Boykott blöd – Protest clever

März 19th, 2008

Ein Boykott der Olympischen Spiele hilft keinem. Ein Protest anlässlich er Spiele sehr wohl. Bis heute sind die Bilder von ‘68 unvergessen, als Gold- und Silbermedaillengewinner im 200-Meter-Lauf die Faust zum Himmel reckten zum Black-Power-Gruß.

Also: Forum nutzen. Eine Pro-Tibet-Aktion der Athleten kann nicht verhindert werden und die ganze Welt schaut zu. Wäre ich ein Olympionike, ich wüsste meine Abneigung gegen Menschenrechtsverletzungen und Völkermord auszudrücken.

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11 Responses to “Boykott blöd – Protest clever”

  1. r0ssi on März 20, 2008 09:24

    ja klar, so ne annie friesinger hat sicherliche ne dezidierte meinung zum thema. und kein athlet wird sich ne sperre einhandeln wollen weil er die spiele politisiert. gerade die spiele 68 sind doch bezeichnend für diese diskrepanz: im vorfeld von olympia in mexiko 1968 hat das mexikanische militär mal eben 500 studenten niedergemetzelt. wer hat damals die faust dagegen erhoben? genau so wird es diesmal laufen: coca cola und konsorten werden uns spiele wie aus dem ei gepellt präsentieren und währenddeseen entledigt man sich in lhasa einiger problemchem. dann poppt vielleicht noch der eine oder andere dopingskandal auf und das thema tibet spielt keine rolle mehr. deswegen bin ich für boykott, der hilft den tibetern vielleicht nicht sofort, aber man muss die scheisse ja nicht auch noch untersützen…

  2. r0ssi on März 20, 2008 11:28

    ...und ja, ich weiß dass annie friesinger nicht an den sommerpsielen teilnimmt ;-)

  3. klinkinho on März 20, 2008 12:23

    die spiele hätten meiner ansicht nach gar nicht nach peking vergeben würden dürfen. nicht nur wegen tibet. nen boykott wird nichts ändern. hats in moskau auch nicht, oder haben sich die russen stante pedem aus afghanistan zurückgezogen. und ich halte die russen damals für genauso argumentationsempfänglich wie die chinesen heute. mit coca cola und konsochten hasse recht. remember lars ricken annodrietinnepief: ich sehe geschäftemacherei ohne ende. das einzige, das was bringen könnte, wäre ein presseboykott, sprich es sollte nicht von den spielen berichtet werden, damit peking sich nicht so präsentieren kann, wie es will. aber bis es soweit kommt, spielt unsere russia im champignon finale gegen hoffenheim.

  4. jooonas on März 20, 2008 13:02

    Der Boykott wird doch von allen nur abgelehnt, weil Olympia eine riesen große Gelddruckmaschine ist.
    Beim letzten Boykott hatte Olympia noch lang nicht so einen finanziellen Charakter, aber mittlerweile kann man sich das einfach nicht mehr leisten.
    Selbst wenn Tibet komplett vernichtet wird, würden die Spiele stattfinden und irgendwelche Funktionäre werden sich scheinheilig hinstellen und davon reden, dass ein Boykott nichts bringt, weil man China damit in die Isolation treibt.
    Wer ernsthaft glaubt durch Olympia würde sich, was in China ändern, lebt doch hinterm Mond. Hauptsache der Rubel rollt.

  5. Dülp on März 20, 2008 15:08
  6. r0ssi on März 20, 2008 16:07

    >dülp, das ist ja sehr süß was die kleine cand.psych. da plant. man sollte ihr vielleicht mitteilen, dass es evtl. ein kleines problemchen gibt wenn sie da karneval in peking machen will. die chinesen sind halt nicht ganz so tollerant wie die kölschen wenn es um abweichendes verhalten geht. obwohl, vermutlich bekommt sie morgen schon einen freundlichen anruf von michael vesper, der ihr nahelegt sich das nochmal zu überlegen…

  7. kurtspaeter on März 20, 2008 16:34

    Auch die früheren Olympia-Boykotts wurden nicht von allen Ländern getragen, daher kann ich mir nicht vorstellen, daß Peking für Einigkeit sorgen würde. (Denkanstoß)

    Ich würde mir wünschen, daß vor Doping, vor sportlicher Höchstleistung, eine kritische und immer wieder erinnernde Berichterstattung sämtlicher Medien vorherrschen würde.

    Und ich gehe mit Dir konform, ich hoffe daß Sportler sich äußern. Immer und immer wieder. Auch nach eigenen Höchstleistungen und während der Wettkämpfe, dann natürlich im Rahmen der Nichtgefährdung der Leistung, vorallem aber über Allgemeinplätze (“das ist schon blöd, aber was soll ich machen, ich bin ja nur Sportler”) hinausgehend. Die Idee der Stabhochspringerin bei der Hallen-WM (Stoppt Doping) finde ich in diesem Zusammenhang vorbildlich.

  8. steckschuss on März 20, 2008 19:24

    Ein Boykott – das sehe ich auch so – bringt wenig; schadet nur den Sportlern aus aller Welt, für die eine Olympia-Teilnahme oft wirklich der Höhepunkt des sportlichen lebens ist.

    Ich verlange allerdings auch nicht unbedingt eine politische Betätigung von den Sportlern. Wobei ich jede entsprechende Äußerung begrüßen würde, wenn sie nicht gerade völlig auswendig gelernt wirkt (was eine echte Gefahr ist).
    Die Aufgabe, möglichst lückenlos über die Unterdrückungen und Missstände zu berichten, fällt den Medien zu. Oder von mir aus auch den Bloggern.
    Der Vorteil wäre, dass zumindest wesentlich breitere Teile der Weltöffentlichkeit zur besten Sendezeit serviert bekäme, was für Verbrecher in Nadelstreifen in China regieren.

    Am Ende wird sich China aber als völlig resistent erweisen, was irgendwelche Belehrungen oder Zeigefinger angeht. Ändern könnte man nur auf politischer und wirtschaftlicher Ebene etwas. Und da wäre es mit einem Boykott längst nicht getan.

  9. jooonas on März 21, 2008 13:31

    Es geht doch nicht um die Sportler. Es geht darum, dass der letzte Chinese endlich Cola trinkt und BigMac frisst.

  10. sternburg on März 22, 2008 12:44

    An sich ist das ja mal eine schöne Idee gewesen, diese Modernen Olympischen Spiele: Völker, die ihre Abgesandten zum fairen sportlichen Wettkampf aufeinander schicken, statt sich auf dem Schlachtfeld zu treffen, Völkerverständigung per Wettkampf, Sportsmangeist und so. Kann man gar nicht genug Pathos entwickeln.
    Dafür wäre auch der Satz “die spiele hätten gar nicht nach peking vergeben würden dürfen.” angemessen.

    Die – durchaus teilweise unterhaltsame – Veranstaltung die der IOC (eine der korruptesten, gierigsten und rechtsstaatfeindlichsten Organisationen unserer Tage) da heutzutage so organisiert, kann aber meinethalben jedes Mal in die sorgsamen Hände irgendwelcher Diktatoren gegeben werden.
    Wird sie ja auch.

  11. jooonas on März 23, 2008 00:06

    Und eben diese IOC-Funktionäre faseln dann was von Völkerverständigung. Dabei weiß doch jeder halbwegs mündige Bürger, dass denen die Sponsoren im Nacken sitzen und ohne Olympia verdient das IOC auch kein Geld. Das wäre genauso, wenn die FIFA eine WM absagt, undenkbar.

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