Zwischenmeldung: Bolzplatz-Liga wieder geöffnet

Juli 30th, 2009

Ab sofort könnt ihr euch beim Kicker-Managerspiel wieder bei der bolzplatz-liga anmelden. Einfach Mannschaft aufstellen und anschließend unter “Liga beitreten” nach “bolzplatz-liga” suchen.

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FC Köln: Öl ins Ekstase-Feuer

Juli 21st, 2009

Ich schreibe es nicht gerne. Das was Köln in dieser Saison an Transfers tätigt, gefällt mir wirklich gut. Die heutige Verpflichtung von Maniche war eine Verstärkung da, wo ich bisher die Schwachstelle im Kader gesehen habe. Das Mittelfeld war mir – abgesehen von Petit – zu schwach besetzt.

Einen besseren als den neuen Portugiesen kann ein Verein wie Köln nicht verpflichten. Maniche ist nicht mehr der Jüngste, konnte sich zuletzt auf höchstem Niveau nicht durchsetzen und wechselte die Vereine wie Unterhosen. Wäre es nicht so, wäre er niemals zum FC gewechselt – schon gar nicht ablösefrei. Sein Potential hat er zur Genüge unter Beweis gestellt.

Kölns Fans befinden sich dank Poldi eh schon in Ekstase. Jetzt werden sie noch einen Gang raufschalten. Sogar Stefan will sich ein Trikot beflocken lassen.

Zwei echte Knüller, dazu mit Freis ein ambitionierter Außenflitzer und mit Schorch ein Mann für die Zukunft – das hat Hand und Fuß.

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Das Herz der Mannschaft

Juli 18th, 2009

Müsste ich mir den Namen eines Spielers auf das Trikot flocken lassen – es wäre „Levels“.

Tobias Levels spielt unterhalb des Radars der Öffentlichkeit. Er ist keine Säule der Mannschaft. Er ist noch nicht mal eine Stammkraft.

In einem zusammengekauften Kader ist er aber derjenige, der das repräsentiert, was mir wichtig ist. Er spielt seit der D-Jugend im Verein, er kommt aus der Region. Das alleine ist noch kein Verdienst. Was ihn auszeichnet, ist sein Charakter.

Er war nie ein Überflieger. Er hat sich über die Amateur-Mannschaft an die Profis herangekämpft. Sitzt er auf der Bank, klagt er nicht. Steht er auf dem Platz, gibt er 110% und zeigt Mitspielern und Gegnern, wo der Frosch die Locken hat.

Er steht nicht für hohe Fußballkunst, aber wenn es drauf ankommt ist er da. Wie im Rückspiel gegen Cottbus, als er der beste Mann auf dem Platz war und den Last-Minute-Treffer Dantes mit den Worten kommentierte “Das war eine Hormonausschüttung, wie ich sie zuletzt mit fünf Jahren im Phantasialand hatte“.

Nebenbei spricht er 4 Sprachen fließend und macht den Dolmetscher für die Neuzugänge. Und sagt von sich selbst „Mein Herz ist eine Raute“.

Solche Leute muss man haben. Einer, der alle anderen daran erinnert, dass die Borussia kein Allerweltsverein ist. Dass man stolz sein kann, das Trikot zu tragen und jeden Tag dafür arbeiten muss.

Und ich traue ihm zu, dass er in dieser Saison einen Sprung macht. Ich hatte den Eindruck, dass er im Mittelfeld, wie z.B. gegen Cottbus, besser aufgehoben ist als in der Abwehr, weil seine technischen Mängel dort nicht so schnell bestraft werden und er sich deshalb auch mehr zutraut und befreiter aufspielt. Aber egal auf welcher Position – er ist überall zweite Wahl. Das kennt er ja schon.

Interview mit Levels

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High Expectations no more

Juli 14th, 2009

Vor jeder Saison spüre ich dasselbe. Ich glaube, die Neuzugänge sind durchweg der Burner, die alten Spieler werden einen Sprung machen und überhaupt wird alles besser als bisher.


Klar, Arango wird der Offensiv-Killer, holt 15 Scorer-Punkte. Bobadilla ist der aufgehende Stern am Stürmerhimmel. Dante ist ein überragender Verteidiger und hatte seine Aussetzer nur, weil er die Winterpausen-Vorbereitung verpasst hatte. Bradley wird zum international begehrten, torgefährlichen Mittelfeld-Motor. Bailly lernt Strafraumbeherrschung. Reus wird der neue Marin.


Ich sage diesem Gefühl: „Leck mich am Arsch!“


Realistisch gesehen wird nicht sehr viel besser. 10 andere Teams haben Ambitionen auf die internationalen Plätze angemeldet und sind klar stärker besetzt. 3 bis 4 Mannschaften haben personell nix vor der Brust,  aber Kampfgeist und sie schwimmen auf der Euphoriewelle.


Dazwischen sind ein paar Vereine, die nur hoffen können, dass ihre Investitionen tatsächlich ihren Preis rechtfertigen, dass sie nicht in eine schlechte Serie geraten und optimalerweise einen Lauf bekommen, um früh die Liga zu sichern.


Gladbach ist eine dieser Mannschaften. Wir haben wenige ambitionierte Moves gemacht, die dazu ohne Garantie sind. Wir haben ein paar Moves gemacht, die nicht ambitioniert sind, sondern nur den Status quo untermauern.


Ich erwarte nichts. Ich schreibe hier nicht mehr vom 12. Platz. Alles, was besser ist, als das Ergebnis der letzten Saison ist für mich okay.

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Neue Trikots der Bundesliga 2009/2010

Juli 11th, 2009

Es ist eine alte Tradtion (kann man das nach 5 Jahren sagen?) beim Bolzplatz, die neuen Trikots der Saison zu verlinken. Dieses Jahr ein bisschen später als gewohnt, dafür ziemlich viele in einem Post. Here we go:

1. Bundesliga Hertha BSC Home, Away

2. Bundesliga

3. Bundesliga

  • Erzgebirge Aue: Home

  • Eintracht Braunschweig

  • Werder Bremen II

  • Wacker Burghausen Home

  • Borussia Dortmund II

  • Dynamo Dresden

  • Rot-Weiß Erfurt: Home

  • FC Heidenheim

  • FC Ingolstadt 04

  • Carl Zeiss Jena

  • Holstein Kiel

  • Bayern München II

  • Kickers Offenbach Home

  • VfL Osnabrück:  Home

  • Jahn Regensburg

  • SV Sandhausen

  • VfB Stuttgart II

  • SpVgg Unterhaching

  • SV Wehen Wiesbaden

  • Wuppertaler SV Borussia: Home und Away

Sollte jemand Trikots entdeckt haben, die hier nicht verlinkt sind, poste er es bitte in den Kommentaren. Gerade bei den Drittligisten ist die Aussagekraft der Websites – sagen wir mal provinziell.

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Die Klimaanlage und Ansetzungswillkür

Juli 9th, 2009

Ein weiteres Kapitel in dem Buch: Wie dämlich können sich Gladbacher Spieler verletzen?

Logan Bailly hat sich eine Klimaanlage auf den Fuß geschmissen und fällt deshalb mit einem Bruch mehrere Wochen aus. Damit steht er in der Tradition Peter Nielsens, der sich beim Fernsehngucken die Schulter ausgekugelt hat (was für eine Sendung da wohl lief?) und Chiquinho, der besoffen vom Balkon im dritten Stock springen wollte.

Und dann gibt es da noch Spieler, die mit einem Elch zusammenstoßen oder sich am Flughafen die Boarding-Karten ins Auge rammen. Potentielle Neuzugänge also.

Jetzt spekuliert die RP, dass Mr. Jack Wolfskin Stefan Wessels kurzfristig verpflichtet werden könnte. Sollte es dazu kommen – was von Seiten der sportlichen Führung dementiert wird – muss man sich fragen, warum man einen Christopher Heimeroth immer noch beschäftigt. Als Stammkeeper in die letzte Saison gestartet, hat er einen Schlag nach dem anderen ins Gesicht einstecken müssen. Sollte Wessels verpflichtet werden, müsste man konsequent Heimeroth freistellen. So wenig Vertrauen hat niemand verdient.

Anderes Thema: So wie ich haben sicher alle anderen Gladbach-Fans ins Essen gekotzt, als der Spielplan heute raus kam. Die ersten 3 (!) Spiele sonntags. Danach eins freitags und irgendwann im Oktober dürfen wir auch mal samstags ran. Da hätte man ebenso gut absteigen können.

Rein rechnerisch hat jede Mannschaft 6 Sonntagsspiele. Die hat Gladbach schon zur Hälfte weg. Je nach Zwängen der Europa-League-Teilnehmer könnten es deutlich mehr als das statistische Mittel werden. Man fühlt man sich von Anfang an verarscht.

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Die Litfaßsäulen

Juli 2nd, 2009

Achso, darf an der Stelle ja auch nicht fehlen: ein kurzer Kommentar zu den Gladbach-Trikots in dieser Saion. Viel schlimmer kann es einen Verein nicht erwischen. Weiß, grün, schwarz, gelb, blau, rot (hab ich eine Farbe vergessen?). Ähnlich schlimm erwischte es nur den VfL Bochum vor ca. 10 Jahren. Nur die Bochumer Trikots waren von vorneherein als LSD-Trip designt. Bei Gladbach stimmt mal gar nix. Das sieht aus wie einer dieser Schaltkästen am Straßenrand, der siebenmal mit verschiedenen Konzert-Ankündigungen übertapeziert wurden.

4,5 Millionen kassiert Gladbach für den Augenschmerz. Die Merchandising-Einnahmen aus den Trikot-Verkäufen werden einbrechen – am Ende wird sicher noch dickes ein Plus unter dem Strich stehen. Nur sollte man sich fragen, was es wert ist, sein komplettes (in Wirtschaftssprech) Corporate Design vergewaltigen zu lassen.

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Gladbacher Kaderplanung abgeschlossen – Geht da was?

Juli 1st, 2009

In den nächsten Tagen wird – sollte nicht außergewöhnliches passieren, Juan Arango einen Vertrag mit der Borussia abschließen. Darf man den Worten Max Eberls glauben, wäre damit das Kapitel Einkäufe für diese Saison abgeschlossen (eine bei Gladbach weit interpretierbare Aussage).

Gleichzeitig scheint klar zu sein, wer seine Koffer packen muss und welche Spieler aus dem zweiten Glied sich eine weitere Saison anbieten dürfen. Sehr früh darf man also schon ein Fazit ziehen, ob die Personaldecke mehr verspricht als in der letzten Saison und wo die Sollbruchstellen sind.

Tor: Bailly, Heimeroth, Löhe

Dieser Mannschaftsteil steht zweifellos am wenigsten in der Diskussion. Bailly ist ein absolut bundesligatauglicher Keeper und Heimeroth eine gute Nr. 2. Von Löhe war bisher zu wenig zu sehen, als dass ich ihm Ambitionen unterstellen würde, Heimeroth verdrängen zu können.

Abwehr: Brouwers, Callssen-Bracker, Dante, Daems, Dorda, Jaures, Kleine, Levels, Stalteri

Ist es Gottvertrauen oder Mut, dieser Abwehrreihe ohne weitere Verstärkungen das Vertrauen zu schenken? Der Hühnerhaufen der Hinrunde gewann in der Rückrunde durch Dante und Stalteri zwar zweifellos Stabilität, aber von Sahne war das so weit weg wie Dickmilch. Es standen immer noch 27 Gegentore zubuche – nur vier Mannschaften waren schlechter.

In der Innenverteidigung war Dante selten souverän – Licht wechselte zu oft mit Schatten. Brouwers hat bekannte Defizite in Sachen Schnelligkeit und Spieleröffnung – trotz alledem kamen Callssen-Bracker und Kleine nicht an ihnen vorbei.

Besser sieht die erste Garde auf den Außen aus. Daems und Stalteri machten ihre Sache mehr als ordentlich und sorgten oft genug für Wirbel auf den Flügeln. Hinter den beiden lauert Levels – in den Mitteln beschränkt, aber ein Kämpfer vor den Herrn, ein Charakter und mittlerweile eine Identifikationsfigur für die Fans. Jaures könnte die große Unbekannte sein. In der letzten Saison mit höheren Ambitionen gekommen, aber in eine Seuchen-Saison gerutscht. Hat er sein wahres Potential noch nicht gezeigt? Unwahrscheinlich, aber möglich. Der junge Dorda wurde von Hans Meyer einige Male ins kalte Wasser geworfen, aber auch schon mal vor der Halbzeit ausgewechselt. Gelingt ihm kein großer Entwicklungsschritt, wird er nicht mehr als ein Backup sein.

Mittelfeld: Alberman, Arango, Bradley, Jantschke, Marx, Meeuwis, Neustädter, Reus

Im Mittelfeld hat Gladbach zweifellos die größte Lücke zu stopfen. Mit Baumjohann, Marin und Galasek ging fast die komplette erste Reihe – wobei Galasek sicher schwerer zu ersetzen ist als die beiden Youngster.

Fangen wir beim Positiven an. Mit Bradley steht immer noch ein Juwel auf dem Platz, das beim Confed Cup eindrucksvoll sein Potential unter Beweis gestellt hat. Ihm könnte der Durchbruch gelingen, wenn er trotz der Belastung eine vernünftige Vorbereitung schafft. Er ist laufstark, technisch beschlagen und torgefährlich. In der letzten Saison tauchte er nach guten Auftritten zu oft ab – er muss an Konstanz gewinnen.

Meeuwis ist ein gestandener Spieler aus der Ehredivisie, der quasi eine Stammplatzgarantie hat. Mangels Kenntnis der holländischen Liga kann ich ihn nicht beurteilen, aber ein gesundes Misstrauen bleibt. Ein Touma kam mit ähnlicher Referenz und konnte sich nie durchsetzen.

Ganz im Gegenteil weiß man bei Torben Marx genau, was man bekommt: einen soliden, bundesligatauglichen und im Abwehrkampf gestählten Spieler, von dem man aber auch keine Glanzstücke erwarten darf. Selbst bei Bielefeld war er nicht unumstritten. Er wird versuchen, einen Stammplatz im Mittelfeld zu erkämpfen, kann aber genauso gut auf der Ersatzbank landen. Ein Spieler, der Gladbach weiter bringt, ist er jedenfalls nicht.

Die große Hoffnung ist Arango. Kapitän des RCD Mallorca (neunter Platz  in Spanien), Kapitän der venezuelanischen Nationalmannschaft und einer der besten Spieler aller Zeiten seines Landes (okay, Venezuela, aber trotzdem). Offensiver Mittelfeldspieler, torgefährlich vor allem aus der Distanz und offensichtlich kein Legionär – in Mallorca spielte er fünf Jahre. Ein Profil, bei dem man sich fragt, warum gerade Gladbach ihn bekommen hat. Schottische und türkische Spitzenvereine haben mitgeboten, aber Arango wollte in eine Top-Liga – ein weiteres Zeichen für Charakter. Ich will gar nicht misstrauisch werden, sondern hoffe einfach mal, dass wir ein richtiges Schnäppchen gemacht haben. Einen auf dem Papier besseren bekommt Gladbach nicht.

Der junge Jantschke hat in der letzten Saison sehr gute Ansätze gezeigt, bevor er schwer verletzt wurde. Er ist ein Hoffnungsträger im defensiven Mittelfeld. Ob Alberman tatsächlich die Saison für Gladbach spielen wird? Ich glaube eher nicht. Er konnte sich in keiner Weise durchsetzen. Für Alberman ist das Spiel zu schnell, er ist in seinen Reaktionen zu langsam und er wird nicht über die zweite Reihe hinauskommen.

Reus ist der vielversprechendere der beiden Nachwuchs-Transfers. In Ahlen hat er eine gute Saison gespielt, er scheint technisch beschlagen, aber ob er den Sprung in die Bundesliga schafft – da steht ein dickes Fragezeichen hinter. Gute Zweitligaspieler – das hat uns Gladbacher die letzte Saison gelehrt – fangen eine Klasse höher bei Null an. Neustädter hat noch nicht mal Zweitligaerfahrung. Er hat lediglich sechs Spiele für Mainz gemacht und es dürfte als Sensation gelten, würde er eine Rolle spielen.

Im Mittelfeld könnte auch Levels Ansprüche anmelden. In den letzten Spielen hat er dort teils großartige Leistungen gezeigt. Mit gefiel er dort deutlich besser als in der Abwehr. Ihm tut es offensichtlich gut, eine Absicherung hinter sich zu haben. In dieser Position würden seine Stockfehler nicht so sehr ins Gewicht fallen – und vielleicht gerade deswegen macht er sie nicht mehr.

Im Mittelfeld hängt ganz viel vom Auftreten der Hoffnungsträger Bradley und Arango ab. Bei Meeuwis weiß ich nicht, wo ich dran bin, der Rest ist höchstens unterer Durchschnitt. Während ich das Leistungsvermögen der Abwehr einschätzen kann, ist das Mitteldfeld eine Überraschungstüte. Es könnte den Ansprüchen des Bundesliga-Mittelmaßes genügen – oder auch nicht. Anlass für höhere Ambitionen bietet es jedoch nicht.

Sturm: Bäcker, Bobadilla, Colautti, Friend, Lamidi, Matmour, Neuville

Bobadilla ist nach Arongo der zweite Großtransfer. Der Argentinier ist ein hochtalentierter, bulliger, torgefährlicher Stürmer. Gladbach hat ihn wohl nur bekommen, weil er in den letzten Jahren verletzungsanfällig war. Er hat das Potential, einzuschlagen. Das hängt davon ab, ob er den Sprung aus der schweizer Liga in die deutsche Liga schafft und ob sein Körper mitmacht. Auch hier gilt wie bei Arango: einen auf dem Papier viel besseren kann Gladbach nicht bekommen.

Rob Friend hat eine Seuchensaison hinter sich und laboriert seit einer halben Ewigkeit an einer eigentlich harmlosen Verletzung. Vor seinem Ausfall musste er Zugeständnisse an die erste Liga machen. Er büßte nach dem Aufstieg viel an Durchschlagskraft ein und agierte, wenn er mal in Position kam, unglücklich. Er muss erst noch unter Beweis stellen, dass er ein Guter in dieser Spielklasse ist.

Wenn bei beiden ersten Stürmer das Adjektiv verletzungsanfällig ganz vorne steht, müsste die sportliche Leitung eigentlich hellhörig werden und dahinter nicht nur Breite, sondern auch Klasse aufstellen. Leider sehe ich da wenig.

Matmour wird seinen Stammplatz mit Händen und Füßen verteidigen. Ob im 3er-Sturm auf Außen, im linken offensiven Mittelfeld oder als zweite Spitze, die um den Stoßstürmer wirbelt. Er hat sich gut in der Liga etabliert, muss aber noch an Zielstrebigkeit und Abschluss arbeiten.

Oliver Neuville könnte für einige Einsätze gut sein, aber sein Stern sank angesichts des Gladbacher 3-Spitzen-Sytems bereits in den letzten zwei Jahren schneller als die Bismarck. Sollte Frontzeck auf einen Zwei-Mann-Sturm setzen, könnte er noch mal eine Rolle spielen und als guter Backup fungieren – bei perfekter Gesundheit sogar für die erste Reihe infrage kommen.

Colautti ist seit letzter Saison eigentlich verbrannt. Er war der Chancentod, wenn er denn überhaupt mal eine Torchance bekam. Seine Rolle war undankbar. Er musste Friend als einzige Spitze vertreten und diese Rolle behagte ihm offensichtlich nicht. Wie bei Neuville gilt für ihn: in einem Zweier-Sturm könnte er aufblühen, muss sich aber von ganz hinten wieder rankämpfen.

Bäcker, aus der A-Jugend gleich in den Profi-Kader befördert, hat gute Ambitionen, scheint erfrischend unbedarft und selbstbewusst zu sein. Seine punktuellen Einsätze muss er nutzen. Eine Prognose ist natürlich nicht möglich. Moses Lamidi hat seine punktuellen Einsätze in der Vergangenheit nie genutzt und ich wundere mich, dass er immer noch im Kader steht. Er wird keinerlei Rolle spielen.

Auch im Sturm sehe ich wenig Anlass für Optimismus. Bobadilla ist ein Hoffnungsträger, aber natürlich abhängig von der Vorarbeit der Mitspieler – ich verweise auf meine Einschätzung der anderen Mannschaftsteile. Friend muss sich in der Bundesliga noch beweisen. Dahinter kommt nicht viel und im Verletzungsfall könnte Gladbach einigermaßen blank dastehen.

Fazit: Der Kader bürgt leider nicht für einen sicheren Klassenerhalt. Es sind zwar zwei Transfer-Highlights gesetzt worden, aber das ist zuwenig angesichts der Tatsache, dass dahinter kaum Verstärkungen, sondern nur (bestenfalls) Mitläufer verpflichtet wurden. Zahlreiche Schwachpunkte sind bereits offensichtlich, insbesondere in der Innenverteidigung. Gladbach wird sich mit diesen Spielern erneut auf eine im negativen Sinn spannende Saison einstellen müssen.

Und jetzt seid Ihr dran: Hab ich etwas falsch eingeschätzt? Ist Gladbach doch besser aufgestellt? Traut Ihr einem Spieler eine Überraschungssaison zu?

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Der Marin-Abschied: War schön!

Juni 26th, 2009

„Von 25 Journalisten in Gladbach haben vielleicht zwei den Wert von Tomas Galasek erkannt. Der schießt zwar kaum Tore und ist auch kein Marko Marin, der auf drei Quadratmetern vier Mann ausspielt, worauf die Fans zurecht vor Freude zu onanieren beginnen.“

Dieses Zitat war wohl ein wunderbares Fazit dessen, was Marko Marin in den letzten beiden Jahren für Mönchengladbach geleistet hat. Er war nicht der Basisspieler, der die Mannschaft alleine eine Klasse besser gemacht und alle anderen mitgerissen hat. Aber er war der Spieler, der die Glanzpunkte setzte, der die Kurve kollektiv hat mit der Zunge schnalzen lassen, der in  unmöglichen Situationen eine Lösung fand. Mit seinen Dribblings und Standards hat er Gladbach die Punkte gesichert, die zum Aufstieg und Klassenerhalt bitter nötig waren.

Galasek mag wichtiger sein, aber für einen Marin geht man ins Stadion. Und er kann in knappen Spielen den Unterschied ausmachen.

Mag sein, dass er nicht der defensiv stärkste Spieler ist und körperlich eigentlich nicht gegenhalten kann. Das hat ihn im letzten Jahr ein wenig ausgebremst und ihn Einsatzzeit gekostet, denn im Abstiegskampf muss man manchmal andere Prioritäten setzen. Aber wenn man einen Spieler dieser technischen und kreativen Klasse hat, müssen normalerweise die 10 anderen Spieler 10% mehr laufen, um ihm die Freiheiten zu gewähren.

Sein Disput mit Meyer existierte wohl nur in den Medien. Legendär der Doppelpass, in dem Hans Meyer die Elite des deutschen Sportjournalismus vorführte, weil diese Marins Einsatzzeiten um das sechsfache unterschätzte.

Nein, Marin war einer der wichtigsten Gladbacher Spieler der letzten beiden Jahre – auch wenn er punktuell auf der Bank Platz nehmen musste. Er war auch deutlich wichtiger als Baumjohann. Jener hatte tatsächlich nur wenige, dafür aber ebenfalls spektakuläre Momente. Die deutlich höhere Konstanz hatte aber Marin.

Marins Wechsel kann ich ihm nicht mal übel nehmen. Er hat die Saison durchgespielt ohne Ansprüche anzumelden und hat erst nach dem Klassenerhalt klar seine Ambitionen geäußert. Gegenüber vielen anderen Jungstars in den letzten Jahren wählt er (ohne dass ich seine anderen Angebote kennen würde) einen Verein, bei dem er realistische Entwicklungsmöglichkeiten hat – ein logischer Schritt. Bei Bremen kann er sich – neidlose Anerkennung – besser weiterentwickeln als bei Gladbach, weil er dort eben nicht ständig im Abstiegskampf steckt, sondern mit Rückendeckung frei aufspielen und damit seine Stärken einbringen kann.

Ich hoffe und zweifle nicht daran, dass er diesen Schritt packt, denn er kann eine der größten Attraktionen der Liga werden – einer dem man gerne zuguckt, unabhängig von der Vereinszugehörigkeit.

Der einzige Wermutstropfen ist für mich die Ablöse: Wenn man so ein Ausnahmetalent unter Vertrag hat, dem in wenigen Jahren alle Optionen offen stehen können, dann muss man dafür eine höhere Ablöse kassieren als 8,5 Millionen – auf Basis dessen, was im Moment für weniger talentierte Spieler als Summen aufgerufen werden (z.B. Kevin Prince Boateng, Demba Ba). Aber da man Reisende nicht aufhalten kann und Marins Vertrag nur noch ein Jahr lief, nimmt man was man kriegen kann.

Edit: Ich habe zwei Postings von mir über Marin ausgegraben:  ein ganz altes, als Marin noch in der A-Jugend spielte und eines aus der zweiten Liga, das allerdings schon jene Schwächen beschreibt, die ihm immer noch anhaften.

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Schöne Sachen, die die Post bringt

Juni 26th, 2009

Normalerweise mag ich den Postboten nicht. Wenn etwas im Briefkasten landet, will in der Regel jemand etwas von mir. Meistens Geld. Heute kamen gleich drei wunderbare Lieferungen an.

Erstens: Meine Dauerkarte für die neue Saison.

Ich hoffe, ich werde wirklich Spaß daran haben – in der letzten Saison war dieses Ticket eher eine Garantie für Verdruß. Ein Lob muss ich an dieser Stelle an die Borussia zollen: die ganze Saison kostet mich 163 Euro – 9,50 Euro pro Spiel. Das ist echt ein fairer Preis und wenn man mal über den Tellerrand guckt, was in anderen europäischen Ligen so los ist, mag ich das gar nicht zu laut sagen, sonst kommt noch jemand im Gladbacher Marketing auf dumme Ideen.

Zweitens: Meine neuen Fußballschuhe.

Die Teile hat mir Under Armour kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich habe, wie viele andere Blogger auch, eine Einladung zur Präsentation dieser Schuhe (die ersten überhauot von UA)  und der neuen Hannover-Trikots bekommen.  Da ich zu der Veranstaltung nicht anreisen kann, habe ich einfach mal nachgefragt, ob ich nicht ein Paar Schuhe bekomme unter der Auflage, eine Review darüber zu schreiben. Ich habe nicht damit gerechnet, aber die Firma ist drauf eingegangen – für mich ein guter Deal. Bevor Nachfragen kommen: Der PR-Kollege, mit dem ich gemailt habe, hat betont, dass ich der einzige Blogger wäre, dem sie die Treter stellen würden. Demnächst – nach Beginn der Vorbereitung Ende Juli – an dieser Stelle also eine ehrliche Kritik aus Sicht eines mäßig talentierten Kreisliga-Fußballers.

Achso: Das dritte Paket enthielt ein cooles Poster, das mir der Kollege r0ssi hat zukommen lassen (habe ich erwähnt, dass ich im Nebenjob großer Sci-Fi-Fan bin?).

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