Borussia anno 1995: Schlechter Umgang
Die Gladbacher Mannschaft anno 1995 war ein Traum. Sie war nicht nur erfolgreich und holte den letzten Titel an den Niederrhein, sie war auch berüchtigt. Charakterköpfe wie Kamps, Klinkert, Dahlin, Wynhoff, Pflipsen. Das Herz der Mannschaft war das Trio Infernale Effenberg, Neun, Kastenmaier. Drei völlig durchgeknallte Typen.
Kastenmaier feierte seinen Einstand in Gladbach, indem er in der altehrwürdigen Mannschaftskneipe am Wasserturm die Kollegen in niederbayerische Trinkkultur einführte – die Ein-Liter-Stiefel sollen neben Bier einige interessante Spirituosen enthalten haben. Neun und Effenberg liehen sich den fabrikneuen Jeep des Mannschaftsmasseurs aus (selbstverständlich ohne dessen Zustimmung) und versenkten ihn in einem Graben des nahegelegenen Militärgeländes.
Ein solches Umfeld war für den damals 19-jährigen Nachwuchstorhüter Dimo Wache wohl nicht gerade förderlich. “Ich habe damals eben alles mitgenommen”, gibt er heute zu. Erst in Mainz hat er sich auf den Sport besonnen. Wache war damals ein Mega-Talent. Sein sportliches Potential hat er zwar niemals ausgereizt, dafür ist er einer der wenigen Profis, die mit sich selbst völlig im Reinen sein können. Er hat eine Heimat gefunden, hat den Grundstein für die Zeit nach der Fußballkarriere früh gelegt und ist dort, wo er sich wohlfühlt hoch anerkannt. Das Modell funktioniert mit Sicherheit besser, als jede Legionärs-Karriere.
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2 Responses to “Borussia anno 1995: Schlechter Umgang”


Welches Militärgelände meinst du denn? Ich dachte, die seien mit dem Jeep den alten Müllberg hoch….
Ich meinte die Ecke zwischen Bunter Garten und Viersen. Obs jetzt am Monte Scherbelino war oder die andere Straßenseite bei den Engländern, darauf will ich mich nicht festlegen