Vorschau: Gladbach gegen Bremen – viele Tore am Horizont
Meine Empfehlung für den Sonntag: Wer ein torreiches Spiel sehen will, sollte Bremen gegen Gladbach einschalten.
Die Voraussetzungen sind so parallel wie zwei Streifenauf der Autobahn. Sowohl Bremen wie auch Gladbach spielten bisher mit einer Doppelesechs, von der jeweils ein Spieler (Borowski, Marx) eher offensiv orientiert war. Beide spielen mit zwei sehr offensiven Außen-Mittelfeldspielern, von denen jeweils einer dribbelstark ist (Marin, Matmour) und einer für die Spielgestaltung zuständig und torgefährlich ist (Özil, Arango). Beide Mannschaften haben einen breiten Sturm ohne wirklich gesetzte Spieler (vor Pizarros Rückkehr) und beide haben echte Probleme in der Abwehr.
Der Unterschied: Gladbach steht in der Grundausrichtung extrem tief. Bremen hingegen sucht traditionell die Offensive.
Bremen agiert natürlich personell auf einem höherem Niveau. Es ist also wahrscheinlich, dass Michael Frontzeck von seinem bisherigen Konzept abrückt und die beiden bisher überragenden Flügelflitzer opfert zugunsten eines dichten defensiven Mittelfelds, in persona Meeuwis, Marx und Bradley. Aber nur, wenn er den Schwanz einzieht. Liefe er mit der offenen Hose rum, würde er nichts ändern und einfach mal auf die Schwäche der Bremer Außenverteidigung hoffen und vor allem über die rechte Seite Druck machen.
Ich fände letztgenannte Alternative deutlich attraktiver. Gladbach hat nichts zu verlieren, hat jetzt schon die einkalkulierten Punkte aus den ersten drei Spielen geholt, und sollte Bremen mit offenem Visier entgegentreten.
Das würde wirklich ein großer Spaß. Und das habe ich lange nicht mehr erwartet, dass Gladbach nicht wie das Reh vor der Flinte steht, sondern befreit aufspielen könnte. Morgen ist – unabhängig vom Ergebnis – eine Marke, wie man den Rest der Saison auftreten will.
Meine Empfehlung für den Sonntag: Wer ein torreiches Spiel sehen will, sollte Bremen gegen Gladbach einschalten.
Die Voraussetzungen sind so parallel wie zwei Streifenauf der Autobahn. Sowohl Bremen wie auch Gladbach spielten bisher mit einer Doppelesechs, von der jeweils ein Spieler (Borowski, Marx) eher offensiv orientiert war. Beide spielen mit zwei sehr offensiven Außen-Mittelfeldspielern, von denen jeweils einer dribbelstark ist (Marin, Matmour) und einer für die Spielgestaltung zuständig und torgefährlich ist (Özil, Arango). Beide Mannschaften haben einen breiten Sturm ohne wirklich gesetzte Spieler (vor Pizarros Rückkehr) und beide haben echte Probleme in der Abwehr.
Der Unterschied: Gladbach steht in der Grundausrichtung extrem tief. Bremen hingegen sucht traditionell die Offensive.
Bremen agiert natürlich personell auf einem höherem Niveau. Es ist also wahrscheinlich, dass Michael Frontzeck von seinem bisherigen Konzept abrückt und die beiden bisher überragenden Flügelflitzer opfert zugunsten eines dichten defensiven Mittelfelds, in persona Meeuwis, Marx und Bradley. Aber nur, wenn er den Schwanz einzieht. Liefe er mit der offenen Hose rum, würde er nichts ändern und einfach mal auf die Schwäche der Bremer Außenverteidigung hoffen und vor allem über die rechte Seite Druck machen.
Ich fände letztgenannte Alternative deutlich attraktiver. Gladbach hat nichts zu verlieren, hat jetzt schon die einkalkulierten Punkte aus den ersten drei Spielen geholt, und sollte Bremen mit offenem Visier entgegentreten.
Das würde wirklich ein großer Spaß. Und das habe ich lange nicht mehr erwartet, dass Gladbach nicht wie das Reh vor der Flinte steht, sondern befreit aufspielen könnte. Morgen ist – unabhängig vom Ergebnis – eine Marke, wie man den Rest der Saison auftreten will.
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Schon wieder: Gladbach spielt schönen Fußball
Zwei Spieltage und den besten Saisonstart seit 14 Jahren später: Was ist der Unterschied zur letzten Saison? Warum hält der WDR Gladbach plötzlich für eine der Attraktionen der Liga?
Zunächst sicher einmal, weil Gladbach sich viele Torchancen herausspielt, aber mindestens ebenso viele zulässt. Logische Folge sind für die Zuschauer spektakuläre Spiele.
Im Vergleich zur Vorsaison steht die Mannschaft sehr viel tiefer, lauert erst zehn Meter hinter der Mittellinie. Das Ergebnis: Der Gegner bringt die eher langsamen Vertreter der Defensive nicht mehr mit einem einfachen Steilpass in Bedrängnis. Das macht Sinn und war vor allem gegen Berlin erfolgreich.
Sehr gut klappt das Konterspiel. Gladbach hat mit Matmour, Arango und Bobadilla (bisher) ausgezeichnete Stoßspieler, die viele lange Bälle runterpflücken und Richtung Tor tragen. Entwickeln Matmour und Bobadilla jetzt auch noch Torgefahr, Frontzeck würde über eine echte taktische Waffe verfügen.
Wer jetzt fragt: Wäre es dann nicht eine großartige Idee, den Gegner in einer 35-Meter-Zone vor dem eigenen Tor durch hautenges Spiel unter Druck zu setzen und so viele Fehler zu provozieren?, hat absolut Recht. Das passiert bisher leider so gut wie gar nicht. Im Gegenteil. Die beiden 6er Marx und Meeuwis ließen Kacar, Nicu und Cicero unbedrängt aus der Distanz abziehen und aus dem Halbfeld flanken. Marx war extrem fleißig, viel – vielleicht zu viel – nach vorne unterwegs, so dass ihm im Stellungsspiel oft entscheidende Meter fehlten. Die beiden äußeren Mittelfeldspieler sehen die Defensivarbeit eher als Kür denn als Pflicht an. So taten sich die Lücken auf.
Der große Verlierer des Wochenendes auf Gladbacher Seite war zweifellos Christopher Heimeroth. Unter der Woche kam von ihm noch eine Kampfansage per Sport Bild Richtung Logan Bailly. Im Spiel unterlaufen ihm zwei desaströse Fehler, die sogar seine Eignung als Ersatzkeeper infrage stellen.
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Saison-Prognose Teil 2
Hannover 96
96 war auf dem Tranfermarkt extrem zurückhaltend. Nur die Abwehr wurde mit Haggui verstärkt (und jetzt auch der Sturm mit Konan Ya, aber die Prognose soll ja Stand letzte Woche widerspiegeln). Eigentlich nicht recht nachvollziehbar, nachdem in der letzten Saison doch einige Baustellen offenbar wurden. Aber Hannover traut wahrscheinlich dem eigenen Händchen nicht mehr, denn die teuren Neueinkäufe der letzten Jahre stellten sich durchweg als Durchschnittsware heraus.
Vielleicht ist es tatsächlich sinnvoller, mit dem vorhandenen Material an dem taktischen Verhalten zu Arbeiten, denn so schlecht, wie es die Anzahl der Gegentore vermuten lässt, ist die 96-Defensive nicht. Da ist mehr Potential drin und das sollte für eine Saison jenseits von Gut und Böse reichen.
10. Platz
1. FC Köln
Wie ich in diesem Blog bereits feststellte, gefallen mir die Kölner Neuzugänge durchweg gut. Die Verpflichtung von Maniche hat die für mich größte Schwachstelle behoben, die im zentralen offensiven Mittelfeld. Erfüllt der Portugiese 80 bis 90 Prozent der Erwartungen, dann geht da einiges im Vergleich zur letzten Saison. Die Innenverteidigung war eh schon gut, der Sturm ebenfalls und ist noch besser geworden. Sowas nennt man gemeinhin eine Achse.
Achtung: 5 Euro ins Phrasen-Schwein: Das einzige, was Köln im Weg stehen könnte, ist die Erwartungshaltung. Mit zwei absoluten Top-Transfers im Rücken könnten schnell unzufriedene Stimmen laut werden. Aber wenn nichts schief geht, sollt der FC eine ähnlich ungefährdete Saison spielen wie die letzte – mit Potential nach oben.
12. Platz
Eintracht Frankfurt
Mit Frankfurt tue ich mich schwer. Da sind viele Spieler, die man gerne unterschätzt, weil sie schon in der 2. Liga dabei waren und in den letzten Jahren bei der Eintracht gereift sind. Köhler, Russ oder Ochs. Auf demselben Level agieren die Neuverpflichtungen. Das sind alles keine Granaten mit höheren Ambitionen, aber durchaus geeignet für solides Mittelfeld und mit Teber und Franz sind zwei Charaktere mit Führungsanspruch dabei.
Insgesamt kann man nicht anders urteilen, als dass dieser Kader Eier hat, aber nicht für Spielkultur steht. Da dies aber etwa dem Profil entspricht, das man im Abstiegskampf braucht, sollte Frankfurt die Klasse halten.
Für so ein Spielermaterial war Funkel eigentlich der prädestinierte Trainer – und er hat lange genug bewiesen, dass er damit umgehen kann. Wie Skibbe, der ja eher als Taktiker bekannt ist denn als hemdsärmeliger Arbeiter, damit umgeht, das wird der entscheidende, unberechenbare Faktor.
14. Platz
VfL Bochum
Beim VfL Bochum ist personell so gut wie gar nichts passiert. Nicht wirklich die besten Vorzeichen, da in der letzten Saison bereits der Abstieg nur Dank einer für die Verhältnisse furiosen Rückrunde verhindert wurde. Die Hinrunde war hingegen unfassbar erfolglos. Was ist das wahre Gesicht der Mannschaft? Die Besetzung lässt eher schließen, dass die Rückrunde der Ausreißer war und die Hinrunde näher am Normalzustand war.
Koller muss ganz tief in die Taktik-Kiste greifen und selbst dann wird es schwierig. Ich traue dem VfL einen knappen Klassenerhalt zu, aber angesichts der Konkurrenz muss ich erstmal auf den Relegationsplatz tippen.
16. Platz
Borussia Mönchengladbach
Zur Borussia habe ich an dieser Stelle schon genug geschrieben.
Wäre da nicht die große Schwachstelle in der Abwehr, die durch ein bis zwei soliden Verpflichtungen hätte behoben werden können, ich wäre optimistisch. Aber so wird es für mich realistisch betrachtet wieder ein Überlebenskampf bis zum letzten Spieltag.
15. Platz
SC Freiburg
Wie immer ist Freiburg eine Mannschaft, die nur über Systemfußball und Mannschaftsleistung Punkte holen kann. Dass sie das kann, hat sie in der zweiten Liga eindrucksvoll bewiesen. Die Frage ist: Wie lange kann der SC die Euphorie und die Unbedarftheit bewahren. Ich glaube, dass es mittlerweile in der ersten Liga zu viel Qualität gibt, als dass man ausschließlich mit diesen begrenzten Mitteln den Klassenerhalt schaffen kann. Eine Mannschaft pro Saison schafft vielleicht diesen Kraftakt und den traue ich eher Mainz zu.
18. Platz
FSV Mainz 05
Ein Überraschungsteam muss es ja geben. Bei Mainz kann ich nicht viele rationale Argumente dafür nennen. Was mir einfällt sind die sinnvollen Verstärkungen im zentralen Mittelfeld. Ivanschitz ist der einzige Spieler, den Österreich herzeigen kann und ich hätte damit gerechnet, dass er bei einer höheren Hausnummer in die Bundesliga einsteigt. Polanski hat für mich in Gladbach in seiner Premieren-Saison fast alles vermissen lassen, was er versprochen hatte, aber in Getafe scheint er gereift zu sein und passt charakterlich 100% zu Mainz.
Der Trainerwechsel, so unverständlich er auf den ersten Blick erschien, macht für mich Sinn. Denn Mainz begründet ihn mit einer Philosophie und nicht mit aktuellen sportlichen Ergebnissen. Bei anderen Vereinen wären das Lippenbekenntnisse, aber bei Mainz ist das für mich glaubwürdig. Man will einen zweiten Klopp und glaubt ihn gefunden zu haben. Wenn das passt, dann ist der Klassenerhalt drin. Wenn man allerdings nur einen Pseudo-Klopp verpflichtet hat, kann das genauso gut schwer in die Hose gehen. Insgesamt sagt mir mein Gefühl: Da geht was.
13. Platz
1. FC Nürnberg
Einziger Neuzugang Thomas Broich? Was soll das denn? Für die Mittel des FCN fiel die Transferbilanz extrem mager aus und es waltet das Prinzip Hoffnung. Das einzige, was ich dem Club zugute halten kann, ist der erfahrene und vereinstreue Kern der Mannschaft. Vor allem im Sturm sehe ich aber extrem wenig Land und ein Mintal alleine macht noch keine Offensive.
So sympathisch ich Oenning und den Ansatz finde, auf junge Eigengewächse Talente wie Kammermeyer oder Gündogan zu setzen, so wenig sehe ich, dass damit kontinuierlich Punkte eingefahren werden können. Deshalb setze ich den FCN auf einen der beiden Abstiegsplätze.
17. Platz
Unter dem Strich, meine Tabelle:
- Wolfsburg
- Stuttgart
- Bayern
- Bremen
- Schalke
- Hoffenheim
- HSV
- Dortmund
- Leverkusen
- Hannover
- Hertha
- Köln
- Mainz
- Frankfurt
- Mönchengladbach
- Bochum
- Nürnberg
- Freiburg
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Das kürzeste Fußball-High der Welt
Unentschieden, bitterer als Niederlagen. Sowas können nur ganz wenige Mannschaften fabrizieren. Gladbach gehört selbstverständlich dazu. Wir Fans sind zum Glück abgehärtet. Das was gestern passiert ist, ist Normalzustand. Wäre es so weiter gelaufen wie in der ersten Halbzeit, dann hätten wir unser Weltbild neu ordnen müssen.
Der Spielverlauf hat das bestätigt, was bereits vorher klar war. In der Offensive ist die Borussia durchaus gut besetzt. Solange der Gegner sich nicht wehrt, hält sie den Ball aus der eigenen Hälfte heraus.
Aber wehe, da macht jemand Druck. Dann fliegt die Abwehr auseinander, das defensive Mittelfeld verliert den Überblick und Lücken tun sich auf, so groß, man könnte mit einem Laster durch fahren. Dass das Team nicht nur auf einer Abwehrposition ein Tempo-Defizit hat ist ebenfalls nichts Neues.
Gestört hat mich lediglich Michael Frontzeck und seine Schönfärberei, der kollektive Daueraussetzer nach der Halbzeit sei lediglich eine unglückliche Fügung gewesen. Das war hoffentlich nur eine Außendarstellung. Denn wenn ein Mimoun Azouagh drei Mal hintereinander völlig freistehend kurz vor dem 16er den Ball bekommt, dann befindet sich irgendjemand im Tiefschlaf.
Nehmen wir doch einfach das Positive mit: Die Neuzugänge haben mehr als überzeugt. Sowohl Bobadilla als auch Arango zuzuschauen war ein Genuss. Gekontert wurde teilweise wie am Schnürchen und mit einem Tempo, dass ich seit mindestens fünf Jahren nicht mehr gesehen haben.
Und außerdem: Am ersten Spieltag erster sein – das will ich gar nicht. Das bringt Unglück.
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Saison-Prognose Teil 1
Selten war eine Saison schwieriger zu tippen als diese. Nur in einem sind sich so ziemlich alle einig: in den Mannschaften auf den ersten zehn Plätzen und in den Mannschaften auf den hinteren acht. Das einzige Team, das in der Klassengesellschaft schwierig einzuordnen ist, dürfte Hertha BSC sein, die aufgrund der Vorsaison eher oben, aufgrund des Personals eher unten rangieren dürfte.
VfL Wolfsburg
Meister werden ist schon schwierig genug, aber danach noch die komplette Mannschaft gegen alle Widerstände halten und sogar noch verstärken – das ist das Sahnehäubchen auf der Schüssel. Wenn man sich anschaut, wer da alles wie lange verlängert hat, dann kann man nur zu dem Schluss kommen: Der VfL ist in der Gehaltsklasse Bayern München gelandet. Im Gegensatz zu Bayern kann Wolfsburg personell übergangslos an die letzte Saison anknüpfen. Das ist ein großer Vorteil.
Armin Veh spaltet die Beobachter. Ganz großes scheint man ihm nicht zuzutrauen. Mein Eindruck von ihm ist, dass er mit gutem Material sehr gut arbeiten kann, eher langfristig als kurzfristig Probleme bekommen kann.
Spieler, die vor zwei Jahren noch unter ferner Liefen genannt wurden, haben sich zu absoluten Leistungsträgern entwickelt und werden immer noch unterschätzt, zum Beispiel Gentner oder Schäfer. Ich glaube, dass Wolfsburg wieder ganz oben mitspielen wird.
1. Platz
Bayern München
Louis van Gaal wird gerade von den Medien abgefeiert, als wäre Jesus in München auferstanden. Das schmeckt mir nicht. Klar, ich halte auch viel von ihm und mag ihn als Charakter sehr gerne. Nur: Autorität und Profil alleine sind noch keine Garantie für den Erfolg.
Bayern hat für mich eine große Baustelle in der Defensive. Wer mit einem Badstuber und einem Rensing als Stammkräfte in die Saison geht, dem fehlt die Klasse, um über den Dingen zu schweben. Wer Braafheid und Pranjic neben Gomez als Top-Einkäufe präsentiert, der ist nicht mehr als einer von vielen Anwärtern auf die Meisterschaft.
Van Gaal wird seine Probleme bekommen, wenn er zwei, drei Spiele hintereinander nicht gewinnt. Das wird Hans Meyer auf hohem Niveau. Wenn ich ehrlich bin: Ich würde es gerne sehen. Nicht weil ich Bayern schlechtes gönne. Nur aufgrund des Unterhaltungsfaktors.
3. Platz
VfB Stuttgart
Der VfB ist mir in der Vorbereitung gehörig auf den Sack gegangen. Kommt dieser Stürmer oder jener? Erstaunlich, dass Horst Heldt am Ende nicht enttäuscht, sondern sogar begeistert hat. Hleb ist für mich der Top-Transfer der Saison – ein besserer Schnapp sogar als Bayerns Neuzugang Gomez und dazu deutlich günstiger. Dazu der Russe mit dem komischen Namen im Sturm als Dark Knight – das ist mehr als überzeugend.
Die Stärke von Stuttgart liegt aber nicht in den Neuzugängen, sondern im bereits vorhandenen Material. Samy Khedira und Serdar Tasci hatten bisher den Ruf als Talente – dabei waren sie schon Leistungsträger und werden der neuen Saison ihren Stempel aufdrücken.
Einzig auf den Außenverteidigerpositionen sehe ich Schwachstellen. Magnin spielt seit zwei Jahren bereits auf der Kippe zur Ersatzbank und Träsch muss seine Qualität erst noch beweisen. Auf allen anderen Positionen hat sich Stuttgart unterhalb des Radars zur absoluten Spitzenmannschaft entwickelt.
2. Platz
Hertha BSC
Wie schon oben geschrieben: Die Hertha kann ich am allerschlechtesten einschätzen. Das Personal reicht gerade mal für einen Mittelfeldplatz. Klar, da sind einige sehr gute Spieler dabei. Kacar zum Beispiel, Friedrich oder Raffael. Ebert schaue ich wirklich gerne zu. Aber dann sind da auch Leute wie Piszczek, Stein oder Lustenberger, die auch bei einer Mannschaft des unteren Mittelfeldes nicht gesetzt wären.
Es liegt an Favre, ob er wieder eine Mannschaft aus den Einzelbausteinen zusammenschweißen kann, die die individuellen Schwächen durch Teamwork ausgleichen kann. Da mit Simunic der wichtigste Baustein den Verein verlassen hat, glaube ich nicht an eine nur annähernd ähnlich erfolgreiche Saison. Aber das schreibe ich jedes Jahr über die Hertha. Um mit nicht die Finger zu verbrennen, gebe ich einen Sicherheitstipp ab und platziere sie genau in der Mitte.
11. Platz
Hamburger SV
Beim HSV habe ich den Eindruck: Was in den letzten Jahren mühsam mit den Händen aufgebaut wurde, hat der Vorstand mit dem Arsch wieder eingerissen. Im Vergleich zu Stuttgart hatte Hamburg dieselben Karten in der Hand. Doch während im Schwabenland mit glücklichem Händchen klare Kontinuität gewahrt wurde, herrscht in der Hansestadt das verwaltete Chaos.
Jol weg, Beiersdorfer weg, Stress mit den Fans. Diese Saison kann ein Neuanfang sein oder eine Übergangssaison. Es liegt an Labbadia. Trotz offensichtlich bewusster Entscheidung für den Coach glaube ich nicht, dass Hamburg eine gute Wahl getroffen hat. Aus seinem Engagement in Leverkusen schließe ich: Labbadia ist verbissen und legt die Maßstäbe an seine Spieler, die er an sich selbst gestellt hat. Ein Psychologe ist er nicht. Im absoluten Top-Bereich geht das nicht gut.
Zum Positiven: Mit Rozehnahl, Berg und Elia wurden Knaller verpflichtet. Trochowski, Petric und Guerrero sollten in dieser Saison endgültig zu absoluten Leistungsträgern werden. Die Innenverteidigung ist top besetzt. Das Mittelfeld bietet eine gute Mischung aus Erfahrung und Spielfreude. Vom Personal her zählt Hamburg zu den Anwärtern auf die ersten drei Plätze. Alleine die sportliche Führung lässt mich zweifeln, dass es nicht zu höheren Weihen reicht.
7. Platz
Borussia Dortmund
Es ist schon ein wenig strange, was Klopp mit Dortmund macht. Er holt Spieler, die er aus gemeinsamer Zeit in der unteren Hälfte der Liga kennt, aber von denen er weiß, dass sie sein System perfekt umsetzen können: taktisch extrem diszipliniert und lauffreudig. Dass ein Feulner oder ein Zidane aber nicht unbedingt geeignet sind, ein Team in den europäischen Wettbewerb zu schießen, dürfte auch dem blindesten Beobachter klar sein.
Aber genau deshalb ist Klopp vielleicht genau der richtige Mann am richtigen Platz. Er muss Dortmund durch eine Übergangsphase navigieren, um in zwei, drei Jahren richtig anzugreifen.
Erstaunlich, wie sehr der Trainer in nur einem Jahr dem Verein seinen Stempel aufgedrückt hat. Einen Frei – ehemals Torschützenkönig – lässt er bedenkenlos ziehen. Stattdessen holt er Zweitligaspieler, die plötzlich auf höherem Niveau funktionieren, und rührt mit einer der jüngsten Abwehrreihen der Liga Beton an.
Da steckt ein klarer Plan dahinter und deshalb wird der BVB eine – gemessen an den Ansprüchen – erfolgreiche Saison spielen
8. Platz
1899 Hoffenheim
Hoffenheim hat eine seltsame Saison hinter sich. In der Hinrunde lagen Fußballkenner Rangnick zu Füßen. Danach verscherzte sich der Trainer viele Sympathien mit zweifelhaften Interviews.
Nichtsdestotrotz hat Hoffenheim den jüngsten Kader, alle Spieler gehalten und das Team mit Simunic und Hildebrand extrem verstärkt. War in der letzten Saison noch die Offensive das Maß aller Dinge, ist jetzt auch die Abwehr ein Prunkstück.
Hoffenheim spielt für mich zweifellos den besten und attraktivsten Fußball der Liga, hat eine klare Philosophie und brillante Einzelspieler.
In der letzten Saison wirkte die Mannschaft unbedarft. Das muss sie konservieren. Wenn die Verantwortlichen es schaffen, die Jungs auf dem Boden zu halten (ich sage nur: Ba), kann die Mannschaft spielerisch an die Hinrunde 2008 anknüpfen – sie kann aber nicht die Konstanz haben, die man braucht, um ganz oben anzuklopfen.
6. Platz
Schalke 04
Schalke ist für mich neben Hertha die Mannschaft, die ich am schlechtesten einschätzen kann. Kann der Magath-Faktor sofort zünden? Er könnte. Personell sind in der Stammelf alle Voraussetzungen vorhanden.
Damit es für die vordersten Plätze reicht, müsste aber bei einigen Spielern der Knoten platzen. Der Knoten, der zum Beispiel bei Kevin Kuranyi seit drei Jahren eher enger wurde als sich zu lockern. Der Knoten, der Ivan Rakitic und Halil Altintop um die Beine hängt.
Würden alle Spieler ihre Möglichkeiten so ausreizen wie ein Heiko Westermann, Schalke wäre ein klarer Kandidat für die europäischen Plätze. Dagegen steht nur die im Vergleich schwache Bank.
Mit dem Magath-Faktor tippe ich die Knappen auf einen knappen Europa-League-Platz.
5. Platz
Bayer Leverkusen
Leverkusen ist eine junge Mannschaft, in der alles vorhanden ist, was für den Erfolg notwendig ist. Kroos, Barnetta, Castro, Derdiyok, Augusto, Kießling. Das sind handfeste Argumente für schönen und erfolgreichen Fußball.
Nur traue ich dem Trainer nicht. Jupp Heynckes ist der große Hype gewesen, weil er mit Bayern in vier Spielen das erreichte, was man erwarten durfte. Er gilt als Protege junger Spieler. Nur gerade dabei verrennt er sich gerne und ist wenig flexibel. Auf Schalke, in Gladbach und Frankfurt hat er bewiesen, dass er Vereine hinrichten kann.
In Leverkusen wird es nicht so krass, aber auch nicht erfolgreich,
9. Platz
Werder Bremen
Bremen ist die Mannschaft, auf die ich mit der meisten Spannung warte. Thomas Schaaf stellt sein System um und setzt dabei mit Özil und Marin auf extrem junge, aber umso kreativere Spieler. Normalerweise würde man von einer Übergangssaison sprechen, aber ich hoffe auf mehr und gönne es Werder.
Mit Frings und Borowski steht ein erfahrendes defensives, aber dennoch torgefährliches Mittelfeld auf dem Platz, das die Fehler der jungen Außen abfangen können sollte. Der Sturm ist nicht überragend, aber auf hohem Niveau ausgeglichen besetzt.
Personell agiert Bremen (noch) nicht ganz oben. Dennoch könnte Werder die beste Spielkultur der Liga zeigen.
4. Platz
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VfL vs. VfL: Eine undankbare Aufgabe
Einen Tag vor der Saisoneröffnung bin ich fast genauso schlau wie vier Wochen zuvor. Das könnte man Max Eberl als Verdienst anrechnen, denn wann war ich schon mal einen Monat vor Saisonstart bar jeder Hoffnung davon überzeugt, dass es eine verdammt knappe Nummer wird?
Nie! und das zeugt immerhin davon, dass man bei Borussia Mönchengladbach Überzeugungen lebt.
Ich durfte mich immerhin am letzten Samstag versichern, dass nicht alles schlecht ist, ja, dass vielleicht die eine oder andere Lehre in den Köpfen der entscheidenden Personen angekommen ist.
Das erste Mal seit langer, langer Zeit durfte ein 2-Mann-Sturm in persona der in der letzten Saison geschnittenen Colautti und Neuville auflaufen. Und siehe da: eine Leistungssteigerung um gefühlte 300 Prozent. Sowohl der bisher völlig enttäuschende Israeli als auch der alternde Capitano fanden völlig neue, alte Laufwege und fühlten sich offensichtlich pudelwohl in der Aufstellung. In dieser Form meldeten beide Ansprüche auf einen Stammplatz an.
Sensationelles war zu sehen: Standardsituationen, die genau dort landeten, wo sie eigentlich hingehören. Nachdem bereits in der letzten Saison Marin daran erinnern ließ, dass Flanken aus der ruhenden Position nicht zwangsläufig hinter dem Tor landen müssen, ließ El Hurrican Juan Arango vermuten, dass das rhythmische Klatschen der Fans künftig mehr sein könnte als eine spaßige aber brotlose Unterhaltung der Kurve.
Nun sollte an dieser Stelle nicht schon wieder der Optimismus walten. Jeder Leser, der ein wenig googlen kann, würde mir unterstellen, dass dies in den letzten fünf Jahren zu oft der Fall gewesen sei, als dass man ihn noch ernst nehmen könnte.
Nein. Für die Borussia ist gleich das erste Spiel eine Hausnummer. Bochum ist eine Mannschaft, die man kaum einzuordnen weiß. Der VfL aus dem Ruhrgebiet hat kaum Transfers getätigt und sich heimlich durch die Vorbereitung geschlichen. Umso schlechter ist er einzuschätzen. Ein Auftaktspiel gegen, sagen wir mal, Werder Bremen wäre dankbarer, weil man nur gewinnen könnte. Am Sonntag kann die Borussia beinahe nur verlieren.
Nur eines ist klar: So ein einfaches Spiel wie mit dem FSV Frankfurt wird man nicht haben. Im Gegenteil. Da trifft eine eingespielte Truppe auf eine teilweise neu formierte Mannschaft. Mit einem einzigen Punkt wäre ich zufrieden. Wenn es mehr wird, dann hätte Gladbach bereits einen guten Schritt in die richtige Richtung getan.
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