Borussia: Reine Kopfsache
Gladbach ist nervös. Und Gladbach zweifelt. Deutlich wurde dies kurz nach dem Abpfiff in Osnabrück, als die Spieler vor der Kamera keine bessere Ausrede wussten, als vehement gegen den Schiedsrichter zu wettern. Natürlich waren einige Entscheidungen, nicht nur in diesem Spiel, sondern in der gesamten Rückrunde unglücklich. Aber mehr auch nicht. Kein Pfiff war eine krasse Fehlentscheidung. Unangebracht also waren die Vorwürfe.
Vielmehr hätten sich Voigt, Heimeroth und Kameraden fragen sollen, warum es erneut trotz einer zweimaligen Führung nicht zum Sieg gereicht hat. Wahrscheinlich wissen es die Spieler selber nicht. Zu schmal ist der Grad zwischen der abgezockten, erfolgreichen Spielweise der Vorrunde und den aktuellen mutlosen Auftritten, die sich stets nach einem gelungenen Auftakt einschleicht.
Offensichtlich war im Spiel gegen Osnabrück, dass Gladbach den Gegner in der zweiten Halbzeit gut im Griff hatte, bis aus heiterem Himmel der Ausgleich fiel. Und ab diesem Moment stellte sich wieder die Blockade ein, als wäre das gesamte Selbstbewusstsein eines Spitzenreiters aus der Mannschaft entwichen. Das nächste Spiel wird also eine reine Kopfsache. Für Gladbach reicht es nicht mehr, in Führung zu gehen. Ein Vorsprung muss wieder souverän verteidigt und ausgebaut werden – so dass es ab der 60. Minute keinen Zweifel mehr geben darf. Gegen Aue hat die Borussia das dafür undankbarste Spiel erwischt. Ein Gegner, der mit meterbreiter Brust ankommt und erstmal alles zerstören wird, was in die eigene Hälfte kommt. Lamentieren nutzt da nichts. Drei bis vier Tore müssen her. Ein Befreiungsschlag.
In dieser Situation ist die Unterstützung der Verfolger kaum hilfreich, denn Gladbach muss erstmal den eigenen Kopf klarbekommen. Denn so wird es garantiert nicht weitergehen: Köln 5 von 12 Punkte, 1860 4 von 12, Freiburg 4 von 12, Mainz 5 von 12. Ein in der Historie sicher einmalig kollektiv schlechter Start der Spitzengruppe.
Druckversion
2 Responses to “Borussia: Reine Kopfsache”


A propos “Befreiungsschlag”: Stehen da nicht noch zwei Verleihungen des Goldenen Händchen aus?
hüstel
Keine Sorge, die sind nicht vergessen. Folgen in dieser Woche auf dem Fuß