. Ausrüster: Puma, Preis 50 Euro.
Dynamo Dresden Home: Retro-Desgin im Stil der 70er Jahre. Von den Fans mit 80% aus drei Entwürfen gewählt. Sehr schön: Der Sponsor-Schriftzug nicht auf der Brust, sondern längs auf einem schwarzen Balken. Der Sponsor-Schriftzug befindet sich entgegen dem ursprünglichen Entwurf doch auf der Brust. Schade. Ausrüster: Jako
Fortuna Düsseldorf Home, Away und Torwart: Gute Güte, was geht denn bei der Fortuna ab? Ist das Heim-Jersey noch klassisch im rot-weißen Zebra-Look, sieht das Auswärts-Trikot aus, als wäre ein Eimer Farbe ausgelaufen. Und auf dem Torwart-Trikot sind die Knochen des menschlichen Brustkorbs abgebildet. Ausrüster: Puma, Preis: 64,95
Carl-Zeiss Jena Home: Mit neuem Brustsponsor geht es in die dritte Liga. Schlichtes Trikot, halb weiß, halb blau. Ausrüster: Nike.
SC Paderborn Home und Away: Während das Heimtrikot noch bewährt blau-schwarz gestreift daherkommt, sieht das Auswärtstrikot in gelb-rot nach einem Desaster aus.
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Die härteste 1. Liga aller Zeiten
Zu Beginn dieser Saison wurde die härteste 2. Liga aller Zeiten ausgerufen. Selbiges blüht uns in wenigen Monaten, nur eine Klasse höher. Es wird mit Sicherheit der übelste Abstiegskampf aller Zeiten. Die Anzahl der Fahrstuhlmannschaften ist auf Minimum reduziert. Der (nicht allzu unwahrscheinliche) Extremfall: Nürnberg bleibt drin und Hoffenheim steigt auf.
Wer bleibt dann als vermeintlich sicherer Absteiger? Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus Cottbus, Karlsruhe und vielleicht Bochum. Das war’s. Zuvor hatte man in der Regel fünf Mannschaften, deren Etat so weit hinter dem Liga-Mittel herhinkte, dass man sie getrost in den Tabellenkeller tippen konnte. Doch mit Köln, Gladbach und Hoffenheim kämen drei Mannschaften mit einem riesigen Potential hoch, für die der Klassenerhalt nur kurzfristiges, der europäische Wettbewerb hingegen mittelfristiges Ziel ist.
Bochum dürfte sich mit den sehr soliden Verpflichtungen Freier, Azouagh und Hashemian zunächst aus dem Kreis der sicheren Abstiegskandidaten entfernt haben. Deshalb könnte es Teams treffen, die im Moment noch nicht im Traum mit der zweiten Liga rechnen. Die Prognose: Es werden am Tabellenende sieben bis acht Mannschaften lange zittern müssen.
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Bundesliga-Stöckchen
Von hier.
Dein Verein ist:
Borussia Mönchengladbach
Das offizielle Saisonziel war:
Meisterschaft. Oleoleole.
Dein persönliches Saisonziel war:
Meisterschaft. Oleoleole.
Was trauten Experten Deinem Verein zu?
Meisterschaft. Oleoleole.
Wird Deine Mannschaft das offizielle Saisonziel erreichen?
Meisterschaft. Oleoleole.
Hat Deine Mannschaft das persönliche Saisonziel erreicht?
Meisterschaft. Oleoleole.
Welches war das beste Heimspiel in dieser Saison?
Auch wenn es nicht das beste Spiel war: Das 1:0 gegen Koblenz in der Rückrunde war wohl das wegweisende Spiel zum Aufstieg. Der Siegtreffer in der 92. Minute hat wohl alle Zweifler davon überzeugt, dass wir es schaffen können.
Welches war das beste Auswärtsspiel in dieser Saison?
Zwei Spiele stechen heraus: 5:1 in Koblenz und 7:1 in Offenbach. Wobei beide Ergebnisse der Leistung geschmeichelt haben. Egal, solche Feiertage muss man mitnehmen, ohne sie zu hinterfragen.
Was war das schlechteste Spiel in dieser Saison?
Das 2:2 in Jena wahrscheinlich, trotz des schmeichelhaften Unentschiedens.
Zu Beginn der Saison: Wer war Meisterschaftsanwärter?
Die Borussia natürlich. Und vielleicht noch Köln oder Mainz.
Zu Beginn der Saison: Wer sollte absteigen?
Ich gönne niemandem was schlechtes. Meine rein sportliche Prognose war erwiesenermaßen Aue, Paderborn, Osnabrück und Offenbach. Damit lag ich wohl nicht so weit daneben.
Jetzt kommen die letzten Spieltage.
Ist Nürnberg abgestiegen?
Nein. Pferde. Apotheke. Usw.
Wie oft hast Du in dieser Saison Deinen Verein im Stadion unterstützt?
Sechsmal schätze ich.
Wie hast Du Deinen Verein in dieser Saison finanziell unterstützt?
Durch jede Menge Bier bei den Heimspielen. Das waren meine einzigen Fanartikel
Welchen Platz wird Dein Verein in dieser Saison erhalten?
Der erste ist fix
Hat sich diese Saison gelohnt?
Yep
Was machst Du in der Sommerpause?
EM gucken, nach USA fahren.
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Live-Blogging zum Aufstieg: Gladbach – Wehen
19.21: NIE MEHR ZWEITE LIGA, NIE MEHR, NIE MEHR, NIE MEHR!
Aufstiegsparty ich komme! Sonntag erst Nordpark, dann Alter Markt. Zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.
19.15: Ein völlig ungefährderter Sieg für Gladbach. Wehen hatte keinerlei Ambitionen, in der zweiten Hälfte noch weniger als in der ersten. Die Borussia war geduldig, hat es immer wieder versucht und erzielte völlig folgerichtig drei Tore. Der SV kann sich bedanken, dass Gladbach nicht aggresiver gespielt hat.
Die Gladbacher Auswechselspieler tanzen am Spielfeldrand, haben Aufstiegs-Shirts an. Gleich geht der Fisch ab.
19.07: Boooooooum! 3:0 für Gladbach, Sharbel Touma! Erneut Marin mit der Vorbereitung. Wehen versucht rauszuköpfen, doch der Ball lander genau auf dem Fuß von Touma. Der zieht aus zwölf Metern trocken ab und trifft satt halbhoch in die linke Ecke.
19.00: Traumpass aus dem Mittelfeld von Marin auf Neuville. Im letzten Moment abgegrätscht. Keiner im Stadion sitzt mehr, die Mannschaft wird durch die letzten Minuten getragen.
18.57: Gladbachs Alt-Star Herbert Laumen fungiert für die letzten 20 Minuten als Co-Kommentator bei Premiere. Nicht dass dies sehr erhellend werden wird, aber schön ein bisschen Gladbacher Dialekt zu hören. Heimatgefühle.
18.54: TOOOOOOOR für Gladbach. Marin Freistoß von der Eckfahne auf Rob Friend, der vom Fünfer locker einnickt. Das wars!
18.50: Riesenchance für Gladbach. Rösler eröffnet den Angriff durch die Mitte, spielt kurz vor dem 16er rechts auf Touma. Der könnte locker abschließen, spielt aber einen Pass in die Mitte in den Rücken von Friend und Neuville. Olli angelt sich den Ball, legt in zurecht, doch beim Abschluss steht bereits ein Wehener Abwehrspieler im Weg und blockt zur Ecke.
18.42: Glück für Gladbach bei einer Ecke. Daems fälscht einen Kopfball auf sechs Metern unglücklich ab. Heimeroth , schon in die andere Ecke unterwegs, kann seinen Körper gerade noch der Trägheit entreißen und fängt den Ball sicher. Heimroth-Rufe schallen durch den Nordpark.
Im Gegenzug zeigt Olli Neuville dem anwesenden Bundestrainer, was für ein Antritt noch in ihm steckt, und setzt eine gute Chance knapp über die Latte.
18.36: Rösler setzt ein 25-Meter Solo durch die Mitte, zielt auf die rechte untere Ecke, trifft den Ball aber nicht richtig. Mit ein bisschen weniger Egoismus hätte er auf Touma rechts rausgelegt.
18.33: Ein Lupfer von Rob Friend aus 18 Metern touchiert die Latte. Ich weiß nicht wie er gesehen hat, dass Richter zu weit vor dem Tor steht, da er die ganze Zeit auf den Ball gegeuckt hat. Vielleicht war’s die Intuition des Torjägers.
18.16: Halbzeit. Wehen erschreckend schwach. Nicht spielerisch, denn dazu kommt es fast nie, sondern kämpferisch ist da gar, gar nix. Es sieht so aus, als wolle der SV dem kommenden Zweitliga-Meister Spalier stehen wie heute abend Barcelona für Real Madrid es tun muss.
Meine Nervosität ist kaum noch vorhanden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Wehen noch etwas nachzusetzen hat in der zweiten Hälfte – außer Hock stellt die Taktik um und setzt auf volle Offensive. Aber vielleicht reicht ihm tatsächlich ein knappes Ergebnis und er will die zum sicheren Klassenerhalt notwendigen Punkte im nächsten Heimspiel holen bzw. verlässt sich auf die anderen Resultate.
18.06: Wehen macht extrem wenig, als ob die Mannschaft mit einer knappen Niederlage zufrieden wäre. Das Spiel findet zuletzt fast ausschließlich in der Gästehälfte statt. Gladbach spielt sich die Bälle nach belieben zu, hat aber scheinbar keine große Lust Druck aufzubauen. Stattdessen wird handballmäßig um den 16er herum gespielt. Heraus kommt meistens eine hohe Flanke. Die ist nicht immer gefährlich, aber Wehen sollte sich nicht darauf verlassen, dass es so bleibt.
17.55: Wehen findet jetzt besser ins Spiel, weil Gladbach einen Gang zurückschaltet. Die Gladbacher Viererkette steht aber gut und fängt die Pässe aus dem Mittelfeld locker ab. Das Spiel ist langsamer geworden, aber Gladbach versteht es, immer wieder Giftpfeile zu setzen, und kommt durch Neuville und Friend zum Abschluss.
17.45: Die Führung ist verdient. Gladbach mit der Initiative und vielen Ideen. Das Spiel über Außen läuft und Paauwe spielt großartige Pässe. Wehen dagegen versteckt sich und suchte das Heil in Kontern – ein Konzept das nun für die Tonne ist.
17.41: TOOOOOOOOOR für Gladbach 1:0 durch Sharbel Touma. Pass aus dem Mittelfeld auf Neuville am 16er-Eck. Feiner Pass von ihm in die Mitte, wo der völlig ungedeckte Touma sich die Ecke aussuchen kann. Wehen war zwar mit genug Abwehrspielern vertreten, hatte sich aber zu sehr auf den Ball konzentriert und Touma übersehen.
17.40: Zweite Großchance für Gladbach. Rösler kommt aus 13 Metern frei zum Kopfball, kann sich die Ecke aussuchen. Die Flanke war aber zu lasch, als dass er Druck hinter den Ball hätte bekommen können.
17.31: Erste Riesenchance für Gladbach. Friend geht nach Pass Paauwe in den Strafraum, kommt aus relativ spitzem Winkel zum Abschluss. Masic wirft sich entgegen und pariert.
17.29: Gladbach mit der Stammformation. Einzig die rechte Seite war fraglich. Einfach-Torschütze Touma erhält erneut den Vorzug gegenüber Doppel-Torschütze Ndjeng. Wehen läuft erwartet defensiv auf.
Gladbach: Heimeroth – Voigt, Daems, Brouwers, Levels – Marin, Paauwe, Rösler, Touma – Friend, Neuville
Wehen: Richter – Simac, Kopilas, Nakas, Kokot – Schwarz, Catic – Siegert, Nicu – Atem, Diakité
17.26: Kaiserwetter, das Bier steht kalt, Riesenstimmung auf dem Bökelberg (gerade schon telefonisch eingefangen), es kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Okay, nichts außer einem Unentschieden oder einer Niederlage.
Stadionsprecher Toto Knippertz schnappt sich das Stadionmikro und stimmt die Gladbacher Nationalhymne live an. Erste Gänsehaut stellt sich ein – Aaargh! Premiere blendet aus! Egal, bei mir ist Festtagsstimmung.
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Sieben Tore für den Aufstieg – der Auswärtsfahrtbericht
7:1. Ich werd bekloppt.
7:1 klingt nach einem Spaziergang, nach einem Klassenunterschied. Wer das Spiel gesehen weiß, dass es ganz anders war. Es hatte eine seltsame Dramatik. Live im Stadion sogar noch auf einer zweiten Ebene, auf der Support-Ebene. Denn in den letzten 20 Minuten waren es nicht die Gladbacher Fans, die das Stadion beben ließen, sondern die Offenbacher. Ich hatte eine Gänsehaut, auf der man Möhren hätte reiben können. Aber der Reihe nach.
Gladbach kam ganz schlecht in die Partie. Offenbach grätschte, kämpfte, rackerte, so wie es sich für eine Mannschaft im Absteigskampf gehört. In den ersten 20 Minuten fand Gladbach kein Mittel, gegen die sehr gut eingestellten Gastgeber auch nur eine Chance zu kreieren. Im Gegenteil: Einige Male musste man ganz tief Luft holen, insbesondere wenn der starke Bancé zum Abschluss kam. Seinen gut platzierten Kopfball lenkte Heimeroth mit den Fingerspitzen um den Pfosten. Gladbach spielte mal wieder oft lange Bälle auf Friend, der in Sichone einen extrem unangenehmen Gegenspieler hatte. Gegen Ende der zweiten Halbzeit spielten beide am Rande der gelb-roten Karte.
In der Druckphase der Offenbacher hinein fiel völlig überraschen das 1:0. Friend wurde bei einem Entlastungsangriff steil in den Strafraum geschickt und fiel. Aus meiner Sicht im Stadion schien es eine sehr harte Entscheidung. Neuville verwandelte sicher und ich musste meinen Torjubel schwer unterdrücken, stand ich doch mitten im OFC-Fanblock in der Nähe einiger ganzkörpertätowierter Glatzenträger, die kurz zuvor bereits einen anderen Gladbach-Anhänger vor meinen Augen recht rabiat seiner gesamten Fan-Utensilien entledigt hatten.
Die Kickers-Fans tobten und es schallten bereits erste “Hoyzer! Hoyzer!”-Gesänge durch das Stadion. Diese Stimmung sollte nicht besser werden, als kurz vor der Halbzeit der bis dato stärkste Offenbacher Bancé die rote Karte nach einem völlig überflüssigen Foul an Neuville sah. In der Halbzeit riet mir mein Nebenmann, ein Offenbach-Fan, den Block zu wechseln, da er für nichts garantieren könne, sollte eine weitere zweifelhafte Entscheidung gegen die Kickers fallen.
Ich blieb, sollte es aber bald an dieser Entscheidung zweifeln. Kaum fünf Minuten nach der Pause zeigte Schiedsrichter Sippel erneut auf den Elfmeterpunkt und verwies Sichone des Feldes, ohne dass aus unserer Sicht auch nur der leiseste Anhaltspunkt für eine Regelwidrigkeit zu erkennen gewesen wäre. Einziger Anhaltspunkt für eine berechtigte Entscheidung war, dass es keinen Protest seitens des Übeltäters gab. Den OFC-Fans war dieses Indiz indes ziemlich egal und sie stimmten einen derartigen Proteststurm an, dass mit angst und bange wurde.
Ob berechtigt oder nicht, diese Szene war es, die die Partie endgültig kippen ließ. Aus einem Kampf- wurde ein Trainingsspiel Mit neun Mann und 35 Grad auf dem Platz mussten die Offenbacher mit ansehen, wie die Gladbacher den Ball locker zirkulieren ließen, zu einer Chance nach der anderen kamen und die meisten davon locker verwandelten. Die Borussia konnte es sich sogar erlauben, nach drei Auswechslungen einen angeschlagenen Colautti vom Feld zu nehmen, um nur noch mit zehn Mann zu Ende zu spielen und trotzdem noch drei Tore drauf zu setzen.
Während sich die Offenbacher Mannschaft auf dem Feld verprügeln lassen musste, zeigten die OFC-Fans, dass sie nicht in die dritte, sondern in die erste Liga gehören. Von der 70. bis zur 90. Minuten supporteten sie ihr Team ohne eine einzige Atempause, Schmähung des Schiedsrichters oder des Gegners. Und das in einer Lautstärke, dass vom Gladbacher Fanblock bei mir nullkommanichts angekommen ist. Selbst zehn Minuten nach Spielende standen die OFC-Fans noch auf den Zäunen und forderten ihre Mannschaft. Für die Kurve zählte nicht das blanke Ergebnis, sondern vor allem die gute Vorstellung ihres Teams in Halbzeit eins und ein (so seltsam das angesichts eines 1:7 klingt) aus ihrer Sicht nur vom Schiedsrichter verhinderter Punktgewinn. Alle Hüte ab.
Bei einem so eigenartigen Spielverlauf fällt es mir sehr schwer, Einzelleistungen zu bewerten. Es waren zwei völlig konträre Halbzeiten. Bezeichnend dafür vielleicht Neuville: In der ersten Hälfte kaum zu sehen, auch aufgrund fehlender Anspiele. In der zweiten Halbzeit ein Aktivposten. Dazu zwei Tore, aber Elfmetertore. Welche Note sollte ein Kicker-Redakteur da vergeben? Wahrscheinlich eine 2,5.
Über den Spielverlauf spricht in zwei Wochen zum Glück keiner mehr. Mein Bauchgrimmen, was den Aufstieg angeht, ist jedenfalls verschwunden. Er kann wohl nur noch theoretisch verhindert werden: Wenn Hoffenheim alle drei Restspiele gegen Koblenz, Offenbach und Fürth gewinnt und Gladbach gleichzeitig gegen Wehen, Freiburg und Paderborn nur noch einen Punkt holt. Nächste Woche bin ich im Nordpark. Hoffentlich zur Aufstiegsfeier.
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Dieses grimmige Bauchgefühl kurz vor dem Aufstieg
Mit geht es nicht so gut, wie der Tabellenplatz meiner Mannschaft vermuten lässt. Zweifel nagen an mir. Ich mag es nicht, dieses von außen suggerierte Gefühl der Sicherheit. Dass Gladbach durch ist, dass nicht mehr anbrennen kann. So ist es nicht!
Ich bin schon lange genug dabei, um zu wissen, dass alles passieren kann. Damals, als Günter Koch ausrief “Hier ist Nürnberg, wir melden uns vom Abgrund!”, da war es auch so, dass der Club vor dem Spieltag rein statistisch bereits gesichert war. Aber er war es eben nicht. Beim Radiosender 1Live gab es ein Absteiger-Tippspiel, an dem gewiss nicht wenige Menschen teilgenommen hatten. Am Ende gab keinen Sieger, weil Nürnberg niemand auf der Rechnung hatte. Nicht einer aus 10.000.
Wenn an diesem Wochenende alles schlecht laufen sollte – wenn! – dann sind es nur noch drei Punkte auf den Nichtaufstiegsplatz. Und dann wackeln die Knie und die Gegner bekommen die zweite Luft. Dann zählt eine fast komplette Saison als Tabellenführer nichts mehr.
Das brutale an dieser Situation ist, dass ich, und alle anderen Borussia-Fans, den Aufstieg nicht mehr als möglich, sondern als eigentlich selbstverständlich erachten, irgendwo dahinten im Hinterkopf. Unser Scheitern wäre ungleich bitterer als ein Scheitern des FC Köln, der in der gesamten Saison bereits im Stadium der Ungewissheit verharren musste. Ein Scheitern wäre ein Tritt in den Unterleib, wie er körperlich nicht schmerzhafter sein könnte.
Mich begleitet in diesen Tagen also ein grimmiges Bauchgefühl, dieser Rest Ungewissheit, diese Aussicht auf die größte aller Enttäuschungen. Diese unrationale Emotion gepaart mit der Gewissheit, dass es in den nächsten Saisons dank Relegation ungleich schwieriger wird, den Sprung nach oben zu schaffen.
Drei Punkte. Das ist es, was wir noch brauchen. Mehr will ich gar nicht. Und das sollte reichen.
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Aufstieg, ich komme!
Sonntag früh geht es ab an den Bieberer Berg. Und auch wenn für Bild-Zeitungs-Redakteure Dyskalkulie kein Einstellungshindernis ist und sie schreiben dürfen: “Jetzt kann der VfL nicht schon Sonntag in Offenbach aufsteigen”, wissen wir es natürlich besser.
“Borussia gewinnt in Offenbach und kommt damit auf 60 Punkte. Köln und Hoffenheim spielen im direkten Duell unentschieden, außerdem gewinnt Mainz nicht gegen Kaiserslautern und Freiburg nicht bei 1860 München. Gestehen wir Mainz und Freiburg auch mal jeweils einen Punkt zu, sähe die Tabelle wie folgt aus: Borussia 60 Punkte, Hoffenheim 54 Punkte, Mainz 53 Punkte, Köln 52 Punkte, Freiburg 50 Punkte. In diesem Fall könnte Freiburg uns an den letzten drei Spieltagen nicht mehr einholen. Köln könnte dies nur mit drei Siegen schaffen, was bedeuten würde, dass Mainz (das noch in Köln spielt) auf maximal sechs Punkte käme und hinter uns bliebe. Das Ganze funktioniert übrigens auch, wenn Köln am Sonntag gegen Hoffenheim verliert – allerdings nicht, wenn Köln gegen Hoffenheim gewinnt.”
Am Freitag reiche ich also schonmal vorsorglich den Urlaubsantrag ein. Allerdings könnte alles auch ganz genau andersrum kommen und dann wären es nur noch drei Punkte Vorsprung – bei neun noch zu verteilenden Punkten.
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Der Casus Koblenz: Alles mit rechten Dingen?
Die Ressourcen, die ich in diesem Blog für die Recherche verwenden kann, sind selbstverständlich begrenzt. Ich kann nur feststellen, wann es unter welchen Bedingungen einen Punktabzug gab. Die genauen Gründe kennen wohl nur die DFL und die betroffenen Vereine.
Wenn man sich aber die Sanktionen der letzten Jahre anschaut, kann man keine Linie erkennen. Exemplarisch sollen hier genannt sein: In der Saison 99/00 wurden Eintracht Frankfurt 2 Punkte während der laufenden Saison abgezogen. 01/02 wurden Reutlingen 6 Punkte abgezogen – allerdings für die folgende Saison. 02/03 wurden Kaiserslautern drei Punkte abgezogen – für die folgende Saison aufgrund von Lizenzverstößen zwischen 97 und 03. der 1. FC Nürnberg bekam 1995 6 Punkte abgezogen für die folgende Saison.
Der Grundsatz der DFL laut Kicker von 2003: Punktabzug in der laufenden Saison gibt es nur dann, wenn die Lizenzverstöße in der laufenden Saison begangen wurden.
Dieser Ansatz ist – ich nenne es mal – zweifelhaft. Warum wird ein Verstoß aus dem letzten Jahr, den die DFL erst später feststellt, anders sanktioniert, als ein Verstoß in der laufenden Saison? Der Grundgedanke dabei lautet dann: Wenn Ihr es nur lange genug verschleiert, habt Ihr Zeit, Euch auf die Strafe einzustellen. Das kann es nicht sein. Wenn eine Bestrafung fällig sein muss, dann so zeitnah wie möglich.
Dennoch, die Tatsache, dass Koblenz noch in dieser Saison Punktabzug bekommt, bedeutet dann wohl, dass die Verfehlung auch in dieser Saison stattgefunden hat. Das hebelt zunächst sämtliche Theorien aus, dass der Punktabzug auf Verfehlungen in der Ägide Kuntz/Sasic zurückzuführen ist. Vielmehr müssten sich die aktuell Verantwortlichen infrage stellen. Doch die verweisen in Person von Geschäftsführer Wolfgang Loos auf die ehemalige Führung.
Bei SpOn hat Loos heute ein Interview gegeben, dass für mich an Naivität kaum zu überbieten ist.
Ich bin ja erst drei Tage vor Abgabe der Lizenzierungsunterlagen für die kommende Saison gekommen, ich habe dann erst später feststellen können, dass die Zahlen nicht übereinstimmten.
So what? Du hast die Unterlagen eingereicht, also bist du auch dafür verantwortlich.
Und das Beste:
Es kann doch nicht Aufgabe eines Trainers oder eines Aufsichtsrates sein zu überprüfen, ob Unterlagen bei der DFL eingereicht wurden.
Wozu ist ein Aufsichtsrat denn da, wenn nicht die absolut grundlegendsten Abläufe im Verein zu kontrollieren? Wie können Lizenzunterlagen ohne Prüfung durch den Aufsichtsrat überhaupt bei der DFL eingereicht werden?
Der Patzer kann nicht nur nebensächlich gewesen sein. Die Strafe gegen Koblenz ist mit Abstand die höchste, die die DFL jemals ausgeprochen hat. Mit anderen Worten: So eminent, dass es irgendeiner Kontrollinstanz im Verein hätte auffallen müssen, bevor die Unterlagen eingereicht wurden. Wenn der bisherige Geschäftsführer Gläser, wie von Loose im SpOn-Interview geschildert, nach seinem Abgang komplett untertaucht, müssten die Alarmglocken dreimal so laut schrillen.
Nun will ich nicht Koblenz an den Pranger stellen. Alle Ausführungen können nur auf Mutmaßungen der tatsächlichen Situation beruhen. Es bleibt auf jeden Fall der fade Beigeschmack, dass ein kleiner Verein geopfert wird zugunsten eines Umsatzbringers, dass das Strafmaß willkürlich hoch ist.
Auf der anderen Seite muss man den Koblenzer Fans vor Augen halten: Wenn es eine Situation gibt, in der acht Punkte Abzug verkraftbar sind, dann jetzt. Die TuS spielt eine hervorragende Saison, sie ist trotz der drakonischen Strafe nicht auf einem Abstiegsplatz und hat aufgrund des Restprogramms alle Karten in der Hand.
Man ist zwar nun punktgleich mit Lautern, aber Offenbach, Osnabrück und Augsburg haben an diesem Wochenende ein schweres Programm und wenn alles gut läuft, sind plötzlich wieder fünf Vereine im Abstiegskampf voll dabei. Womit diese auch nicht gerechnet haben und sich nun neuen Realitäten stellen müssen.
Wie die Saison auch ausgehen mag, die DFL muss sich vorwerfen lassen, dass sie aufgrund des Zeitpunkts der Entscheidung erheblich in den Abstiegskampf eingegriffen hat. Und das alleine ist, ohne die Grundlagen zu kennen, alles andere als in Ordnung.
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Lautern atmet wieder
Lautern hat alles falsch gemacht, und trotzdem scheint es da jemanden zu geben, der dem Verein wohlgesonnen ist. Ob es sich dabei um den lieben Gott oder die DFL handelt, lasse ich mal offen. Die Koblenzer Fans haben da eine eindeutigere Meinung:
Ich persönlich glaube seit geraumer Zeit daran, dass seitens der Mafia DFL/DFB alles versucht werden wird, um den FCK in der Liga zu halten.
Für Verschwörungstheorien bietet der Acht-Punkte-Abzug viele Ansatzpunkte. Waren es nicht Stefan Kuntz und Milan Sasic, die damals beim TuS in der Verantwortung standen, als unter anderem mehrere hunderttausend Euro am Finanzamt vorbei an die Spieler ausgezahlt wurden? Ist es nicht schon ein wenig auffällig, dass der Punktabzug genau so bemessen wurde, dass Kaiserslautern nochmal Morgenluft schnuppern kann und plötzlich wieder Dampf im zuvor scheinbar entschiedenen Abstiegskampf drin ist?
In Lautern lautet die durchschnittliche Reaktion: Egal wie, Hauptsache drinbleiben. Einigen Fans wäre ein Klassenerhalt am grünen Tisch aber durchaus peinlich. So schreibt betzebub im Koblenzer Fan-Forum:
Mit Nachdruck zeige ich mein Bedauern über diese absurde Strafe der TUS Koblenz. Die Lauterer Mannschaft hat sich kontinuierlich an den Abgrund gespielt und wenn wir absteigen dann sportlich. Keinem Lautererfan gefällt die Situation, dass so die Klasse gehalten wird.
Bei allem Ballyhoo, dass nun um die DFL-Entscheidung, die unabhängig vom Strafmaß in der Grundentscheidung sicher richtig ist, verursacht, relativiert ein Blick auf den Spielplan die Hoffnung des FCK. In den restlichen fünf Spielen steht nur einmal die realistische Aussicht auf drei Punkte, nämlich gegen Jena. Ansonsten geht es gegen Aachen und St. Pauli, beide mit zuletzt drei Siegen in Serie, und gegen Mainz und Köln. Koblenz hingegen hat mit Paderborn und Aue noch zwei leichte Aufgaben, mit Wehen und Aachen zwei für die eigenen Fähigkeiten lösbare Aufgaben und mit Hoffenheim nur eine Mannschaft aus dem Aufstiegsbereich.
Wahrscheinlich wird also nach der Saison, wenn sich alle den Mund abgeputzt haben, keiner mehr über den Punktabzug reden.
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